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Evangelische Allianz und Freimaurertum

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Erich Brüning

Evangelische Allianz und Freimaurertum

 

In christlichen Kreisen herrscht über diese Zusammenhänge eine erschreckende Unkenntnis, so daß die freimaurerische Ideologie das christliche Lager zu korrumpieren vermochte. Obwohl die Heilige Schrift mit aller Deutlichkeit auf diese endzeitlichen Gefahren hinweist, befinden sich viele Kirchen, Freikirchen und Missionswerke in dem ideologischen “Bereich des blauen Schattens”, dem Freimaurertum.

Das große Ziel des Freimaurertums ist die Eliminierung das Christentums.
Darüber existiert ein weit über hundert Jahre alter “Plan”, der höchsten Persönlichkeiten aus Kirche und Politik bekannt war. Papst Leo XIII. nahm in seiner Enzyklika “Humanum genus” vom April 1884 dazu Stellung.

Der Siegeszug freimaurerischen Einflusses setzt sich gegenwärtig im evangelikalen Lager fort. Nachdem Charismatiker, Pfingstler, Adventisten, Protestanten, Orthodoxe und Katholiken, sich unter dem Papstwort: “Uns eint mehr als uns trennt”! bei missionarischen Aktionen zusammenfinden, ist das freimaurerische Pluralitäts- und Toleranzdenken auch der Deutschen Evangelischen Allianz längst nicht mehr fremd. Das ist nicht verwunderlich.
Waren doch außer dem Mitbegründer und Freimaurer Thomas Chalmers, auch manch anderem Allianzglied die freimaurerischen Maximen nicht unbekannt. ,,Wir Freimaurer der Tradition gestatten uns das Wort eines berühmten Staatsmannes zu verdeutlichen und zu akzentu­ieren (transposer), indem wir es den Umständen angleichen: Katholiken, Orthodoxe, Protestanten, Muselmanen, Hinduisten, Buddhisten, Freidenker und gläubige Denker sind bei uns nur Vornamen. Unser Familienname ist Freimaurerei.”

Christliche Akzente im Freimaurertum

Daß es eine Art “Christliche Freimaurerei” gibt, ist wenig bekannt.

Die “Christliche Freimaurerei” stammt aus dem Vorstellungskreis christlicher Ritterorden im 18.Jh. Dazu gehört u.a. das Schwedische – bzw. Zinnendorfsche System mit den Großlogen von Schweden, Norwegen, Dänemark.
Dazu gehört die Große Landesloge von Deutschland, sowie die Hochgrade der Großen National-Mutterloge “Zu den drei Weltkugeln” in Berlin.

Die Ordenslehre betont den Charakter eines christlichen Ritterordens, wobei man den Glauben an Gott und an die Unsterblichkeit der Seele als Postulate der Vernunft versteht. Das System gründet sich auf die reine Lehre Jesu, wie sie in den Evangelien dargeboten wird. Die Bibel gilt als “das größte Licht aller Lichter”. Das “Christliche System” zeigt besonders in den Hochgraden den mystisch-theosophischen Einfluß Swedenborgs.

Das Freimaurer-Lexikon schreibt hierzu:“Die streng christlich-mystische Lehrart mit ihrer die Erziehung der Mitglieder zu innerlich freien Menschen (“Freiheit von Gebundenheit”) anstrebenden Ordensregeln, mündet in einer formschönen und mit der symbolischen Darstellung religiöser Erlebnisse stark durchsetzten Ritualistik in der Person des eigentlich unsichtbaren Obermeisters Christus, der die gesamte Ritterbruderschaft in ihrer Gotteskindschaft vereinigt”. Das höchste Ziel des Ordens liegt in den beiden höchsten Graden und der Vereinigung der Brüder untereinander zu einer geistigen, christlichen Ritterschaft unter der Kreuzesfahne und der Vereinigung mit Gott (Unio mystica) als Mittelpunkt der ewigen Liebe.

Der Abschnitt zeigt deutlich, wie differenziert im Grunde die Logensysteme des Freimaurertums sind und wie schwer übersehbar. Sektiererische Züge sind hierbei unverkennbar.
Eine erschöpfende Darstellung des freimaurerisch Christlichen Systems, kann hier nicht erfolgen. Es würde den Rahmen der Darlegung sprengen.

Bedeutsam ist, auch hier ist der Gebrauch biblisch christlicher Begriffe angezeigt. Das System ist bewußt religiös mit mystisch-magischen Akzenten.

Die Evangelische Kirche und das Freimaurertum

In den Jahren 1972 und 73 kam es zu mehreren Gesprächen zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche und Freimaurern, die zur Klärung des Verhältnisses zwischen Freimaurern und der evangelischen Kirche dienen sollten. Kirchliche Teilnehmer bei der Arnoldshainer Konferenz, war die VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands) und die EKD (Evangelische Kirche Deutschland). Von freimaurerischer Seite war es Dr. Theodor Vogel, Alt-Großmeister der Vereinigten Großlogen Deutschlands. Das Gespräch wurde in neun Punkten zusammengefaßt.

Unter Punkt 6 heißt es: Ein genereller Einwand gegen eine Mitgliedschaft evangelischer Christen in der Freimaurerei kann nach Meinung der evangelischen Gesprächsteilnehmer nicht erhoben werden.

Unter Punkt 7 heißt es: Falls es in einzelnen evangelischen Landeskirchen Ordnungen geben soll­te, die diesen Feststellungen entgegenstehen, sollten sie aufgehoben werden.

Der Punkt 8 lautet: Die kirchlichen Vertreter baten die Freimaurer, in geeigneter Weise dazu beizu­tra­gen, daß ein höheres Maß von Information vermittelt wird, um Vorurteile abzubauen.

Die wohlwollende und positive Grundhaltung der Kirchenmänner dem Freimaurertum gegenüber war unverkennbar. Das Internationale Freimaurer Lexikon schreibt z.B. über den bekannten Freimaurer Dr. theol. Gotthilf Schenkel, daß er sich bemühte, die “wesenhafte und schicksalhafte Verbundenheit zwischen Freimaurertum und Protestantismus” aufzuzeigen. Beide entspringen im letzten Grunde der gleichen geistigen Quelle, nämlich dem freien Gewissen und der frommen Innerlichkeit…”

Der Protestantismus fordert keine starre unbedingte Glaubensbindung sondern er gesteht seinen Bekennern das Recht zu, den Glauben zu einer rein persönlichen Angelegenheit zu machen. Das entspricht genau der Auffassung des Freimaurertums, das ihren Mitgliedern dieses Recht zuspricht.
Ähnlich heißt es in R.G.G. (Religion in Gegenwart und Geschichte) Bd.2, S.1117:
“Protestantismus und Freimaurertum werden in der katholischen Polemik gerne zueinander in Beziehung gebracht, weil beide das Prinzip der freien eigenen Gewissensverantwortung betonen”.

Der Jesuit Dr. H. Brauweiler betont ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Protestantismus und Freimaurertum wenn er schreibt:
“Man kann sagen, daß die Freimaurerei, wie sie auf protestantischem Boden entstanden ist und in der Gestaltung die sie in Deutschland gefunden hat, ganz vom protestantischen Geist beeinflußt ist”.
Konser­vative Katholiken behaupten sogar: “Ohne 1517 kein 1717”.

Das heißt im Klartext, Luthers Thesenanschlag um das Jahr 1517 war mehr oder weniger Auslöser der Entstehung und Gründung der Großloge in England 1717.
So gesehen könnte man sagen, die Reformation hat zumindest die Voraussetzung für eine Entwicklung des Freimaurertums gefördert.
Das soll jedoch nicht heißen, daß die Freimaurerei eine beabsichtigte Folge der Reformation war. Durch sie wurden lediglich Kräfte frei, begünstigt durch die Glaubenskriege, die durch die Reformation ausgelöst wurden, die ein Verlangen nach Frieden und Toleranz förderten. Darin lagen günstige Voraussetzungen zur Gründung der Freimaurerei.

