Christen & Juden
was soll ich bloß tun? Gott antwortet : mach dir nichts draus, mein Sohn ist auch Christ geworden.
Darauf der Rabbi: Und was hast du getan? Gott: Ich habe ein neues Testament geschrieben.
Dieser jüdische Witz ist zwar ein Witz, aber er birgt viel Not: Wenn ein Jude den Glauben an Jesus
annimmt, so wird er häufig von seiner Familie verstoßen (“Testament”). Es gibt sogar die Tradition,
dass die Familie einen Sarg in ihrem Haus aufstellt, weil dieser Sohn bzw. Tochter für sie als tot
gilt. Wird der Sohn kriminell, homosexuell oder Buddhist ist das längst nicht so schlimm wie wenn
er den Glauben an Jesus annimmt. In Israel wird es heftig diskutiert ob Schüler und Soldaten
Kirchen und Klöster besuchen sollen oder nicht. Den Kindern wird im Mathematik-Unterricht
beigebracht, das Plus-Zeichen anders zu schreiben, da es an das christliche Kreuz erinnert. Vor 10
Jahren hat die israelische Regierung einen Erlass herausgegeben, der verbot, das Neue Testament
im Geschichtsunterricht zu behandeln. Jahreszahlen werden in Israel mit “vor der Zeitrechnung”
und “nach der Zeitrechnung” angegeben (z.B. 2000 n.d.Z.), um den Namen “Christus” zu umgehen.
Was war passiert, dass das jüdische Volk die meisten Verfolgungen durch die Christen erhielten, die
den Juden doch ihre Herkunft verdankten? Was nachfolgend geschildert wird, man manchen
schockieren – es sind Dinge, die wir Christen oft nicht wissen, weil sie meist “unter den Teppich
gekehrt” wurden, die aber den Juden sehr wohl bekannt sind.
Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum. Es hat sich jedoch in den ersten Jahrhunderten
stark von dieser Wurzel gelöst, so stark, dass es sogar antisemitisch wurde. Gründe und Stationen
waren:
Zentrum des Judentums ausgelöscht war, wurden die Pharisäer zum einzig legitimen
Wächter des Judentums. Der jüdische Glaube musste nun sehr stark gegen alle anderen
Glaubensweisen verteidigt werden. Hinzu kam die Enttäuschung, dass die Judenchristen
sich den nationalistischen Aufständen von 70 n.Chr. und dem Bar-Kochba-Aufstand von
135 n.Chr. nicht anschlossen. Im Jahre 90. n. Chr wurde in die tägliche Synagogen-Liturgie
(Achtzehnbittengebet) eine Formel gegen die sog. “Minim” eingefügt, unter denen auch die
Judenchristen waren. Damit wurden die Judenchristen aus der Synagoge ausgeschlossen.
Nachdem mit der Tempelzerstörung und der Vertreibung der Juden in alle Welt das geistige
jungen Kirche. Als 135 n.Chr. der Kaiser Hadrian den Juden und Judenchristen den Zutritt
nach Jerusalem verbot, wechselte die Leiterschaft der Jerusalemer Gemeinde von den
bisherigen Judenchristen zu den Heidenchristen. Die Judenchristen verloren immer mehr
die Leitungsfunktion, und heidenchristliche Zentren wie Alexandrien, Antiochien und Rom
übernahmen die Leitung der Kirche. Symbolisch kann man das als Machtkampf zwischen
Jerusalem und Rom ausdrücken. Rom nahm für sich die direkte Nachfolge von den
Aposteln und die Leitungsfunktion in Anspruch.
Immer mehr Heiden kamen zum Glauben an Jesus und wurden bald zur Mehrheit in der
immer mehr durch ein griechisches Bewusstsein gesehen und immer weniger durch ein
hebräisches. Dies verursachte einige Irrlehren, die z.T. heute noch in der Kirche wirksam
sind (Ein Beispiel: Das Zölibat in der Kirche kommt vom leibfeindlichen Griechentum,
biblisch dagegen ist es eine Gabe Gottes an einige wenige Berufene und nicht an einen
Berufsstand).
Durch den starken Zuwachs aus der griechischen und römischen Welt wurde die Bibel
bei Krankheiten) und nahmen z.T. jüdische Gebräuche an. Das Judentum war in den ersten
Jahrhunderten n.Chr. auch viel missionarischer ausgerichtet als danach, als es sich mehr auf
den Talmud zurückzog. Von daher wurde es von der Kirche oft als ernste Konkurrenz
gesehen.
Das Judentum hatte eine Anziehung, Christen gingen in Synagogen um Rat zu holen (z.B.
römische Kaiser Hadrian, der den Bar-Kochba-Aufstand niederschlug und die Juden aus
Jerusalem vertrieb, verbot die Ausübung der jüdischen Religion wie Beschneidung, Tora-
Lesung und Sabbat-Heiligung im gesamten Römischen Reich. Die nichtjüdischen Christen
hätten Unannehmlichkeiten seitens des Staates auf sich genommen, hätten sie weiter zum
Judentum und zu ihren jüdischen Glaubensgeschwistern gehalten. Dies war im
Nationalsozialismus genauso, und es kann uns heute jederzeit wieder passieren.
Der Druck verstärkte sich, als das römische Reich stärker gegen das Judentum vorging: Der
beargwöhnt und die Judenchristen wurden immer mehr aus der Kirche ausgeschlossen.
