Schofar of E-rez Jis-ra-el

Sch´mah Israel JHWH Eloheim JHWH Echad 5 Mose 6:4

Biblische Feste

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Kuriosität des jüdischen Kalenders:
Der jüdische Kalender muss von zwei Seiten betrachtet werden: einmal gibt es den bürgerlichen Kalender, der im Herbst im Monat Tischri mit Rosch HaSchana, dem jüdischen Neujahrsfest, beginnt. Das entspricht dem siebten Monat gemäß des religiösen Kalenders, der im Frühling mit dem Monat Nissan beginnt, in dem Pessach gefeiert wird.

Dieser „Doppelkalender“ kam deshalb zustande, weil viele Monatsnamen erst während der babylonischen Gefangenschaft aus der dortigen Sprache übernommen wurden. Davor sprach man in den meisten Fällen nur z.B. vom „zweiten Monat, siebten Monat“ usw. Wie der jüdische Kalender aufgebaut ist, kann man dem entsprechenden Link im vorigen Absatz entnehmen.

Wenn von „jüdischen“ Festen gesprochen wird, meint man damit zumeist die biblischen Feste. Natürlich gibt es auch bürgerliche Feste wie z.B. Jom HaSchoa (Holocaustgedenktag), Jom Jeruschalajim (Jerusalemtag), Jom HaAtzma’ut (Unabhängigkeitstag), Bar Mitzwa (Religionsmündigkeit) und einige andere. Hier wollen wir uns jedoch nur mit den biblischen Festen befassen.
Worum geht es bei den jüdischen Festen?
(Kurzer Auszug aus amzi)

Die jüdischen Feste dienen dazu, dass sich Gottes Volk Jahr für Jahr daran erinnert, wie Gott es versorgt, geführt und geheilt hat. Auch Jesus, die Apostel und die ersten Gemeinden feierten diese Feste (Lukas 2,41ff; Matthäus 26,17ff; Johannes 7; Apostelgeschichte 2,1). Sie weisen auf Gottes Erlösungsplan und auf Jesus als den Messias Israels hin, von Seinem Sterben bis zur Errichtung des messianischen Königreichs.

Die vier Frühlingsfeste sind eng miteinander verbunden. Das Passahfest, das Fest der ungesäuerten Brote, das Fest der Erstlingsfrüchte und das Wochenfest (Schawuot) finden ihre Erfüllung im ersten Kommen des Messias und des Heiligen Geistes. Die biblischen Herbstfeste Rosch HaSchana, Jom Kippur und Sukkot weisen hingegen auf die Ereignisse bei der Wiederkunft Jesu hin (amzi).
Die Feste:
Die einzelnen Feste sind Rosch HaSchana, Jom Kippur, Sukkot, Chanukka, Purim, Pessach, Schawuot. Als wöchentlich wiederkehrendes Fest gilt der Schabbat. Alle Feste, außer Purim und Chanukka, sind Gottes Anweisungen in der Thora [die Thora besteht aus den 5 Büchern Mose; sie ist der erste und wichtigste Teil des Tenach, der hebräischen Bibel, also des Alten Testaments. Der Tenach setzt sich aus drei Teilen zusammen: der Thora (Weisung), Nevi’im (Propheten) und Ketuvim (Schriften)]. Jedoch haben auch diese beiden Feste biblische Grundlagen: Purim bezieht sich auf die Errettung des jüdischen Volkes, wie im Buch Esther beschrieben, und Chanukka auf die Wiedereinweihung des zweiten Tempels nach dem Makkabäeraufstand, wie im Buch der Makkabäer (apokryph) und auch im Talmud (Schriften nach dem Tenach) beschrieben.