Martin Hohl bemerkt in seiner Geschichtsarbeit an der damaligen FETA/Basel, daß bei den in seinen Ausführungen berücksichtigten Autoren darin weitgehend Übereinstimmung herrsche, daß die zentralen Ideen der Glau­bens- und Gewissensfreiheit, sowie der Toleranz, ihren Ursprung im Protestantismus haben. Das stimmt mit der Auffassung des “Allgemeinen Handbuchs der Freimaurerei” / Leipzig 1900) überein, in dem es heißt, daß “der Freimaurerbund das Resultat der Reformation ist”.

Zusammenfassend kann zumindest gesagt werden, daß die Reformation die Entwicklung des Freimaurertums positiv beeinflußt hat.

Einen beachtlichen Einfluß auf evangelischem Territorium, erreichte das Freimaurertum innerhalb der größten protestantischen Kirche in den USA, den Südlichen Baptisten.Hier hat man keine Bedenken gegenüber einer Mitgliedschaft in den Freimaurerlogen. Daher ist es nicht verwunderlich, daß von den 3,5 Millionen Freimaurern in den USA, allein 1,3 Millionen Baptisten sind.

Hinzu kommen aus dem evangelikalen Lager der EmK (Evangelisch methodistische Kirche) eine unbekannte Zahl, die sich zum Freimaurertum bekennen. Das verwundert weiter nicht. War doch bei dem Begründer des Methodismus, John Wesley, universalistisches Denken und Weltbürgertum nicht fremd. So ist es nachvollziehbar, daß ihn diese Anschauung später veranlaßte, Mitglied der Loge in England zu werden.

Im Laufe der Geschichte bekannten sich mehr und mehr kirchliche und evangelikale Persönlichkeiten zum Freimaurertum. Durch sie entstanden christliche Vereinigungen, Bünde und Clubs, die eine schnelle Verbreitung des freimaurerischen Universalismus und der “Weltbürgeridee” ermöglichten. Zu solchen Gründungen gehören u.a. die Evangelische Allianz, der CVJM (Christliche Verein Jun­ger Männer), der Lyons-Club und der Rotary-Club usw.
Es ist unverständlich, daß sich bibelgläubige Christen mit dem freimaurerischen Mystizismus einlassen, der in letzter Konsequenz in Gott lediglich ein “regulatives Prinzip” versteht. Paulus sagte warnend, man kann nicht an zwei Tischen sitzen, am Tisch der Dämonen und am Tisch des Herrn. Unbegreiflich ist jedoch, daß Männer, die sich in christlichen Missionen verdient gemacht haben, einreihten in die weltweite “Bruderkette des Freimaurertums”.

Zu ihnen gehörte, wie später gezeigt wird u.a. John Wesley, Henry Dunant, Prof. Schenkel, Dr. Schenkel, Lord Shaftesbury, Thomas Chalmers, Graf Zinzendorf etc. Ausführliche Personenbeschreibung findet sich in Kap.8. –
Daß die freimaurerische Philosophie Einfluß auf die gegründeten Bewegungen hatte, liegt auf der Hand. Schon die Heiligungslehre Wesleys verlangte ein persönliches Mitwirken bei der Heiligung und Vervollkommnung, die ein Prinzip freimaurerischer Philosophie ist.

Die Evangelikalen und das Freimaurertum.

Wer sich zum Freimaurertum bekennt, bekennt sich zum Mystizismus, zum Okkultismus, zu freimaurerischem Symbolwesen und Maximen Humanität, Toleranz, Pluralismus, Relativismus und Pragmatismus. Wer sich zum Freimaurertum bekennt, unterstützt wissentlich oder unwissentlich, den Plan Luzifers, nämlich die Liquidierung des Christentums.
Wie weit die unten erwähnten Männer sich dessen bewußt gewesen sind, wiewohl sie sich in der christlichen Mission verdient gemacht haben, kann und soll hier nicht beurteilt werden.
Die Frage lautet: Was bewog die Männer sich der Freimaurerei zuzuwenden? Wer waren nun diese Männer?

John Wesley

John Wesley (1703-1791) war Begründer des Methodismus in England. Diese Bewegung wurde zur größten Kirchenbildung in der Geschichte der Christenheit. In der Broschüre “Methodismus in Dokumenten”, schreibt Lic. theol. D. D. Theophil Spörri über Wesley:
“Wir wollen nicht vergessen, daß wir zu der irdischen Gefolgschaft eines Mannes gehören, der sich als Christ dazu bekannte, auch “Weltbürger” (Citizen of the World) zu sein”.

Weltbürgertum und Weltbürgersinn sind Charakteristiken des Freimaurertums. Der Philosoph Fichte sagt vom Freimaurer: “Vaterlandsliebe ist seine Tat, Weltbürgersinn sein Gedanke”.

John Wesley bekannte sich auf Grund seines Weltbürgersinns in seinem späteren Leben zum Freimaurertum. Das Intern. Freimaurer Lexikon schreibt auf S. 1697:
“Wesley, John, englischer Geistlicher (1703 -1791) Begründer der Methodistengemeinschaft, wurde in hohem Alter Mitglied der Union Lodge of St. Patrick Nr.367 in Downpatrick / Irland”.

Was zog Wesley noch am Ende seines Lebens zu dieser Philosophie?
In dem 1. Hauptstück des Konstitutionsbuches, einer normativen Schrift der Freimaurer, verfaßt von dem schottischen Theologen und Freimaurer James Anderson, heißt u. a:
“So hält man es doch jetzt für ratsam, sich (Freimaurer) bloß zu der Religion zu verpflichten, in welcher alle Menschen übereinstimmen und jedem seine besondere Meinung zu lassen”. Diese Schrift lag bereits im Jahre 1723 vor.
Warum ließ sich Wesley trotzdem in die Loge aufnehmen? Denn mit seinem Eintritt bekannte er sich zur Symbolik und zum Ritual und deren mystisch-okkulten Konsequenzen.
Unbegreiflich! Ein gesegneter Evangelist begibt sich freiwillig in den “Bereich des blauen Schattens”.

Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf

Daß Zinzendorf Freimaurer war, ist wenigen bekannt. Sein Hang zum Mystischen kommt besonders bei seiner Passionsbetrachtung zum Ausdruck. Darin zeigen sich unbestritten mystisch-spiritualistische Elemente. Von daher war der Schritt in eine Loge für ihn kein großes Problem. Einen zwar knappen Bericht über Zinzendorfs Logenzugehörigkeit, bringt Eugen Lennhoff, Mitverfasser des Intern. Freimaurer Lexikon. Graf Ludwig von Zinzendorf erscheint im Personenverzeichnis seiner Schrift “Die Freimaurer”. Darin zitiert Lennhoff das “Journal für Freimauer” aus dem Jahre 1784. Darin wurde berichtet, daß in der Burg des Grafen Hodwitz “Loge gehalten wurde”. Lennhoff schreibt:
“Der ´Bauhütte` (Loge) gehörten zumeist Angehörige des höchsten Adels an; die Logenlisten verzeich­­neten den Prinzen von Hessen-Rheinfels … Zinzendorf, also lauter Herren, die bei Hofe ein- und auszugehen pflegten”.