Im 2. Jahrhundert kam die sog. Enterbungstheologie (replacement theology) auf: Tertullian
(160-230) schrieb in “Gegen die Juden”, dass Gott die Juden verworfen hat zugunsten der
Christen. Im frühen 4. Jh. schrieb Eusebius, dass die Segens-Verheißungen der Hebräischen
Schriften für die Christen wären, und nicht für die Juden. Den Juden würden alleine die
Flüche bleiben. Die Kirche sei die Fortsetzung des Alten Testamentes und des Judentums.
Damit wurde das jüdische Volk geistlich “enterbt”, es wurde aufgrund der Kreuzigung Jesu
(“Gottesmord”) als auf ewig von Gott verworfen dargestellt, und die Kirche als Erbin der
Verheißungen an Israel angesehen, die nun an die Stelle Israels gekommen ist. Eusebius war
von Origines beeinflusst, der der Methode der allegorischen Auslegung des Alten
Testamentes den Durchbruch verschaffte (z.B. “Israel” als “die Kirche”). Die Kirche erklärte
sich nun als das “neue Israel”. Die Kirchenväter haben die innerjüdische Kritik, die sich
schon bei den Propheten als Ermahnung und Ruf zu Gott findet, an sich gerissen und von
außen gegen Israel gerichtet. Dies haben sie noch verdreht zu einem endgültigen
Verworfensein Israels (welches sich nicht mit dem biblischen Zeugnis deckt). Sie haben
Israel das Gericht gelassen und zu einem endgültigen pervertiert, die Verheißungen jedoch
der Kirche einverleibt. Die Segensverheißungen an Israel wurden analog gedeutet und auf
die Kirche übertragen. Die Fluchverheißungen an Israel wurden wörtlich gedeutet und
Israel gelassen. Welche Schizophrenie!
Die Einhaltung der jüdischen Tora durch die Judenchristen wurde von den Heidenchristen
Kirchenväter, dass das jüdische Volk durch die Kreuzigung Jesu unter Gottes Strafe stehe -
wofür die Zerstörung des Tempels und die Zerstreuung der Juden im Jahre 70 ein deutliches
Zeichen seien. Heute, wo es den Staat Israel wieder gibt, werden neue Argumente gefunden:
das jüdische Volk hindert den Frieden im Nahen Osten, es unterdrückt die Palästinenser, etc.
etc. – immer bleibt es der Sündenbock!
Sehr wichtig für den späteren kirchlichen Antisemitismus war die Anschauung der
Reiches wurde, fingen deren Herrscher an, die antisemitischen Ausführungen der
Kirchenväter in die Praxis umzusetzen. Die Rechte der Juden wurden nach und nach
beschnitten. Höhere Positionen wurden ihnen verwehrt. Schon zuvor, im Konzil zu Elvira
(Spanien, 305) war beschlossen worden, dass Christen nicht mit Juden essen dürfen und den
jüdischen Sabbat nicht halten dürfen (auf das Sabbat-Halten für Christen wurde beim
Konzil von Laodicäa 364 dann die Todesstrafe gesetzt). Nach 321 änderte sich der
Charakter der Schriften der Kirchenväter: sie waren nicht mehr defensiv und apologetisch,
sondern aggressiv.
Als 321 n.Chr. durch Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion des römischen
Das Osterfest wurde vom jüdischen Passah-Termin auf den auf den Sonntag, der nach dem
ersten Vollmond nach der Frühjahrssonnwende folgt, gelegt. Gründer der Staatskirche
Konstantin schrieb an alle Kirchen:
wenn wir in dem heiligsten aller Feste den Gewohnheiten der Juden nachfolgten. Lasst uns
nichts gemeinsam haben mit dem abscheulichen Volk.”
Beim Konzil von Nicäa 325 durften erstmals judenchristliche Bischöfe nicht teilnehmen.
Feuer an die Synagoge gelegt habe – zumindest ist es so, dass die, die das getan haben, es
auf meinen Befehl hin taten. Dies geschah, damit es keinen Ort mehr gäbe, wo Christus
abgelehnt wird … Besser gesagt, die Synagoge wurde zerstört durch das Gericht Gottes.”
Bischof Ambrosius von Milan schrieb im elften Brief an Theodosius:
Juden außerhalb der menschlichen Gemeinschaft.
Kaiser Theodosius II. verurteilte den Judaismus und stellte in seinem “Kodex” juristisch die
ein. Obwohl er Paulus zustimmte, dass man die Juden lieben solle, fragte er sich doch,
warum diese immer noch als Volk existierten, und kam zu folgendem Ergebnis: Gott lässt
die Juden als Zeugnis für den Fluch existieren, der auf all jene kommt, die den Herrn Jesus
ablehnen.
Augustinus (354-430), einer der wichtigsten Kirchenväter, nahm eine zwiespältige Haltung
das
vom Teufel besessen sind … Ja, sie sind wilder als die wilden Tiere, da sie ihre
Nachkommen töten und dem Teufel weihen.”
Seele der Juden selbst ein Domizil des Teufels, … Ja, Juden beten den Teufel an … ihre
Religion ist eine Krankheit … Für euch gibt es keine Besserung mehr, Gott hasst euch!”