Es gibt drei Hauptfeste, die Wallfahrtsfeste Pessach, Schawuot und Sukkot, an denen die Gläubigen damals von überall nach Jerusalem zum Tempel auf dem Zionsberg pilgerten und dort opferten. Seit der Tempelzerstörung im Jahr 70 nChr. durch die Römer wird zwar nicht mehr geopfert, aber dennoch kommen zu diesen Festen Tausende von Juden aus aller Welt nach Jerusalem und inzwischen schließen sich auch immer mehr Christen an. Ganz besonders zu Sukkot, dem Laubhüttenfest, werden überall auf der Welt Gruppenreisen organisiert, bei denen die Christen dann im traditionellen Straßenumzug den Juden und Israel ihre Solidarität bekunden, was unter den Juden wiederum eine vorsichtig anwachsende Sympathie den Christen gegenüber hervorruft, die geschichtlich gesehen ja ziemlich gelitten hatte.

Mit Ausnahme von Jom Kippur, das von Buße und Fasten geprägt ist, sind die anderen biblischen Feste generell neben allem Ernsten von Fröhlichkeit gekennzeichnet, denn es geht prinzipiell um Hoffnung, Errettung, Erneuerung und Vergebung, Es geht um Gottes Heilsgedanken mit uns Menschen und das ist doch wirklich ein Grund zur Freude! Meist hat jedes Fest seine typischen Speisen.

Die traditionell christlichen Feste finden hingegen keine Erwähnung in der Bibel. Besonders deutlich wird das im Artikel über Weihnachten, in dem es nicht nur um das Thema Weihnachten geht, sondern auch um diese Thematik im Allgemeinen. Bei kritischer Betrachtung der geschichtlichen Enstehung der traditionell christlichen Feste wird u.a. deutlich, warum immer mehr Christen weltweit zu ihren jüdischen Glaubenswurzeln zurückfinden. Darum geht es auch in dem Artikel von Ludwig Schneider (nach dem folgenden Ausschnitt). Eine ausführliche, sehr gute Ausarbeitung über die biblischen Feste findet sich hier.

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Über eine messianische Gemeinde:
Aus der Januar-Ausgabe ’09 der monatlichen Zeitschrift Israel Heute:

Curt Landry, Pastor einer messianischen Gemeinde in Oklahoma/USA unterstützt mit seinem Dienst House of David mehrere Projekte in Israel. In derselben Ausgabe des nachfolgenden Artikels steht über ihn an anderer Stelle: „Landry lehrt, dass Juden und Heiden, die zusammen beten, Zeichen und Wunder sehen werden. House of David kommt als Gemeinde am Freitag zusammen und hält den Schabbat sowie die sieben biblischen Feste. Bei weitem nicht alle Christen akzeptieren diese Einhaltung der biblischen jüdischen Feiertage. ‚Es ist ein Kampf. Viele werfen uns vor, gesetzlich zu sein,‘ sagt Landry. ‚Aber das ist nicht so. Es geht um die Verbindung mit dem Herrn. Und das ist ein ewiger Bund. Die Bibel sagt an keiner Stelle, dass die Feste bis zu einer gewissen Zeit gehalten werden sollen und dann aufhören. Es hat nichts mit der Errettung zu tun. Es hat etwas mit dem Segen zu tun, der fließt, wenn man die Feste zu ihrer Zeit hält.'“

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Darf ein Christ
jüdische Feste feiern?
Israel Heute, Ausgabe Januar 2009, Ludwig Schneider


Heinrich Heine schrieb: „Da verlässt ein Vogel seinen Käfig, umfliegt die ganze Erde, um am Ende wieder in seinen Käfig zurückzukehren“. Da durchziehen die Juden alle Welt, um am Ende wieder nach Zion zurückzukehren. Da durchlaufen die Christen alle theologischen Meinungen, um nun wieder zu ihren biblisch-jüdischen Wurzeln zurückzukehren. Dass sich heute immer mehr Christen für die jüdischen Feste interessieren, ist Endzeit bedingt, denn mit ihrer Rückkehr zu ihrem Glaubensursprung schließt sich der Kreis der Heilsgeschichte. So wie die Juden die Diaspora verlassen und nach Zion zurückkehren, verlassen die Christen den hellenistischen Exkurs und kehren zu ihren jüdischen Glaubenswurzeln zurück – und damit auch zu den jüdischen Festen, die von Gott als „ewiggültige Satzungen“ eingesetzt sind und nicht nur den Juden, sondern auch dem Fremdling gelten (4. Mose 15,15).