Mit diesem sehr knappen Bericht soll eigentlich nur gezeigt werden, daß das freimaurerische Wesen selbst auf christlich engagierte Personen Einfluß hat. Der Kardinalgedanke der Darlegung ist auf gar keinen Fall Zinzendorf als einen Freimaurer “aufzubauen”, sondern vielmehr zu zeigen, wie groß der Ein­fluß und die Anziehungskraft des geistig-mystischen Logenlebens auch auf christliche Männer gehabt hat. Daß bei Zinzendorf gewisse weltanschauliche Tendenzen vorhanden waren, zeigt der Auszug aus den Statuten von Herrnhut. Zitat:
“Herrnhut … soll in beständiger Liebe mit allen Brüdern und Kindern Gottes in allen Religionen stehen, kein Beurteilen, Zanken oder etwas Ungebührliches gegen Andersgesinnte vornehmen, wohl aber sich selbst … und die Gnade unter sich zu bewahren suchen”.
Kann es in allen Religionen Kinder Gottes geben? Diese Auffassung wird heute gerne vertreten, um damit den ökumenischen Gedanken mehr und mehr zu realisieren.
Zum Beispiel in den Aktionen von ProChrist und den Bestrebungen der Evangelischen Allianz, die Zusammenarbeit möglichst aller Denominationen zu bewerkstelligen. Die Statuten offenbaren durchaus ökumenisches Verständnis. Sie weisen auf ein “universales” Denken hin, ähnlich dem Weltbürgerdenken Wesleys.

Henri Dunant (1828-1910)

Als 1847 in Genf die Schweizerische Evangelische Allianz gegründet wurde, berief man Henri Dunant in die Stellung des Sekretärs. Dunant war Freimaurer und Begründer des Internationalen Roten Kreuzes. Das Intern. Freimaurer Lexikon würdigt seine humanitäre Leistung als die eines verdienten Freimaurers. Es muß erwähnt werden, daß freimaurerische Humanität und Toleranz prinzipiell nicht mit christlicher Motivation gleichzusetzen ist. Das Wesen freimaurerischer Humanität ist an anderer Stelle beschrieben. Als Freimaurer wußte Dunant um das Wesen der Mystik, der Symbolik und des Rituals. Unsere Frage ist – ohne das Verdienst H. Dunants zu schmälern – wie kam dieser Mann aus dem evangelikalen Hintergrund in die Bruderkette der Loge?

Prof. Dr. Daniel Schenkel

Daniel Schenkel war Freimaurer. Auf der Berliner Allianz-Konferenz im Jahr 1857 in Berlin, war er der Lieblingsredner. Er tat sich besonders hervor durch die pathetischen Proklamationen einer Religion, die nur dem freien, richtunggebenden Gewissen folgen sollte. Das war freimaurerisch gedacht.

Damit widersprach er den 9 Punkten der Londoner Allianz-Konferenz. Die Lutheraner Dr. Stahl und Prof. Hengstenberg und manch andere wußten sehr wohl wer Schenkel war und hatten deswegen Berlin während der Konferenz aus Protest verlassen. Schenkel wandte sich etwa um das Jahr 1858 von der Erweckungsbewegung ab und gründete mit dem Freimaurer, Prof. C. Bluntschli, den “Protestantenverein”. Nun konnten auch von hier aus ideologische Impulse in das christliche Lager erfolgen.

Lord Shaftesbury, Anthony Ashley Cooper

Lord Shaftesbury (1801-1885) englischer Staatsmann, war an vielen philantropischen und christlichen Einrichtungen beteiligt. So auch an der CVJM/YMCA-Gründung. Lord Shaftesbury war Freimaurer und Mitglied der Apollo University Lodge 357 in Oxford. Durch ihn kam zweifellos der freimaurerische Weltgeist der Verbrüderung und das Toleranzdenken in den CVJM.

Thomas Chalmers

Thomas Chalmers war mehr oder weniger der Initiator zur Bildung der Evangelischen Allianz in England, er war Freimaurer. Die bisher erwähnten Personen, sind gesegnete Väter christlicher Mission gewesen. Ihr Verdienst soll auf keinen Fall durch die Darlegungen abgewertet werden. Wer das darin sehen will, hat den Sinn dieser Publikation noch nicht verstanden.
Um nochmals zu betonen: Die Kurzbiographien sollten lediglich deutlich machen, wie gefährlich der Einfluß aus dem “Bereich des blauen Schattens” selbst für erfahrene, christliche Personen ist. Dieser Geist ist nun einmal nicht der Geist von Gott, sondern er ist von unten.

Baptisten als Freimaurer

Die idea-Nr.42/93 – 7. April bestätigt genau, wie oben erwähnt, den geistigen Einfluß des Freimaurertums auch heute auf das christliche Lager. Wissentlich oder unwissentlich, egal, Evangelikale bekennen sich offen zum Freimaurertum.
Zitat: “Keine Bedenken gegen Mitgliedschaft in Freimaurer-Logen. Von 15,2 Millionen Südlichen Baptisten sind 1,3 Millionen Freimaurer”. In der größten protestantischen Kirche der USA, den südlichen Baptisten, gibt es keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge. In einer jetzt vorgestellten Studie der Heimatmission der 15,2 Millionen Mitglieder zählenden Kirche heißt es, daß die Logenzugehörigkeit eine rein “persönliche Entscheidung” ist.

An dieser Stelle scheint es sinnvoll, die Haltung und zugleich öffentliche Stellungnahme der Schweizer Evan­gelischen Allianz gegenüber dem Freimaurertum aufzuzeigen.

Zweifellos war es ein sehr positiver, löblicher Akt der Schweizer Evangelischen Allianz, zumindest verbal die Distanzierung vom Freimaurertum zu veröffentlichen. Die Stellungnahme des Zentralvorstandes der Allianz erschien in idea-Spektrum 28/29/1999, unter der Überschrift “Evangelikale gegen Freimaurer”. Der Vorstand hat sich repräsentativ für die Allianz im Gebet “von allen Machenschaften und Verbindungen zur Freimaurerei losgesagt. Der Wortlaut des Gebets:
“Wir tun Buße und stellen uns unter die Schuld unserer Vorgänger … Wir brechen im Namen Jesus Christus den Fluch des Freimaurertums über der Evangelischen Allianz Bewegung.”

Das Bekenntnis wurde von den 8 Gliedern des Zentralvorstandes unterschrieben. Zweifellos ein Akt guten Willens. Damit ist jedoch das Grundproblem und der “Bann” noch nicht gebrochen. Ein verbales Pauschalbekenntnis vermag dem bereits in das evangelikale Lager eingedrungenen, freimaurerischen Geist, keinen Einhalt zu gebieten. Das evangelikale Lager ist davon bereits bis an seine Wurzeln verdorben. Wir können den HERRN nur dringend bitten, seine Gemeinde von den luziferischen Prinzipien freimaurerischer Ideologie, dem verderblichen Pluralismus und Pragmatismus zu befreien.

Zu der schweizerischen Stellungnahme nimmt die Deutsche Evangelische Allianz mit ganzen 10 Zeilen Stellung. Der lapidare Satz des Vorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz: “…man nehme dem Jesuitenorden die Erklärung ab, daß Freimaurer in Sünde leben und daher ein gläubiger Katholik kein Freimaurer sein könne”, zeugt von einer erschreckenden Sachunkenntnis.

Anstoss zur Allianzgründung

Vom 1.-3. Oktober 1845 luden die drei Professoren Thomas Chalmers, Robert Balmer, Andrew Symington und die beiden Pastoren Dr. David King und John A. James zu einer vorbereitenden Konferenz nach Liverpool eine Reihe Kirchen ein.

Der Anstoß zu dieser Versammlung kam von Thomas Chalmers. Seine Intention war, eine möglichst große Versammlung evangelischer Christen zusammen zu bringen, um die Kräfte eines erleuchteten Protestantismus als Front gegen die Übergriffe des Papsttums zu bilden. Die geistigen Impulse zu seiner Haltung gegenüber den Katholischen hätten durchaus ihre Wurzeln in der Französischen Revolution 1789 haben können, bei der zum Kampf gegen die römisch-katholische Kirche aufgerufen worden war. Chalmers war eben nicht nur Theologe, sondern auch Freimaurer. Von daher wäre seine Haltung gegenüber der römisch- katholischen Kirche durchaus verständlich. Die damaligen Teilnehmer der vorbereitenden Gründungskonferenz waren über die Kampfstellung gegenüber dem Katholizismus zunächst nicht sehr begeistert. Trotzdem sparte man später in London nicht mit harten Angriffen gegen die katholische Kirche, die man “Mutter der Greuel” nannte und erklärte: “Die Allianz hätte die Aufgabe, Personen, die noch in der Unfreiheit des Katholizismus lebten, in die Freiheit des Evangeliums zu führen”.