Chrysostomus (344-407), ein großer Heiliger der Kirche, predigte über die Juden, sie seien
Zwangstaufe aller Juden angeordnet – dabei wurden auch jüdische Kinder getauft und ihren
Eltern weggenommen, denn es war von Gesetz her Juden verboten, christliche Kinder zu
erziehen.
Im siebten Jahrhundert wurden in verschiedenen Staaten (Byzanz, Frankreich, Spanien) die
mordeten auf dem Weg unter den jüdischen Gemeinschaften in Frankreich und im
Rheinland: Die Juden mussten zwischen der sofortigen Taufe oder dem Tod wählen. Mehr
als 12000 wurden ermordet, zahllose andere verübten Selbstmord. 1099 wurde Jerusalem
erobert, Zehntausende von Juden und Moslems wurden umgebracht. Alle überlebenden
Juden wurden in Synagogen gesteckt. Die christlichen Kämpfer, die große Kreuze auf ihre
Kleidung genäht hatten, zündeten diese Synagogen dann an. Sie ließen die Juden lebendig
verbrennen, während sie die Gebäude herumliefen und sangen:
an”
ihren Sieg. Diese Begebenheiten machen verständlich, dass das Symbol des Kreuzes im
Judentum negativ belastet ist.
Im Jahr 1095 rief Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug auf. Die “christlichen” Kreuzfahrer
Juden zu einem Außenseitervolk, indem es sie zwang, sich durch eine besondere Art
Kleidung von der übrigen Bevölkerung zu unterscheiden. In Deutschland und Frankreich
mussten die Juden ein gelbes “O” tragen – Vorläufer des gelben Judensterns im
Nationalsozialismus.
Ein Beschluss des Vierten Laterankonzils der römischen Kirche von 1215 stempelte die
Umlauf gebracht. Ihnen wurde Brunnenvergiftung, Hostienschändung, Ritualmord und die
Schuld für die Pest 1348 zugeschoben. Dies gab Anlass für die Ausrottung zahlreicher
jüdischer Gemeinden. Nirgends wurden die Juden jedoch so grausam vertilgt wie im
Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Im Mittelalter wurden verschiedene Verleumdungen gegen die Juden erfunden und in
den deutschen Ländern folgte auf die Massaker des 13. und 14. Jahrhunderts im 15.
Jahrhundert eine endlose Serie von Vertreibungen. Um 1500 besaßen die meisten
katholischen Königreiche keine Juden mehr. Die päpstlichen Besitzungen bildeten hierin
eine Ausnahmen, daher besitzt Rom die einzige größere europäische Judengemeinde, die
ihre Geschichte ohne Unterbrechung von der Antike bis zur Moderne verfolgen kann! Trotz
ähnlicher theologischer Vorwürfe gab es im Bereich der orthodoxen Kirche nur wenige
Beispiele antijüdischer Gewalttaten.
Die Juden wurden 1290 aus England vertrieben, 1394 aus Frankreich, 1492 aus Spanien. In
durch das Judenzeichen, Ghetto und Bekehrungspredigten. Zwangstaufen und
abergläubische Verleumdungen des Ritualmordes und der Hostienschändung bekämpften
sie aber. Diese Dinge gingen eher von der lokalen Geistlichkeit aus. Die Kirchenleitung
konnte aber nicht mehr stoppen, was sie durch ihre antijüdische Theologie selbst
mitverursacht hatte!
Die Päpste betrieben im allgemeinen eine Politik, die die Juden isolierte und abhängig hielt
000) und zudem in gewissem Wohlstand lebten.
Diese Ruhe hörte aber sofort nach Beendigung der arabischen Herrschaft (1391) auf. Noch
im gleich Jahr wiegelte Ferdinand Martinez, Stellvertreter des Bischofs von Sevilla, das
Volk zur Judenhetze auf. 50 000 Juden mussten ihr Leben lassen, Hunderttausende wurden
getauft. 1492 wurde von staatlicher Seite die Vertreibung verfügt. Bis zum 31. Juli hatten
alle Juden entweder die Taufe zu empfangen oder das Exil zu wählen. Die meisten (ca. 100
000) gingen nach Portugal. Doch ihr Glück währte kurz, fünf Jahre später wurden unter
spanischem Druck alle portugiesischen Juden zwangsgetauft, wobei sich Szenen grausamer
Gewalt abspielten. Getaufte Juden, “marranos” (Schweine) genannt, mussten ihren
christlichen Glauben durch das Essen von Schweinefleisch bezeugen. Falls sie wieder
jüdische Gebräuche annahmen, wurden sie der Inquisition (Befragung unter Folter)
unterzogen, wo sie ihre Vergehen bekennen und andere schuldige Personen benennen
mussten. (noch heute werden in Spanien Juden, die an Jesus glauben, so, also “marranos”,
“Schweine” genannt!)
Spanien war das letzte christliche Land, in dem noch Juden in beträchtlicher Zahl (ca. 200
Zitat einiger typischen Bekenntnisse, die ein jüdischer Täufling sagen musste:
ihre Zeremonien verachte, die ich früher gehalten habe. Ich werde in der Zukunft keines
dieser Riten oder Feiern einhalten, noch irgendeine Gewohnheit meiner früheren
Verirrungen … Ich verspreche nie wieder zurückzukehren zum Erbrochenen des jüdischen
Aberglaubens. Ich werde allen Umgang mit anderen Juden meiden und meinen
Freundeskreis nur unter Christen haben.
