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Wie kann man den Code von Römer 11 knacken? oder Die Ersatztheologie und wir

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Wie kann man den Code von Römer 11 knacken? oder Die Ersatztheologie und wir

In den allermeisten Bibelschulen und theologischen Seminaren in Deutschland befindet sich Römer 9-11 nicht auf dem Lehrplan. Wie ist das in Ihrem Land? Diese Tatsache erinnert an Praktiken der Juden, die bei der jährlichen Torah-Lesung seit Jahrhunderten den Psalm 53 weglassen. Sie kennen den Psalm 53 nicht.
Es ist doch mehr als auffällig, dass Juden diese Schlüsselstelle niemals lesen und in vielen Kirchen Römer 9 – 11 ebenfalls nicht gelehrt wird. Der Grund dafür liegt darin, dass der Jesaja 53, ein messianischer Psalm, nicht in das Konzept der Juden passt – genauso wenig wie Römer 9 – 11 in das Konzept der meisten Gemeinden passt, die Ersatztheologie lehren. Dennoch steht sowohl der Jesaja 53 als auch Römer 9- 11 in der Bibel.

Hat Gott sein Volk verstoßen?

Obwohl viele Juden (nicht alle) den Messias abgelehnt haben, versichert Paulus den Römern, dass Gottes Auserwählung unwiderruflich ist „Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er vorher erkannt hat (Römer 11,2). Sonst wäre auch Paulus verstoßen gewesen: „Denn auch ich (Paulus) bin ein Israelit aus der Nachkommenschaft Abrahams, vom Stamm Benjamin“ (Römer 11,1). Paulus bestätigt dies in Römer 11,29 nochmals: “ Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar“. Doch die Kirche hat die Warnung Paulus, sich nicht über die Wurzeln zu erheben „sei nicht stolz, sondern fürchte dich! “ (Römer 11,20) nicht beachtet. Paulus führt ganz klar aus „Wenn aber nun einige (Juden, nicht alle!), von den Zweigen ausgebrochen wurden und du (wir Heidenchristen), der du ein Wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum (ein Bild für Israel) eingepfropft worden bist und teil bekommen hast an der Wurzel (siehe unsere übersicht) und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen.“ (Römer 11,17 u. 18).

Im Gegenteil: Nicht Gott, sondern die Christen haben die Juden verstoßen. Ersatztheologie ist tief verwurzelt im christlichen Denken und in der christlichen Tradition. Dahinter steht die Idee: Weil die Juden Christus abgelehnt haben, hat auch Gott sie als sein auserwähltes Volk verworfen und seitdem gebraucht er die Kirche statt Israel um sein Erlösungswerk auf der Erde zu vollenden. An die Stelle der Juden als auserwähltes Volk des Bundes tritt die Kirche als das „Neue Israel“. (Genau davor hat Paulus gewarnt!!!) Diese weit verbreitete Meinung ist jedoch nicht im Neuen Testament zu finden. Es ist eine Lehre, die auf das Konzil von Nicäa zurückgeht. Im Jahr 325 n. Chr. fand das erste ökumenische Konzil der christlichen Kirche in Kleinasien statt. Dieses Konzil von Nicäa wurde von dem römischen Kaiser Konstantin I einberufen – zwölf Jahre nachdem er im Römischen Reich den Staat mit der Kirche vereinigte. Er identifizierte den christlichen Gott mit seinem Sonnengott. Das Konzil legte weiterhin fest, dass das Osterfest am Sonntag nach dem jüdischen Passahfest gefeiert werden sollte. Es wurde festgelegt, nicht mehr den Gewohnheiten der Juden zu folgen, die verdorbene Schufte! – ihre Hände befleckt haben mit einem ruchlosen Verbrechen…. Es ist daher passend, wenn wir die Praktiken dieses Volkes zurückweisen und in aller Zukunft das Begehen dieses Festes auf eine legitimere Art feiern. Lasst uns also nichts gemeinsam haben mit diesem äußerst feindlichen Pöbel der Juden.“ (Eusebius, De vita Constantini, III 18f., zit. in Jörg Ulrich, Euseb von Caesarea und die Juden, Berlin/New York 1999, S. 239). Dies war die Zeit, in der das zentrale Ereignis der Geschichte, die Entstehung des christlichen Glaubens, aus seinem jüdischen Kontext herausgerissen wurde.

Es gibt Christen, die sagen: Die Juden haben Mose und die Propheten, lass sie auf diese hören!“ Doch wie können die Juden erfahren, dass sich die messianische Prophetie erfüllt hat, wenn sie nicht im Neuen Testament lesen. Andere sagen, lasst sie in Ruhe! Sie sind Gottes Volk und nun wieder in ihrem Land!“ Das genügt nicht, dass die Juden wieder in ihrem Land sind. Das ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist, dass sie ihn eine persönliche Beziehung zu Gott kommen müssen.