Diese Auffassung gegenüber der römisch-katholischen Kirche hat sich total verändert. Bei Robert Balmer, einem der Allianzväter, klang bereits im Juli 1843, bei der 200-Jahr Gedenkfeier zum Westminster-Be­kenntnis, das Thema “Einheit unter den Christen” an. Am Ende der Gedenkfeier wurde ein formeller Antrag zur engeren Zusammenarbeit zwecks Gründung einer Allianz eingebracht. Das Ziel des dafür gebildeten Komitees unter dem Vorsitz des Freimaurers T. Chalmers, lautete: “Zusammenarbeit ohne Zusammen­schluß”. Aus unbekannten Gründen hat sich Chalmers an späteren Konferenzen nicht mehr beteiligt. Dabei könnten persönliche Gründe mitgespielt haben. Denn beinahe resignierend klingen die an die Allianz gerichteten Worte, daß man sich darüber klar werden müsse, ob man noch eine antirömische Vereinigung sein wolle. – Die Gründungsidee der Evangelischen Allianz geht unbestritten auf die Initiative des Freimaurers Thomas Chalmers zurück. Er war unter der Mitglieds-Nr.101, in der “Großen Loge von Schottland” in Forfarshire eingetragen.

Gründungskonferenz im “Bereich des Blauen Schattens”

Die EA wurde am 19. Aug. 1846 in London im größten Freimaurer Tempel der Stadt, der Freemason´s Hall, gegründet. Dies beschreibt Karl Heinz Voigt in seinem Buch über die Evangelische Allianz. Die Sitzungen der Londoner Allianz fanden über lange Jahre in derselben Loge statt. Dies berichtet Erich Beyreuther in seiner Arbeit über den Werdegang der Ev. Allianz.
H. Hauzenberger schreibt: Man kann sich die sicher berechtigte Frage stellen, ob diese anderen Mitbenutzer der ,,Hall,” doch nicht ebenso der Freimaurerei nahestehende Organisationen und Vereine waren und sind. Dieser Schluß liegt nahe. Ist doch Großbritannien ein Land, das eine sehr hohe Zahl an Freimaurerlogen und Logenmitgliedern besitzt. – ,,Beschuldigungen der angedeuteten Art blieben nicht aus, besonders die im Blick auf die in Berlin geplante weltweite Allianzkonferenz von 1857.”

Natürlich war die Benutzung des Freimaurersaales, der ,,Masonic Hall”, nicht unbedingt ein Indiz für eine Verbindung zum Freimaurertum. Das muß aber nicht heißen, daß zwischen der Allianz und Freimaurern grundsätzlich keine Verbindungen bestanden hätten. Es bestanden Kontakte. Hans Hauzenberger bemerkt dazu in seiner Schrift: Die Nähe zur FM wird natürlich von offiziellen Stellen der Allianz heruntergespielt und abgestritten, viele (religiöse) Vereine hätten schließlich in dieser ,,Masonic Hall” ihre Ta­gungen abgehalten, weil diese eben die einzige Halle mit einer entsprechenden Größe war.

Im Internationalen Freimaurer Lexikon unter dem Stichwort Hall ist dazu zu lesen:,,Man bezeichnet im heutigen angelsächsischem Sprachgebrauch als Masonic Hall ein Gebäude, das ausschließlich freimaurerischen Zwecken dient, während als Masonic Building Gebäude bezeichnet werden, die auch an profane Betriebe und andere mehr, Räume abgeben.”

Der Vorschlag, Berlin als Konferenzort zu wählen, ging von König Friedrich Wilhelm IV. aus, einem Glied des Hauses Hohenzollern, das eine Art Schirmherrschaft über das Freimaurertum in Preußen ausübte. E. Beyreuther schrieb selbst, daß sich unter den Konferenzbesuchern eine Reihe namhafter Berliner Freimaurer befand. In “Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutschland” heißt es hierzu: “Die vielen, christlich bewährten Männer, namentlich unter den Angelsachsen, welche die Versammlung besuchten, besaßen zumindest keine Ahnung von der Beschaffenheit des Terrains, auf dem sie in Berlin standen”. “Man hatte herausgefunden, daß sich unter den Konferenzteilnehmern eine Reihe namhafter Berliner Freimaurer befanden”.
Das konnte spätestens an den Ausführungen des Lieblingsredners der Konferenz, Prof. Dr. Schenkel erkannt werden. Schenkel vertrat selbst im Konferenzprogramm die freimaurerische Anschauung in der empfohlen wird, nur dem richtunggebenden Gewissen zu folgen. Das war freimaurerische Philosophie pur.
Man kann also nicht sagen, daß es keine Verbindung zum Freimaurertum gegeben hätte. Wie groß Schenkels geistiger Einfluß auf die Allianz war, kann nicht ohne weiteres gesagt werden.

Den Höhepunkt der Berliner Konferenz bildete der Empfang der 800 Konferenzteilnehmer am 11. Sept. 1857. durch den Freimaurer Kaiser Wilhelm I. in Schloß Sanssouci.
Verständlicher Weise gab es, wie schon erwähnt, seitens bekenntnistreuer Lutheraner gegen die Konferenz heftige Reaktionen. Aufgrund dessen, was in Berlin ablief, äußerte der Freimaurer Lord Shaftesbury in London, Mitbegründer des CVJM, die Berliner Allianz- Konferenz sei eine “Epoche der Weltgeschichte” gewesen. Das war zwar überzogen, zeigt aber die Einschätzung der Konferenz von freimaurerischer Seite her.
Wohl wissend um die Zusammenhänge der Berliner Konferenz und der künftigen Evangelischen Allianz, betrachtete z.B. Joh. Heinrich Wichern die Entwicklung skeptisch. Er besuchte weder die Konferenz, noch wollte er seine “Innere Mission“ ins Schlepp­­tau einer unklaren internationalen Bewegung nehmen lassen.
Wicherns Mißtrauen war berechtigt, wenn man die gegenwärtige Haltung, die Bemühungen der Evangelischen Allianz mit der Katholischen Kirche betrachtet. An dieser Stelle wäre zu fragen, wie es überhaupt möglich ist, daß verantwortliche Männer der Evangelischen Allianz, eine Zusammenarbeit zwischen der evangelikalen Mission “AD 2000” und der katholischen “Evangelisation 2000” – die unter dem Segen Papst Johannes Paul II. und der Oberaufsicht des Freimaurers Agostini Casaroli steht, verantworten können?

Engen Kontakt mit Rom pflegte allerdings bereits Billy Graham, besonders über die Aktionen ProChrist. Bill Bright, der Begründer von Campus für Christus, ging so weit, daß er mit einer Reihe anderer Evangelikaler eine Resolution zur Verbrüderung zwischen Evangelikalen und Katholiken unterzeichnete. Dieses beschämende Bekenntnis lautete:
“Wir bekennen gemeinsam, Evangelikale und Katholiken, unsere Sünde gegen die Einheit, die Christus für alle seine Jünger beabsichtigt” … weiter heißt es darin: “Evangelikale und Katholiken sind Brüder und Schwestern in Christus”.
Hierin reflektiert unmißverständlich ein Hauptanliegen des Freimaurertums, das Zusammenrücken aller Religionen, das bekanntlich auch von Papst Johannes Paul II. angestrebt wird.