Wir werden nichts zu tun haben mit den unter einem Fluch stehenden Juden, die ungetauft
bleiben … Wir werden keine Beschneidung am Fleisch praktizieren, noch das Passah-Fest
oder den Sabbat oder irgendein anderes Fest feiern, das mit der jüdischen Religion zu tun
hat … Was Schweinefleisch angeht versprechen die Regel einzuhalten, dass wir, wenn wir
durch lange Gewohnheit kaum fähig sind, es zu essen, nicht weil wir wählerisch sind oder
durch einen Irrtum die Dinge zu essen verweigern, die mit demselben gekocht sind … Und
wenn man uns dabei antrifft, irgendeiner dieser Regeln, die wir jetzt erwähnt haben, zu
brechen … dann soll der, der bei dieser Übertretung gefunden wird, entweder zugrunde
gehen durch die Hand eines unserer Kameraden, indem er verbrannt oder gesteinigt wird,
oder [falls unser Leben geschont bleiben soll], wir sollen unsere Freiheit verlieren und du
wirst uns mitsamt unserem Besitztum wem auch immer übergeben in die ewige Sklaverei.
Ich widersage dem gesamten Gottesdienst (engl. worship) der Hebräer, der Beschneidung,
ungesäuertem Brot, allen hebräischen Festen, ihre Opfer, Gebete … Speisen. Und ich
widersage absolut jedem Brauch und Einrichtung des jüdischen Gesetzes … in anderen
Worten, ich widersage absolut allem Jüdischen.
Ich verfluche den Oberrabbiner und alle neuen bösen Doktoren der Juden … und ich glaube
und bekenne die gesegnete heilige Jungfrau Maria, die Ihn geboren hat nach dem Fleisch,
und die eine Jungfrau geblieben ist, dass sie wirklich und tatsächlich die Mutter Gottes ist,
und ich ehre und verehre sie wahrhaftig als die Mutter des ins Fleisch gekommenen Gottes,
und als die Dame und Herrin aller Schöpfung.
Wenn ich vom geraden Weg abweiche in irgendeiner Weise den heiligen Glauben
beschmutze, und versuche, irgendwelche Riten der jüdischen Sekte zu halten oder sonst
irgendwie das, was ich jetzt geschworen habe, breche … so sollen alle Flüche des Gesetzes
auf mich fallen … Mögen auf mich und auf mein Haus und alle meine Kinder all die Plagen
fallen, die Ägypten heimgesucht haben, und zur Erschreckung anderer möge mich
zusätzlich das Schicksal von Dathan und Abiram treffen, so dass die Erde mich lebendig
verschluckt, und nachdem ich dieses Leben verlassen habe, werde ich dem ewigen Feuer
übergeben werden, in der Gemeinschaft mit dem Teufel und seinen Engeln; und wenn ich
ankommen werde vor dem Gericht des furchtbaren und herrlichen Richters, unseres Herrn
Jesus Christus, möge ich zu der Gemeinschaft derer gezählt werden, denen der herrliche
und schreckliche Richter sagen wird: >>Geht weg von mir, ihr Übeltäter, in das ewige
Feuer das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.<<”
Lehre nicht annahmen, schlug er scharf antisemitische Töne an, und wiederholte dabei die
ganzen Verleumdungen des Mittelalters:[1]
Juden seien mörderische Giftmischer, Ritualmörder, Wucherer, schlimmer als der Teufel.
Sie seien schwieriger zu bekehren als der Teufel selbst und seien für die Hölle bestimmt.
Martin Luther redete erst freundlich von den Juden. Als er jedoch merkte, dass sie seine
gewalttätigeren Feind habt als den rechten Juden.”
Mörder, Wucherer. Sie sind schlimmer als der Teufel. Sie sind zur Hölle verdammt.”
den Juden und ihren Lügen” (1943) schrieb er:
diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden tun? Ich will euch meinen treuen Rat
geben: 1. Verbrennt ihre Synagogen und Schulen, und was nicht brennen will, begrabt mit
Erde, so dass kein Stein mit Trümmern übrigbleibt … Zum anderen, dass man auch ihre
Häuser und desgleichen zerbreche und zerstöre … und ihre Bücher sollen verboten werden,
sie sollen von den Fürsten aus ihren Gebieten verjagt werden. Denn Gottes Zorn ist groß
über sie … darum immer weg mit ihnen!”
1546), drei Tage vor seinem Tod, erteilte Luther im Anschluss an die Predigt eine
“Vermahnung wider die Juden”. Darin bezeichnete er die Juden als
Feinde”
1542 schrieb er:
protestierten, wurden sie kurz abgefertigt:
ihr jahrhundertelang gelehrt habt!”
Hetzblattes “Der Stürmer”, sagte beim Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof in
Nürnberg:
Buch von der Anklagevertretung in Betracht gezogen würde. In dem Buch ‘Die Juden und
ihre Lügen’ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezüchte, man solle
ihre Synagogen niederbrennen, man solle sie vernichten … Genau das haben wir getan!”
Die Reichspogromnacht (sog. “Reichskristallnacht”; Verbrennung der Synagogen) fand in
der Nacht zu Luthers 455. Geburtstag statt.