Es hat immer einen Überrest von Juden gegeben, die im vollen Vertrauen und willigem Gehorsam mit Gott wandelten. Gott hat durch die Generationen weiter mit diesem Überrest Geschichte geschrieben. Bis auf den heutigen Tag. Beispiele: Noah – in der Zeit der Sintflut (1. Mose 7,23) Die Söhne Levis – als Israel um das goldene Kalb tanzte (2. Mose 32,26) Josua und Kaleb – als alle anderen nicht glaubten (4. Mose 14,30) Siebentausend Menschen – als die Menge ihre Knie vor Baal beugte (1. Könige 19,14-18) Daniel und seine Freunde – als die anderen dem gottlosen König gehorchten (Daniel 3,12; 6,12.13) und vor zweitausend Jahren bestand dieser Überrest aus Yeshua (Jesus) und seinen Nachfolgern.

Paulus und die anderen Apostel versuchten einfach, ihre Sicht von Yeshua als Messias zur normativen Sicht für die gesamte jüdische Gemeinschaft zu machen. Es ging ihnen nicht darum, sich von der jüdischen Gemeinschaft zu lösen und eine völlig neue Religion zu gründen. Die Vorstellung, Paulus habe eine neue Religion gegründet, ist etwa so absurd wie die Vorstellung, Yeshua sei gekommen, um eine neue Religion zu gründen. Erst in der dritten Generation nach dem Apostel Paulus begann das „Christentum“ Gestalt anzunehmen, das letztlich zur „Christenheit“ wurde.

In der Gemeinde von Antiochia – und vielen, wenn auch nicht allen heidenchristlichen Gemeinden der ersten Zeit – war es eine Selbstverständlichkeit, die jüdischen Feste und den Sabbat zu feiern. Es gab in der Urkirche keine Bestrebungen, sich von diesen historischen und biblischen Praktiken zu lösen, denn die ersten Gläubigen blieben einfach Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft. Es ist sehr interessant, dass Paulus den Heidenchristen in 1. Kor. 5, 7-8 die Feier des Passafestes empfiehlt, wenn nicht sogar anmahnt: „Auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist. Darum lasst uns das Fest feiern … im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.“ Er spricht spezifisch vom Fest der Ungesäuerten Brote, zu dem das Passafest gehört.

Die Kirche behielt dieses Fest also bei. Ich glaube, es gibt keinen Zweifel daran, dass das Passafest zur Zeit des Paulus und bis ins frühe 2. Jahrhundert hinein gefeiert wurde. Erst als die Kirche im Westen, im lateinischen Sprachraum Einfluss gewann, begann sie, darauf Wert zu legen, weniger mit den Juden zu tun zu haben. Der Konflikt wurde immer größer, bis die westliche Kirche jegliche Verbindung mit dem jüdischen Volk loswerden wollte. Deshalb gab es Bestrebungen, die Daten für die Feier von Jesu Tod, Begräbnis und Auferstehung so zu ändern, dass sie nicht mit dem jüdischen Festkalender übereinstimmten.

Wir müssen zurückgehen und eine neue Wertschätzung der Bibel Jesu und der Apostel finden, denn sie ist das Fundament unseres Glaubens. Wir müssen ein für allemal begreifen, dass der Glaube Yeshua und der Apostel ein hebräischer Glaube war, fest verwurzelt in der hebräischen Schrift. Dann müssen wir beginnen zu klären, was von unserem christlichen Tun und Glauben im Buch begründet ist. Was es nicht ist, müssen wir dann neu bedenken, neu bewerten und reformieren. Und wir müssen durch Wiederherstellen reformieren. Wir müssen zurückgehen zum Buch – eine echte Zurück-zur-Bibel-Bewegung, wenn man so will -, darin lesen, was dort steht, und es so deuten, wie es dort steht. Nur dann können wir entdecken, was von unserem Tun nicht in ihr begründet ist, und es entsprechend ändern. Wir werden mit Sicherheit feststellen, dass jeder authentische Ausdruck christlichen Glaubens eine jüdische Wurzel hat.

Die Geschichte der Christenheit bringt den traurigen Beweis, wenn man Yeshua (Jesus) von seinen jüdischen Wurzeln trennt, wenn man ihn loslöst vom historischen Eingebettetsein in Gottes unwiderruflichem Bund mit dem Volk der Juden, wird das Ergebnis eine Ersatztheologie, eine feindselige Einstellung zum Judentum und sogar Antisemitismus gegen die Juden sein. So haben Luthers Schriften gegen die Juden die Grundlage für den Holocaust gelegt. Hätte Yeshua zu Hitlers Zeiten in Deutschland gelebt, wäre er mit seinen jüdischen Brüdern und Schwestern in den KZs gelandet! Wenn die Kirche sich nicht von ihren jüdischen Wurzeln abgeschnitten hätte, hätte das niemals so passieren können.

„So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählt habe! So spricht der HERR, der dich gemacht und bereitet hat und der dir beisteht von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun, den ich erwählt habe! Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, dass sie wachsen sollen wie Gras zwischen Wassern, wie die Weiden an den Wasserbächen.

Dieser wird sagen „Ich bin des Herrn“, und jener wird genannt werden mit dem Namen „Jakob“. Und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben „Dem Herrn eigen“ und wird mit dem Namen „Israel“ genannt werden. (Jesaja 43,44)

Written by freundisraels

2010/03/31 um 14:12

Veröffentlicht in Allgemeines

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