Eine veränderte Allianz-Botschaft

Von ihrer Gründung, vor etwa 150 Jahren bis jetzt, vollzog die Evangelische Allianz ein Wende um 180 Grad. In den Dienstanweisungen des Allianzvorstandes zum Jahreswechsel 1958/59, hieß es noch klar und deutlich:
“Unsere Allianz hat einen Wächterdienst… Wir müssen kämpfen gegen die gefährliche Vermischung von Christentum, Humanismus, Idealismus und Sozialismus”. Oder: “Wir müssen auch klar Front machen gegen alle unbiblischen Schwarmbewegungen, durch die leitende Menschen ungöttlich verehrt werden und die Rangordnung der biblischen Gnadengabe verkehrt wird”.

Das waren deutliche Akzente. Heute stehen die “Allianzwächter” auf der entgegengesetzten Seite. In der ungekürzten Meldung der Delegiertenkonferenz in Bad Blankenburg 1992 hieß es zum Beispiel:
“Die Deutsche E.A. sollte sich stärker für pfingstkirchliche charismatische und katholische Christen öffnen. Besonders “das Jahr mit der Bibel” habe gezeigt, daß die Zusammenarbeit mit katholischen Christen hoffnungsvoll sei”… und weiter: “Der Generalsekretär der Evangelischen Allianz berichtet von guten Erfahrungen mit Pfingst­lern und Charismatikern in einzelnen örtlichen Allianzen. Auch Katholiken können bei der evangelikalen Samm­lungsbewegung mitmachen”.

Das war absolute Kurskorrektur in Richtung Rom und Ökumene. – Die große Verführung hat begonnen, wie das auch bei Evangelisationen Billy Grahams zu beobachten war. Jene Personen, die eine “Entscheidung für Christus” getroffen hatten, wurden in das römisch-katholische Kirchensystem zurückverwiesen. Dieses Verhalten Grahams hatte natürlich Einfluß auf die Haltung der Evangelischen Allianz gegenüber Rom, das sich in der intensiven Zusammenarbeit zwischen ProChrist und der katholischen Kirche zeigt.

Der Leser mag einen Moment lang innehalten und überlegen: Was war der Anlaß und die ursprüngliche Idee zur Gründung der Evangelischen Allianz? Wo steht sie heute?

Hierzu die idea-Meldung zu einem Rundschreiben des württembergischen Oberkirchenrats: “Die vor 150 Jahren von England ausgegangene Bewegung der Evangelische Allianz zeigt an vielen Orten “integrierende Kraft” … Dort gäbe es ein gutes Miteinander von landeskirchlichen Gemeinschaften, pietistischen Gemeinschaften, evangelikalen Freikirchen und teilweise auch mit pfingstlerisch-charismatischen Gemeinden. Das sei ein hoffnungsvolles Zeichen, daß in die Alli­anzarbeit auch nicht- evangelikale Christen, so wie Katholiken einbezogen würden”.

In diesem Zusammenhang lassen die Worte des Sekretärs der deutschen Pfingstgemeinden aufhorchen, der die Vereinbarungen zwischen Pfingstlern und der Deutschen Evangelischen Allianz als ein Jahrhundertereignis bezeichnete. Diesem Ereignis gingen, wie es in der Verlautbarung heißt, jahrelange, geheime Verhandlungen voraus, um nicht öffentlich unter Druck (!) zu geraten. In der gemeinsamen Erklärung bekennen beide Seiten BFP (Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden) DEA (Evangelische Allianz), in Zukunft enger zusammen arbeiten zu wollen.
Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) erklärte dazu, daß unter­schied­liche Lehrmeinungen und strittige Punkte wie Geistestaufe, Zungenrede, Krankenheilung prophetischer Dienst etc. während einer Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz, zurückgestellt würden, so daß beide Seiten damit leben könnten.

Das ist Relativismus und Pluralismus pur.

 

Evangelische Allianz und Ökumene

Die Evangelische Allianz ist direkt und indirekt durch die Christenbünde- und gruppierungen, die in ihr vertreten sind und einen Mitglieds- oder Gaststatus in der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) haben, mit der Ökumene verbunden. Die ACK ist ein direktes Bindeglied zur Ökumene, jedoch organisatorisch nicht an sie gebunden.

Christen wissen: “Die Einheit der Gemeinde Jesu ist keine organisatorische, sondern eine organische, … so sollen und wollen auch wir der Versuchung widerstehen, durch den Mißbrauch des Wortes Jesu, “auf dass alle eins sein”, uns in eine falsche Einheitsfront einzuordnen und einer falschen Einheit verpflichten zu lassen”.

Dagegen steht die verführerische Empfehlung des evangelikalen Theologen John Stott, Berater des Weltkirchenrates. Er verkündete 1977 auf der NEAC-Konferenz in Nottingham:
“Die sichtbare Einheit aller bekennenden Christen sollte unser Ziel sein … und Evangelikale sollten sich anderen in der Church of England anschließen, um mit ihnen auf die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche hinzuarbeiten”.

Auch die Deutsche Evangelische Allianz versucht in neuerer Zeit eine Sammlungsbewegung aufzubauen, in der die gesamte evangelikale Bewegung in Deutschland “repräsentativ” vertreten sein soll. Man spricht dabei von “Einheit der Gemeinde Jesu”, gleichzeitig aber von einer Zusammenarbeit mit Adventisten, charismatischen Bewegungen und katholischen Christen. In einer idea-Doku­men­tation unter “Gemeinschaft mit Adventisten, der Charismatischen Bewegung und katholischen Christen”, erklärt die Evangelische Allianz: “Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) definiert sich als “Gemeinschaft von Kirchen”, dagegen beschreibt sich die Evangelische Allianz als “Bund Christusgläubiger aus verschiedenen Kirchen.”

Wenn man den Inhalt des Einladungsschreibens zur Allianz-Gründungskonferenz in Liverpool 1845 liest, in dem ausdrücklich betont wurde, eine “große Versammlung evangelischer Christen sein zu wollen, um die Kräfte eines erleuchtenden Protestantismus gegen die Übergriffe des Papsttums und Puseyismus* zu vereinen”, dann kann man nur staunen, wie weit die Evangelische Allianz ihr Ziel aus den Augen verloren hat, indem sie selbst die Verbindungen zur römisch- katholische Kirche ausbaut. (Pusey, Edward, anglikanischer Theologe, vertrat eine katholisierende Richtung innerhalb der anglikanischen Kirche, wirkte für die Einigung der Konfessionen.)

Etwaige Hindernisse und Trennungen zwischen den Denominationen, glaubt die Evangelische Allianz mittels ihrer “Glaubens Basis”, zur Seite schieben zu können. Dazu idea-Dokumentation 22/94 mit dem Artikel:
“Wohin geht die Evangelische Allianz”? Zitat:
“Die Glaubensbasis spricht von der gemeinsamen Grundlage, auf die es dabei ankommt. Das hilft uns bei den Begegnungen mit Adventisten, Charismatikern und katholischen Christen. Auf dieser Basis können wir mit allen wiedergeborenen Christen Gemein­schaft haben, selbst wenn wir ihrer Ekklesiologie (Lehre von der Gemeinde) oder der Pneumatologie (Lehre vom Heiligen Geist) nicht zustimmen. Es gibt keinen Grund, einem Menschen geistliche Ge­meinschaft zu verweigern, welcher der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt, welcher Kir­che er auch immer angehört”.
Das heißt im Klartext: Wer der Glaubensbasis der Allianz zustimmen kann und seine denominationelle Identität vorübergehend aufzugeben bereit ist, darf mitmachen. Ihm wird eben gleicherweise “vorübergehend” geistliche Gemeinschaft zugesichert. Das entspricht durchaus freimaurerischer Gepflogenheit. Denn auch im Freimaurertum, muß ein “Christ”(!), wenn er ein Logenmitglied wird, seine “christliche Identität”(!) “an der Garderobe abgeben”. Er muß sich dem freimaurerischen Pluralismus beugen.
In der Allianz-Dokumentation ist noch ein besonderer Vorbehalt eingebaut: “Bei offiziellen gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen brauchen wir allerdings eine größere Übereinkunft. Schon lange ist es bei Allianzveran­staltungen selbstverständlich, das Gemeinsame in den Vordergrund zu rücken und das Trennende zu­rückzustellen”.
Das ist frommer Selbstbetrug. Trennendes vorübergehend zur Seite zu stel­len, heißt “Iden­titätsverlust auf Zeit”, um vorübergehend “Einheit” zu demonstrieren. “Schließlich … (so sagt ein führendes Allianzglied) hat jede Denomination ihr Sondergut, das sie nicht mit anderen teilt. Wer Zu­sammenarbeit will, muß bereit sein, in der gemein­samen Arbeit darauf zu verzichten. Zwischen Lan­des- und Freikirchlern gilt das z.B. für die Tauf­frage” (…) und fährt fort: “Wer an bestimmten Gebetshaltungen, Liedern, Vokabeln, Zwischenrufen und außergewöhnlichen Phänome­nen ablesen will, wie geistlich bzw. ungeistlich je­mand ist, setzt die Zusammenarbeit aufs Spiel, oder macht sie unmöglich”.
Kann man hier von “Identitätskrisen” sprechen?