Als 1936 deutsche Kirchenmänner persönlich bei Hitler gegen die Misshandlung der Juden
Luther, stellten jedoch keine so harten Forderungen wie er. Für Calvin war das Judentum
eine abgeschlossene Sache. Die Kirche war für ihn das “neue Israel”, das an die Stelle des
“natürlichen Israel” getreten war. Aufgrund dessen, dass die Juden Jesus als Messias
abwiesen, hatten sie ihren Platz in Gottes Heilsplan verloren. So denken heute noch viele
evangelische und evangelikale Christen.
Calvin und Zwingli unterschieden sich in ihrer Theologie bezüglich der Juden nicht von
unterdrückten orthodoxen Ukrainer an Ostern (!) 1648 gegen die polnischen katholischen
Grundherren und gegen die polnischen Juden erhoben. Unter dem Kosaken Bogdan
Chmielnicki verbündeten sich die orthodoxen Christen der Ukraine mit den Tataren gegen
die polnischen Grundherren, von denen sie sich unterdrückt fühlten, und gegen die
polnischen Juden, die häufig von den Grundherren als Pächter eingestellt waren. Nur wer
zum orthodoxen Glauben übertrat, wurde verschont. Ein Augenzeuge berichtete:
erdolchten Säuglinge in den Armen der Mütter und rissen viele wie einen Fisch in Stücke …
Mitunter warf man Haufen jüdischer Kinder ins Wasser, um die Furten zu ebnen …”
Stadt Nemirow verbarrikadierten sich mehrere tausend Juden. Als Polen verkleidet
gelangten die Kosaken hinein und töteten alle Männer, vergewaltigten Frauen und warfen
Kinder in den Brunnen. Nur einige wenige, die in die Taufe einwilligten, überlebten. In der
Stadt Tulczyn treiben die Kosaken anderthalb Tausend Juden zusammen, stellten ihre
Kriegsfahne auf, und ihr Sprecher verkündigte:
Banner, und wir lassen ihn am Leben!”
der Stadt Gomel wurden die Juden umzingelt und ihnen gesagt:
immer an eurem Gotte fest? … Sagt euch von eurem Gotte los, und ihr sollt gleich Herren
geachtet sein. Wenn ihr aber beim Glauben eurer Väter beharret, so werdet ihr durch
unsere Hand fallen.”
Gemeinden ausgelöscht, und nur ein Zehntel der Juden überlebte in Wolhynien und
Podolien. Die Juden, die während der Kreuzzüge von Deutschland nach Polen geflohen
waren, flohen nun wieder nach Deutschland. Ein Zeitgenosse schrieb:
ist Israel seit dem Untergange seines Reiches noch nie betroffen worden.”
Polen 1648-56: Polen war einst Zufluchtsort für deutsche Juden. Dies endete, als sich die
aus. Juden im Baltikum fürchteten vor allem die christlichen Feiertage. An Ostern und
Weihnachten versteckten sie sich, weil dann der christliche Mob, meist betrunken, durch die
jüdischen Viertel zog und alles zerstörte, was ihm unter die Finger kam. Die Pogrome
wurden unter Zar Nikolaus II. fortgesetzt, der die Juden als Christusmörder ansah.
Unter Zar Alexander III. brach an Ostern (!) 1881 das erste größere Pogrom in Russland
Bestrebung zur Reinigung und Reinerhaltung des Volkes vor fremdrassiger Vermischung.
Die Herausführung von Juden aus der Gemeinschaft unseres Volkes wie auch der anderen
Völker ist für uns ein Vorgang nach göttlicher Vorsehung und göttlichem Willen”
Artikel 7 der Satzung des evangelischen Gemeinschaftsverbandes Mühlheim an der Ruhr
vom 13.10.1938).[4]
sittlichen Güter … Die Judenverfolgung fördert die Erfüllung der Propheten, und alles wird
geschehen, wie es das Wort Gottes verkündigt hat.”
evangelischen Allianz im Jahre 1933.[5] Ab 1934 wurde gefordert, die traditionelle Fürbitte
für Israel aus dem Programm der Allianz-Gebetswoche herauszunehmen, aber erst nach der
“Reichspogromnacht” (“Reichskristallnacht”) 1938 fiel sie schließlich weg.
Die “Brüderbewegung” in Deutschland pries in ihrer Zeitschrift “Die Tenne” die
Handreichung zur Gebetswoche der
jüdischen Elementen”
Verkündigungsdienst aus und sparte das Alte Testament weitgehendst aus der Verkündigung
aus. (ebd.)
Es muss unbedingt betont werden, dass in ähnlicher Weise alle Kirchen und Freikirchen
während der Zeit des Nationalsozialismus in die Irre gingen mit Ausnahme einzelner oder
kleinerer Gruppen, die ihre Stimme gegen das Unrecht erhoben. Die große Menge schwieg.
Selbst die durch Martin Niemöller ins Leben gerufene “Bekennende Kirche” tat nichts für
die Juden. In der “Barmer Theologischen Erklärung” fiel kein (ausdrückliches) Wort zur
Judenfrage. Grund des Versagens waren 1800 Jahre antisemitische kirchliche Theologie und
Praxis.