Die drei biblischen Wallfahrtsfeste sind Pessach, Schawuot (Wochenfest) und Sukkot (Laubhüttenfest). Wie „christlich“ die jüdischen Feste sind, wird z.B. am Pessachfest deutlich. Das Pessachfest sollte man original anhand der „Haggada schel Pessach“ (Pessachgeschichte) feiern. Das hebräisch-deutsche Haggada-Liturgie Heft umfasst 64 Seiten. Der Anfang der „Haggada schel Pessach“-Liturgie geht auf das 5. Jahrhundert v.Chr. zurück, d.h. als Jesus mit seinen Jüngern am Sederabend des Pessachfest zelebrierte, feierte er es bereits in etwa so, wie wir es heute noch feiern.

Das achttägige Fest der ungesäuerten Brote (Mazzot) beginnt mit dem Sederabend. Seder heißt ‚Ordnung‘, weil alles nach biblischer Ordnung zelebriert wird und auf der Seder-Tafel alles seine vorgeschriebene Ordnung hat:

  • Drei Mazzot-Scheiben (Abraham, Isaak und Jakob)
  • Petersilie (Warten auf Erlösung)
  • Salzwasser (Tränen der Sklaven)
  • Meerrettich (Bitterkeit des Unerlöstseins)
  • Latwerge-Nussmus (Lehm der Sklavenarbeit)
  • Ungebrochener Lammknochen (Opferlamm)
  • Ei (Tempelopfer)

Der Hausvater bricht die mittlere Mazzascheibe – die des Isaak, der geopfert werden sollte, und an dessen Stelle Jesus geopfert wurde – in zwei Hälften und wickelt eine Hälfte als Afikomen in weißes Leinen und begräbt bzw. versteckt sie.

Die häusliche Sederfeier dauert 4 bis 5 Stunden. Man liest die Haggada, betet und singt, isst ein köstliches Mahl und trinkt vier Gläser Wein. Diese vier Gläser heißen: 1. Wir wurden herausgeführt aus der Sklavenschaft; 2. Wir wurden errettet; 3. Wir wurden erlöst und 4. Wir wurden angenommen, d.h. das Herausgeführtsein aus der Sünde ist erst der Anfang unserer vollständigen Erlösung und Annahme.

Auf dem Tisch steht der schönste Kelch des Hauses, der Koss Elijahu, der Kelch des Elia, der den Messias ankündigt. Dann suchen die Kinder das Afikomen. Wer es gefunden hat, bekommt vom Hausvater ein Geschenk verheißen, das dieser 50 Tage später einlösen muss (Anm.: als Erinnerung an Jesu Versprechen, den Heiligen Geist zu schicken, der dann 50 Tage später zu Pfingsten kam).

Die Feier endet mit dem Lied Chad Gadja – dem Lamm, das durch seinen Tod den Tod tötet. Da Jesus mit seinen Jüngern den Sederabend feierte und an diesem Sederabend das Abendmahl einsetzte, nahm er die gebrochene Scheibe Afikomen und sprach „dies ist mein Leib, der für euch gegeben wurde,“ und nahm den Kelch des Elia und sprach „Dies ist mein Blut, das für euch vergossen wurde“. Danach beginnen die acht Pessachtage, an denen man nur ungesäuertes Brot und ungesäuerte Speisen isst.

Am zweiten Pessachtag beginnt die 50-tägige Omer-Zählung, denn Pessach und das Wochenfest Schawuot, das wegen des 50. Tages nach Pessach bei Christen Pentecosta – Pfingsten heißt (kommt aus dem Koiné-Griechisch und heißt „fünfzigster Tag“), gehören zusammen. Daher versammelten sich genau am 50. Tag die Jünger, um die „Verheißung des Vaters“, den Heiligen Geist, den Jesus ihnen am Pessach-Sederabend versprochen hatte, zu empfangen.

Wir sehen an dem Pessachfest, dass ein Christ sehr wohl die sogenannten jüdischen Fester feiern kann, weil sie zu den christlichen Glaubenswurzeln gehören.

Written by freundisraels

2010/04/14 um 14:32

Veröffentlicht in Allgemeines

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