Identitätsverlust auf höchster Ebene

Die gegenwärtige Haltung der Weltweiten- Evangelischen-Allianz (WEF) und auch der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), deuten auf einen beachtlichen Identitätsverlust hin. Wieso? Die Weltweite Evangelische Allianz wurde bereits in die “blauen Gewässer der Vereinten Nation” hineingezogen, indem man ihr den Status einer Menschenrechtsorganisation verlieh. Die freimaurerische Menschenrechts- Philosophie ist die Wurzel der “Menschenrechtsdeklaration”. Menschenrechtsdeklaration ist eine freimaurerische Errungenschaft nach der französischen Revolution 1789. Sie ist in der Präambel der Vereinten Nationen verankert.]

Die DEA (Deutsche Evangelische Allianz) will der Errungenschaft der WEF nicht nachstehen. Und so begibt sie sich ebenfalls in die “blauen” Gewässer. Wie? Indem sie beratend dazu beiträgt, daß Europa eine “blaue Seele” bekommt. Wie sieht das praktisch aus? TOPIC schreibt: Das “moderne Europa” soll eine “neue Seele” bekommen. Der ehemalige EU-Kommisionspräsident J. Santer äußerte vor der “Europäischen Kommission für Kirche und Gesellschaft” (EECCS) folgenden unerhörten Satz:
“Europa ist nicht mehr das “christliche Europa”, von dem selbstverständlich in der Vergangenheit die Rede war.”

Das heißt im Klartext: Das “Christliche Abendland” ist passè. Im Maastrichter Unions Vertrag hat man beispielsweise bereits auf die Nennung des Gottesnamens verzichtet. Das war ein entscheidender Akt zur Entchristlichung des Abendlandes, einer Teilerfüllung des freimaurerisch-luziferischen “Planes der Anonymen.”

Zu der oben erwähnten “Europäische Ökumenische Kommission für Kirche und Gesellschaft” (EECCS) gehören etwa 60 Mitglieder von Kirchen reformatorischer Tradition aus 16 europäischen Staaten. Und nun – man höre und staune – in beratender Funktion wirkten dabei mit die Heilsarmee und die Evangelische Allianz. Von der Vollversammlung der EECCS erwartet man nun in Brüssel, daß alle Kirchen am Aufbau Europas mitarbeiten und die “Prinzipien der europäischen Einigung, wie Versöhnung, Frieden, Solidarität, Gerechtigkeit, Freiheit oder Menschenwürde in die Tat umsetzen”.

Größter Nachdruck wird dabei auf Toleranz und Pluralität gelegt. Es bedarf keiner großen Überlegung um zu erkennen, daß auch hier der Wind aus dem freimaurerischen “Bereich des blauen Schattens” weht. Die Deutsche Evangelische Allianz steht mitten drin. Wie sich mehr und mehr freimaurerische Prinzipien im christlichen Lager durchsetzen, zeigt sich in der Toleranzerklärung der “Osnabrücker Erklärung zum Religionsfrieden”. Darin heißt es: “Alle Religionen verstehen sich als Wege zum Heil der Menschen und der Menschheit … wir wollen die Gemeinsamkeiten der Religionen erkennen und ihre Zusammenarbeit fördern”.
Können sich in solchen Entscheidungsgremien wiedergeborene Christen einbringen ohne geistlich Schaden zu nehmen?
In dem bisher Dargelegten ist immer wieder der “Plan” zu erkennen. Der Journalist D. Reed schreibt hierüber in seinem Buch “Der große Plan der Anonymen”, auf S.61, das Ziel des “Plans” ist die “Zerstörung des Christentum”.
Man meint hier förmlich die Stimme des Freimaurers Voltaire zu vernehmen, der während der französischen Revolution ausrief: “Rottet sie aus, die Verruchte”! … Gemeint war die römisch-katholische Kirche, als Repräsentantin des Christentums.
Nicht als Institution wurde sie zerstört, aber ihre “schwarze Seele” wurde gegen eine “blaue” ausgetauscht. Wer sich etwas mit dem Vatikanum II und der Konzilsschrift Papst Paul VI. “Dignitatis humanae” auseinandergesetzt hat, erkennt darin freimaurerische Philosophie. Die römisch-katholische Kirche schwenkte während und nach dem Konzil bewußt auf “blauen Kurs”. Es ist unübersehbar, der “Bereich des blauen Schattens” hat sich in beklemmender Weise über die gesamte christliche Landschaft ausgedehnt und den Auflösungs- oder Abfallprozeß weitgehendst vorangetrieben.

Die Evangelische Allianz im Zwielicht des “Dialogs”.

Die Lausanner-Bewegung, deutscher Zweig, plant in Verbindung mit der Evangelischen Allianz einen offenen Brief an alle evangelikalen Gemeinden zu senden, mit der Aufforderung die “Evangelikalen Gemeinden sollen in einen christlich-islamischen Dialog eintreten”. Die Bibel ermuntert nirgends zu einem Dialog mit Fremdreligionen. Der Dialog ist nicht nur pluralistisch, sondern er relativiert die absolute Wahrheit, die Botschaft der Bibel. Im Dialog gibt es kein Bekenntnis zur absoluten Souveränität des christlichen Gottes als den alleinigen und einzigen HERRN und Schöpfer aller Dinge. Hier gilt das Postulat: Alle Religionen sind Wege zum Heil des Menschen. Der Impuls zu der Aktion kam aus dem evangelikalen Bereich, aus der Lausanner-Konsultation, einer speziellen Arbeitsgruppe hochrangiger Vertreter aus Kirchen und Freikirchen. So beteiligt sich auch hierin die Deutsche Evangelische Allianz an der Verbreitung der Weltversöhnungsidee des Freimaurertums.

Evangelische Allianz und “christliche Einheit”.