Einige haben inzwischen (eine teilweise) Busse getan. So hat z.B. der Hauptbrüdertag des
Christlichen Gemeinschaftsverbandes Mülheim a. d. Ruhr im Jahre 1991 eine Erklärung
verabschiedet, in der die Schuld des deutschen Volkes am jüdischen Volk während des 3.
Reiches beklagt wird und auch die Blindheit geistlicher Führer innerhalb der eigenen
Bewegung gegenüber den verübten Greueln.
Wie anders ist die Haltung Gottes, wie die Bibel sie zum Ausdruck bringt:
ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht ruhen, bis seine Gerechtigkeit aufgeht
wie ein Glanz und sein Heil wie eine Fackel brennt”
mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen. Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen,
dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich
doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet, deine Mauern sind
beständig vor mir.”
Auch Jesus, obwohl er harte Worte gegen einzelne unter den Juden findet, sagt im entscheidenden
Moment:
Haltung in Römer 9,1-3).
Im Vatikanischen Dokument “Wir erinnern uns” von 1998, in dem die katholische Kirche um
Vergebung für die Sünden ihrer Gläubigen während des Holocaust bittet, heißt es u.a.:
Geschichte der Beziehungen zwischen Juden und Christen ist qualvoll. Es hat im christlichen
Europa immer wieder Pogrome gegen Juden gegeben, zu denen irrige Interpretationen des Neuen
Testaments beigetragen haben. Daher wurden in Krisenzeiten die Juden ständig als Sündenböcke
missbraucht.”
. Sie schloss selbst Brüder jüdischer Abstammung vom
Als Christen wieder anfingen, die Bibel ernster zu nehmen, änderte sich ihre Haltung zum
jüdischen Volk grundlegend. Luther, der die Bibel “dem Volk gab”, hatte anfangs eine sehr
judenfreundliche Haltung (schlug später aber stark antisemitische Töne an). Auch die Puritaner und
Pietisten sprachen davon, dass Israel eine Verheißung von Gott hat und wieder in ihr Land
zurückkehren wird. J. J. Callenberg (1694-1760), Schüler von August Herman Francke, gründete in
Halle 1728 das erste “Institutum Judaicum”, wo hebräische Sprache und Literatur studiert wurde.
Meist kam, wo eine Erweckung die Kirche ergriff, auch eine erhöhte Liebe zum Volk Israel.
Zinzendorf zum Beispiel (1700-1760, Gründer der Herrnhuter Brüdergemeinde) richtete einen
jährlichen Tag der Fürbitte für die Juden ein. Ende 16. Jahrhundert erschienen viele von englischen
Puritanern verfasste Bücher über die hoffnungsvolle Zukunft für das jüdische Volk aufgrund der
biblischen Verheißungen. In dieser Atmosphäre war es dem englischen Puritaner Lord Protector
Oliver Cromwell möglich, die Juden nach jahrhundertelanger Verbannung aus England 1655
wieder aufzunehmen. War das ein Grund, warum England in der Folge viele segensreiche
Erweckungen erlebte?
Die christlichen Zionisten waren sehr klein an Zahl, aber sie waren sehr aktiv und sprachen immer
wieder Regierungshäupter an, doch einen jüdischen Staat im damaligen “Palästina” zu fördern.
Beispiele:
wieder anbrechen wird. Durch ihn sind die amerikanischen Evangelikalen sehr beeinflusst
worden in ihrer Sympathie gegenüber dem Staat Israel.
Der Engländer John N. Darby (1800-1882) schrieb viel darüber, dass für Israel einst die Zeit
amerikanische Regierung, die von Hunderten geistlich, politisch und ökonomische
bedeutenden Persönlichkeiten unterzeichnet waren. Darin bat er die amerikanische
Regierung um Unterstützung der Juden bei ihrer Rückkehr sowie um Hilfe für die Juden,
die durch die Pogrome unter den russischen Zaren vertrieben waren. Seine Aktionen
erhielten viel Aufmerksamkeit auch in der jüdischen Presse.
Der christliche Zionist William Blackstone (1841-1933) sandte Petitionen an die
Napoleon III und andere Staatsoberhäupter, die Rückkehr der Juden ins heilige Land zu
unterstützen. 1875 gründete er in London die “Palestine Colonization Society” mit dem
Ziel, jüdische Rückkehr nach Israel erleichtern zu helfen. Beim zionistischen Weltkongress
1897 in Basel war Dunant eingeladen. Herzl erwähnte ihn namentlich und bezeichnete ihn
als einen “christlichen Zionisten”.[6]
Der Schweizer Christ und Zionist Henri Dunant (Gründer des Roten Kreuzes) bat 1864
schrieb 1884 “Die Rückkehr der Juden nach Palästina nach den Propheten.” Später
freundete er sich mit Theodor Herzl an und führte ihn bei europäischen Herrschern ein. Eine
Folge davon war, dass der deutsche Kaiser Wilhelm II als erster europäischer Machthaber
1898 eine öffentliche Erklärung zur Unterstützung des Zionismus abgab. Hechler war neben
Henri Dunant und dem deutsch-lutherischen Pastor Dr. Johann Leptius als Ehrengast beim
ersten zionistischen Kongress 1897 in Basel dabei.
Der britische christliche Zionist und in Wien tätige Botschaftspastor William Hechler
Politik der Balfour-Erklärung von 1917 entstehen konnte, die zur “Geburtsurkunde” des
Staates Israel wurde.
In England haben die christlichen Zionisten den geistigen Nährboden gelegt, auf dem die
im damaligen “Palästina”. Er brachte der vorstaatlichen jüdischen Armee eine neue
Kampftechnik bei. Aus seinen “Special Night Squads” entstand später der Kern der
israelischen Verteidigungsarmee. Mosche Dayan schrieb über ihn:
jeder Leiter innerhalb der heutigen israelischen Armee ein Schüler Wingates.”
er von den Briten abgezogen, weil er ihnen zu zionistisch eingestellt war. (mehr …)
Charles Orde Wingate (1903-1944) war bibelgläubiger Offizier im britischen Geheimdienst
alle Priester in Dänemark, in dem er gegen die Verfolgung der Juden in Dänemark
protestierte. Die Priester mussten den Brief ihren Gemeinden vorlesen.Am 15. Juli 1999
endete ein Versöhnungszug von Christen in Jerusalem. Zwei Jahre waren sie die Route der
Kreuzfahrer nachgegangen und hatten Juden und Moslems und Vergebung für die Sünden
der Kreuzfahrer gebeten. Oberrabbiner Meir Lau empfing die Gruppe mit den Worten:
1943 schrieb der Bischof von Kopenhagen, Hans Fuglsang-Damgaard, einen Hirtenbrief an
Kreuzeszeichen, zum Teil auch mit dem gekreuzigten Jesus, überall in den Medien.
Johannes Paul hat an der Westmauer folgendes Gebet gebetet:
Abraham und seine Nachkommen erwählt, Deinen Namen zu den Nationen zu bringen: wir
sind tief traurig über das Verhalten derer, die im Laufe der Geschichte diesen, Deinen
Kindern, Leiden verursacht haben, und erbitten Deine Vergebung; wir möchten uns selbst
der aufrichtigen Brüderschaft mit dem Volk des Bundes verpflichten.”
Als Papst Johannes Paul im Frühjahr dieses Jahres (2000) in Israel war, erschien das
Der Holocaust wäre nicht möglich gewesen ohne den jahrtausendealten kirchlichen
Antisemitismus.
Heute zeigt sich er Antisemitismus in neuem Gewand, sei er nun weltlicher oder kirchlicher Natur:
Als Antizionismus. Er richtet sich gegen das von Gott eingesetzte Recht und Erbe für das jüdische
Volk, in dem Land zu wohnen, dass er ihnen für ewig zugeteilt hat (1 Mose 17,8).
Während seiner 8. Vollversammlung im Dezember 1998 in Harare/Zimbabwe verabschiedete der
Weltkirchenrat eine Jerusalem-Erklärung, in der befürwortet wird, dass Jerusalem als “corpus
separatum” unter die Aufsicht einer internationalen Behörde gestellt werden soll, aufgeteilt in
verschiedene Verwaltungsbereiche.
Jetzt können wir verstehen, warum den Schulkindern in Israel beigebracht wird, das Pluszeichen
nicht in Kreuzesform zu schreiben. Das Kreuz ist das Symbol des Christentums, das in der
Geschichte eine Bedrohung für die Existenz des Judentums und des jüdischen Volkes darstellte.
Wenn die Juden von den Christen zwangsgetauft wurden und dabei alles jüdische ablegen mussten,
so bedeutete das keine Ausrottung der Juden als Menschen aber eine Auslöschung der Juden als
Volk – das letztendlich durch den jüdischen Glauben zusammengehalten wurde. Damit hat die
Kirche verleugnet, dass Gott noch eine Berufung und einen Plan mit den Juden als Volk hat. Gott
hat Juden und Heiden in Jesus zu einer tiefen Einheit gebracht (Epheser 2,14-15). Er hat dieser
Einheit wunderbare Verheißungen gegeben. Paulus befiehlt den Heidenchristen Roms, sich nicht
über ihre jüdischen Wurzeln stolz zu erheben (Römer 11,18). Die Kirche hat sich dennoch von dem
Auseinanderbringer blenden lassen und sich über ihre jüdischen Wurzeln erhoben. Was mag
dahinter liegen? Der Neid der Nationen über die Erwählung Israels? Wir als Kirche haben schwere
Schuld auf uns geladen, indem wir durch die Jahrhunderte hindurch das jüdische Volk enterbt,
verachtet und verfolgt haben. Jesus hat jede einzelne dieser Sünden am Kreuz auf sich geladen.
Aber wir sollten für diese Sünden vor Gott und dem jüdischen Volk Buße tun. Diese furchtbaren
Tatsachen sollen uns nicht in den Unglauben bezüglich des jüdischen Volkes bringen oder in Bezug
auf Erweckung in unserem Land, aber doch immer in unserem Bewusstsein bleiben. Und wir
sollten beten dass die Kirche und wir selbst Buße tun. Für das, wo wir schon Busse getan haben,
müssen wir nicht wiederum Busse tun, sondern für das, wo uns Gott aktuell und konkret überführt!
Denn Gott stellt sowohl die Kirche als auch das jüdische Volk wieder her und lässt die Einheit
wieder erwachsen, auf der eine große Verheißung liegt.