In “idea-Spektrum” vom 3. März 1999, stellt Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, unter dem Titel:
“LIEBER LESER”, mit einem leichten Anflug von Sarkasmus die Frage:

“Wieviel Einheit dürfen sich Evangelikale erlauben, ohne in den Verdacht zu geraten, das Evangelium von Jesus und das reformatorische Erbe zu verraten?”
Was war Anlaß zu dieser Frage?
In der Bekenntnisbewegung “Kein anderes Evangelium” so sagte man, gäbe es offenbar eine starke Strömung die behaupte, daß die Leitung der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) einen falschen Weg eingeschlagen habe, indem sie mit Pfingstlern und Mitgliedern der katholischen Kirche, z.B. bei “ProChrist” oder “Gemeinde Ferien Festival” u.ä. Veranstaltungen, zusammen arbeite.
Der Generalsekretär der DEA fragt: “Ist diese Zusammenarbeit tatsächlich unbiblisch?” und antwortet darauf selbst: “Für alle Christen ist alleiniger Maßstab für Lehre und Leben die Bibel”. Was sagt sie zur Einheit der Christen untereinander? Das Entscheidende dazu hat Christus selbst erklärt (Johannes Evangelium, Kapitel 17). Jesus hat mit seinem Vater im Gebet gerungen, daß seine Jünger einig werden. Es liegt also nicht in unserem Belieben, wie wir mit anderen Christen umgehen. Einheit ist vielmehr “Pflichtprogramm” in der Gemeinde des Jesus Christus nicht nur “Kür”. Nach den Worten Jesu ist das entscheidende Kriterium für Einheit, daß jemand Gottes Willen tut (Matth.12,49) und sich zu Jesus Christus als Herrn bekennt. (1.Kor. 12,3).
Sonst haben Christus und seine Apostel keine Grenzen gezogen. Mit dem also, der diese Bedingungen erfüllt, ist Einheit bzw. Zusammenarbeit möglich. Im Vergleich dazu ist es zweitrangig, welcher Kirche einer angehört! Denn die Institution Kirche – in welcher Gestalt auch immer – ist nicht deckungsgleich mit der christlichen Gemeinde. Aber in allen Kirchen sind Menschen, die ganz zu Jesus und darum auch ganz zu seiner Gemeinde gehören…
Und warum ist Christus die Einheit so wichtig? Allein deshalb, damit “die Welt glaube”. Wer spaltet, fördert den Unglauben.”
Grundsätzlich benötigt dieser Kommentar ein ausführliches Korrektiv. In dem Kommentar kommt die gesamte Denkstruktur der Deutschen Evangelischen Allianz zum Ausdruck. H. Steeb fragt in seinem Kommentar, was die Bibel über “Einheit der Christen untereinander bei Zusammenarbeit” sagt und verbindet den Begriff “einig sein” mit (Joh.17,21) Dieser Text spricht weder von “einig sein noch von einig werden”, sondern sagt: “Damit sie alle eins (nicht einig seien, wie du, Vater in mir und ich in dir, daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast”. Das ist “wesenhaftes, organisches Einssein” und hat mit “organisierter Einheit” nichts zu tun. Natürlich sollen nach Jesu Worten auch jene Personen “wesenhaft eins werden” die durch das Wort seiner Jünger an ihn glauben. Auf keinen Fall bezieht sich das “einssein” des Johannestextes auf eine “organisierte, denominationelle Einheit”, von der leider immer wieder gesprochen wird. Auf diese Weise wird der “Leib Christi” erneut mit “Sauerteig” durchdrungen.

Zu dem Problemtext schreibt Heinrich Jochums in seiner Schrift “Gemeinde Jesu – Allianz – Oekumene” folgendes:
“Von der Einheit der Gemeinde Jesu in ihrer Mannigfaltigkeit zu reden ist blasphemisch, gotteslästerlich” und fährt fort: “Auf keinen Fall dürfen wir uns damit zufrieden geben, daß wir eine schöne Allianz haben, um dann jeder seinen eigenen Weg zu gehen und im Grunde dann doch wesentlich für seine Kirche, für seine Gemeinde, für seine Gemeinschaft, für seinen Kreis zu arbeiten und zu leben und die Trennungen und Spaltungen damit zu bestätigen und weiter zu fördern”.
Jochums ergänzt: “Auf daß alle eins sein” (Joh. 17,21) … wird heute dermaßen mißbraucht, daß der wahre Sinn des Wortes kaum noch erkannt wird”.
Und genau das reflektiert leider auch in den Ausführungen des Allianzvorsitzenden wenn er sagt: “Jesus hat mit seinem Vater im Gebet gerungen, daß seine Jünger einig werden”. Von “einig” werden steht im Johannestext nichts. Jesus ging es um das “organisch-wesenhafte eins­werden” mit ihm und seinem Vater. Von daher ist auch der folgende Satz aus obigem Kommentar durchaus suspekt: “Einheit” ist vielmehr “Pflichtprogramm” in der Gemeinde des Jesus Christus, nicht nur “Kür”. Das “Gottgewirkte Einssein”, sowie “Leibeseinheit mit Christus und seinem Vater” als Pflichtprogramm oder Kür zu bezeichnen, ist ebenso gewagt wie zu sagen, es sei zweitrangig welcher Kirche jemand angehört. In allen Kirchen seien Menschen, die ganz zu Jesus und darum auch ganz zu seiner Gemeinde gehören.

Dazu nochmals H. Jochums: “Die Christen bilden den Einen Leib Christi, der im radikalen Gegensatz steht zur übrigen Menschheit, die eines Teils aus Christus-Gläubigen, anderseits aus Christus-Scheingläubigen besteht… Einheit mit Christus ist gar nicht möglich ohne Scheidung von der Welt um uns”…

Nach Meinung der Evangelischen Allianz ist nicht nur Zusammenarbeit mit katholischen Laien möglich, sondern auch mit katholischen Geistlichen, denen man trotz ihrer Dogmatik und Traditionen, geistliche Wiedergeburt zugesteht. Nach Beendigung gemeinsamer Aktionen geht jeder katholische Laie und jeder katholische Geistliche wieder in sein Lager zurück und erfreut sich weiterhin seines “religiösen Sondergutes”. Bei einem Katholiken betrifft das den Glauben an die Himmelskönigin Maria, an das Fegefeuer, an die Heiligenverehrung, an die Transsubstantiation, an die Absolution, an die Unfehlbarkeit des Papstes usw.
Nach H. Jochums gehört ein Mitglied der katholische Kirche “zur sündigen und gottlosen, vor allem zur religiösen Welt, …die religiöse Welt ist die fromm getarnte gottlose Welt”. H. Jochums: “Das typische Beispiel der religiösen Welt ist die Römische Kirche”.. und: “Wo sich innerhalb eines sogenannten Christentums eine Vermischung mit der … religiösen Welt vollzieht, ist nicht Gemeinde Jesu… Wer bei der Sammlung der Gemeinde Jesu die Notwendigkeit der Scheidung von der Welt über­sieht, zerstört die Einswerdung in der Wahrheit und setzt an ihre Stelle eine Scheineinigung der Unwahrheit”.
Dieses Kapitel enthält zweifellos eine Menge kritischer und problematischer Ansätze. Die entsprechenden Kommentare dazu sollten nicht persönlich aufgefaßt werden, sondern als wohlgemeinte Hinweise zu einer notwendigen Kurskorrektur.

“Was ist dran – auf was kommt es an?”

Das ist der Titel einer Broschüre, die das Grundsatzreferat des Generalsekretärs der Deutschen Evangelischen Allianz, H. Steeb vom 3. Oktober 1998 in Bad Blankenburg enthält.
Im Geleitwort der Broschüre ermuntert der 1.Vorsitzende der DEA , Dr. Rolf Hille zur Stellungnahme über das Referat: “Es soll zum Gespräch herausfordern: In den örtlichen Allianzgruppen … bei kritischen Wegbegleitern…: Wir freuen uns über Reaktionen usw”. Wir wollen dieser Aufforderung als “kritische Wegbegleiter” gerne nachkommen. Der Untertitel der Broschüre: “Mit der Evangelischen Allianz ins neue Jahrtausend” wirft die Frage auf: Wer ist mit der DEA bereits eng verbunden und gemeinsam auf dem Weg nicht nur ins 3. Jahrtausend sondern auch in Richtung “Rom”? Der letzte Akzent dieser kritischen Frage wird durch die rhetorischen Darlegungen überspielt. Dennoch hat H. Steeb diese heiße Frage zweifellos erwartet. Er führt auf S.6 der Broschüre dazu folgendes aus: “Mir steht deutlich vor Augen, daß wir mit unserer Vereinbarung mit dem Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden, mit unserem partiellen Zusammenschluß mit mehr charismatischen Christen, Adventisten und auch Katholiken, insbesondere bei evangelistischen Projekten von ProChrist über Willow Creek, Spring und bis hin zum Jesustag 2000 … auch hart kritisiert werden – im übrigen natürlich auch … wegen unserer Offenheit, nach wie vor konstruktiv mit den Evangelischen Landeskirchen, ihren Amtsträgern und Gemeinden die Zusammenarbeit nicht aufzukündigen.”