Sünden der Kirche gegen die Juden zu internationaler jüdischer Buße für die vergangenen (und
heutigen) Sünden Israels gegen Jesus führen wird. Es sind die Tränen der Buße der Kirche, die die
Blutflecken (an unseren Händen) wegwaschen werden.”
mit Blut befleckt”
Jerusalem und jüdischen Volk zurückkehren wird, das ihn willkommen heißt (Mt 23,38-39).
(Michael L. Brown,
Israel am Zug ist.”
Vergangenheit Wiedergutmachung tun, wenn wir in der Gegenwart und Zukunft gesegnet sein
wollen. Über David berichtet die Bibel folgende Begebenheit:
Tagen Davids, drei Jahre lang, Jahr für Jahr. Und David suchte das Angesicht des Herrn. Und der
Herr sprach: Wegen Saul und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeoniter getötet hat”
(ebd. S. 185) Es gibt ein geistliches Prinzip: Wir müssen erst für die
um die Hungersnot abzuwenden. Er fragte die Gideoniter, wie er für sie Wiedergutmachung leisten
könne.
gleichen Weise wird die Kirche ihren Weg nicht aus geistlicher Hungersnot finden bevor sie nicht
Buße tut dafür, dass sie jüdisches Blut vergossen hat. Du sagst, du seiest nicht schuldig? David war
es genauso wenig. Und doch konnte nur er den Schaden beheben. Du sagst:
nichts zu tun! Die Kirche, die die Juden verfolgte, waren keine wahren Christen!”
genauso wenig direkt mit Saul zu tun. Und oft genug haben auch hingegebene Christen den Juden
geschadet.
fasten und um Reinigung zu bitten, uns aller antisemitischen Spuren zu entledigen und die Juden
bedingungslos zu lieben – jeden einzelnen”
Rudi Pinke, Pastor des christlichen Zentrums Frankfurt, schreibt:
einen Schlussstrich ziehen, dann täuschen wir uns. Gott ist es, der diesen Schlussstrich zieht (Joel
4,21), aber erst dann, wenn wir alles durch unsere Schuld Gebundene aus Schmerz und Nöten
durch Buße wieder freigeben. Und wenn wir durch Herzensumkehr bereit sind, alles
Menschenmögliche zu tun, um wiedergutzumachen, was wir als Nation angerichtet haben. Welche
Zeitspanne uns dazu zur Verfügung steht, weiß ich nicht, aber ich befürchte, dass, wenn wir es
nicht bald schaffen, uns die Untaten der Vergangenheit einholen und ihren Preis verlangen werden.
Wir werden mit Sicherheit das ernten müssen, was wir gesät haben (Gal 6,7; Lk 12,58).”
Gemeine Erneuerung 77, S.7)
nicht um ein seichtes >>Vater, entschuldige – danke, dass du vergibst<<. Wir haben den Augapfel
Gottes angetastet. Wir, die heute Lebenden, sind Nachkommen der Generationen, die es taten … Du
und ich, wir haben eine Verantwortung, und der wollen wir uns stellen. Es stimmt nicht, dass die
Zeit Wunden heilt. Sie sind nicht geheilt, denn wir haben uns noch nicht mit dem Leid identifiziert,
haben noch nicht verstanden, was wir angerichtet haben. Tränen sind nötig, Tränen über uns,
Tränen über das Judenschicksal in der ganzen Welt. Unser entschlossenes Auf- und Dagegen-
Stehen ist nötig. Die Umkehr muss aus dem Herzen kommen. Die Liebe deckt viele Sünden zu.”
Tag”, Ev. Marienschwesternschaft Darmstadt 2000).
Praktische Anwendung
Wir müssen unser Herz erforschen, wo wie selbst antijüdische und antiisraelische Gefühle gehegt
haben oder Worte gesprochen haben und dafür Busse tun. Wir müssen erforschen, ob unsere
Vorfahren gegen das jüdische Volk gesündigt haben, und darüber stellvertretend Busse tun. Und
natürlich auch für die Christenheit insgesamt, für unsere Gemeinde und Denomination, unsere
Stadt, unsere Berufsstand – so konkret wie möglich eben. Vgl. Artikel “historische Aufarbeitung
von Schuld am jüdischen Volk”
reinigt von jeder Ungerechtigkeit”
Fußnoten:
[1]
1. James Parkes: The Conflict of the Church and the Synagoge, S.394-399 zit. in Brown Our
Hands S.95 [2]
2. zit. in Fritz May: a.a.O. S. 61; 94-95. [3]
3. aus: Werner Keller, und wurden zerstreut unter die Völker, München; Zürich 1966, S. 343-
147 [4]
4. Jost Müller-Bohn: Adolf Hitler, Verführer der Christenheit, Lahr-Dinglingen 1988, S. 155.
[5]
5. G. Jordy: Die Brüderbewegung in Deutschland, Bd. 3, Wuppertal 1986, S. 69ff.; zit. in Fritz
May: Israel zwischen Blut und Tränen. Asslar 1987, S.102. [6]
6. vgl. Michael Pragai: Sie sollen wieder wohnen in ihrem Land, Gerlingen 1990, S.102
Literatur:
Dr. Michael L. Brown: Unsere Hände sind mit Blut befleckt. Die tragische Geschichte der
“Christen” und Juden. Megamedien und CFRI 2000, ISBN 3-933461-21-9.
Flannery, Edward H.: The Anguish of the Jews. Twenty-Three Centuries of Antisemitism. ISBN 0-
8091-2702-4