Die Allianzführung weiß sehr wohl um die Interpretationsproblematik von (Joh.17.21) des “Einsseins” bzw. einer konstruktiven, organisatorischen “Einheit”, die H. Steeb gern als Kür bezeichnet. Hier muß die DEA den ”Außenseitern” (!) ihre Bedenken zugestehen. Hier sei auf Kap. 8 hingewiesen, Abs. “Die Evangelische Allianz im Zwielicht des Dialogs” und die “Evangelische Allianz und die christliche Einheit”.

Bei der äußerst sensiblen Frage des “Einsseins” kann es keine subjektive Meinung geben, die H. Steeb wie folgt zum Ausdruck bringt. Zitat: “Aber wir dürfen uns meines Erachtens nicht erfahrungsorientiert durch Altlasten hindern lassen, neue Gemeinsamkeiten zu entdecken um gemeinsame Wegstrecken zurückzulegen. Wer sich zu Jesus Christus bekennt, gehört zu uns und wir zu ihm”. So einfach ist das. Oder? – Nein.– Das ist zu inklusivistisch.

Bekennt sich nicht auch der Papst zu Jesus Christus? Wurde er nicht von einem großen Evangelikalen als der “größte Evangelist” bezeichnet? Bekennt sich nicht die gesamte, katholische Hierarchie – teilweise freimaurerisch unterwandert – zu “Jesus Christus”? Ist es der DEA tatsächlich egal, mit einer Organisation zu missionieren, zur “Einheit zu kommen”, die im “Bereich des blauen Schattens” liegt? Wie will die DEA mit einer Institution zusammenarbeiten, von der das päpstliche “Dekret über den Ökumenismus” (Lumen gentium) behauptet, daß die “…einzige Kirche Christi in der katholischen Kirche fortbesteht”? Hier wird deutlich genug gesagt, was der Papst unter “Einheit der Kirche” versteht, versteht das die DEA genau so? Wem vertraut schlußendlich der Papst dieses gesamte Anliegen an? Zitat: “Dieses Anliegen der ganzen Kirche vertraue ich der mütterlichen Fürsprache Mariens, der Mutter des Erlösers an”. Gehört auch die “Gemeinsame Erklärung” der Katholiken und Lutheraner zur “Rechtfertigungslehre” in diese Fürsprache?

Was soll man davon halten, wenn trotz “Anerkennung der Rechtfertigung durch Glauben” für das Jahr 2000, der Papst von Ablässen spricht? Zitat: “Die Tradition der Jubeljahre ist daran gebunden, in weit größerem Maße als in den anderen Jahren Ablässe zu gewähren”.

“Rechtfertigung durch Glauben” – auf der anderen Seite doch noch Ablaß? Welch ein Widersinn! Es wäre angebracht, wenn die verantwortlichen Allianzführer die Enzyklika “Ut unum sint” (Daß sie eins seien), von Papst Johannes Paul II. studieren würden, um Seine Auffassung von “Einheit der Christen” zu verstehen. Ebenso wäre das Apostolische Schreiben des Papstes an alle Bischöfe, Priester und Gläubigen “Tertio Millennio Adveniente”, zur Vorbereitung auf das Jahr 2000, Pflichtlektüre für alle, die um das “Einssein in Christus” ringen. Wenn die Evangelische Allianz zu dem Inhalt dieses Schreibens ein Ja finden kann, dann steht der “Einheit der Christen” unter dem Papst nichts mehr im Weg. Wenn sie den Inhalt des Schreibens aber nicht akzeptieren kann, ist die Brücke zur Verständigung mit Rom nur im Geiste des alles durchdringenden Pluralismus möglich. Und das geschieht tatsächlich. Wir sagten an anderer Stelle, daß der Pluralismus der Totengräber der Gemeinde ist. Er ist es, der dem Heiligen Geist widersteht und sich an dessen Stelle stellt. Darum muß es nicht wundern, daß selbst H. Steeb bekennen muß:
“Unser größter Mangel ist die Gebetsarmut. Die am schwächsten besuchten Gemeindeveranstaltungen sind die Gebetsstunden. Der größte Fehler der Christen in Verantwortung ist der Mangel an Gebet”.
Wer oder was hindert den Gebetsgeist? Es müßte einleuchten: Wenn man Programme wie Spring oder Jesus House kreiert, die eher den Bedürfnissen einer Konsumgesellschaft gerecht werden, als einer christlichen Gemeinschaft, bei der die biblisch orientierte Belehrung durch Ablenkung und Amüsement überlagert ist und dadurch “Gott soo … ganz anders” dargestellt wird – wie will man dann Raum für ein intensives Gebetsleben schaffen?
Wenn man behauptet, daß “in der Erlebnisgesellschaft von heute auf progressive Art und Weise die gleichbleibende biblische Botschaft alltagsrelevant darzubieten, angekommen ist”, belügt man sich doch selbst. Oder wurde der Mangel an “alltagsrelevanten” Gebeten damit beseitigt? H. Steeb wünscht sich nach den Worten seines Referates vor Ort ein Missionskartell mit dem Auftrag, die Menschen des Ortes zu Jüngern zu machen. Sein Vorschlag – und da musste ich als ehemaliger Zeuge Jehovas ein wenig schmunzeln – lautete, den Ort aufzuteilen in Straßenzüge und Häuser oder Wohnblocks. Für die dort wohnenden Menschen beten, Besuchsdienste durchführen, Gespräche über den Glauben zu beginnen, um sie dann schließlich zu einem größeren evangelistischen Treffen einzuladen. Möge diese gute Idee in allen christlichen Gemeinden Anklang finden.

Mögen die folgenden Aktionsprogramme der Deutschen Evangelischen Allianz dem Leser die Augen öffnen.

Aktion “ProChrist”

Im Oktober 1991 gründeten in Kassel 50 Vertreter aus Landes- und Freikirchen in Verbindung mit freien Missionswerken den Trägerverein für “ProChrist”. Hinter diesem Werk stand wesentlich die Deutsche Evangelische Allianz und das Lausanner Komitee für Weltevangelisation. Man bezeichnete “ProChrist´93” als die logische Konsequenz des “Jahres mit der Bibel” und als eine gelungene Mischung aus Groß- und persönlicher Evangelisation. Im Konzeptheft zu ProChrist ´97 hieß es daher: “ProChrist” ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozeß. Der Hauptredner von ProChrist bemerkt denn auch, daß “die Zusammenarbeit von Pietisten bis Katholiken nicht ohne Folgen sein dürfte”.

Tatsächlich ziehen bei missionarischen Aktionen und Evangelisationen, Pfingstler, Charismatiker und Katholiken längst an einem Strang. Obwohl nachweislich bei den einzelnen Denominationen sehr oft unbiblische Lehren vertreten werden. Das Vorbereitungspapier für “ProChrist 2000” reflektiert klar und deutlich einen pluralistischen Geist. Denn es heißt darin:

“ProChrist fördert die Zusammenarbeit der Christen aller christlichen Konfessionen und Gruppierungen”. Von daher kann der Behauptung, daß ProChrist ein Instrument der pluralistischen Ökumene ist, kaum widersprochen werden. Gegenwärtig hat ProChrist einen folgenschweren Kurs eingeschlagen. Man versucht unterschiedliche missionarische Gemeinschaften miteinander zu vernetzen, um sich mehr sozialpolitisch zu engagieren. Der Vorsitzende von ProChrist betonte, daß er hierbei auch die Beteiligung katholischer Christen begrüßen würde. Zitat: “ProChrist fühlt sich allen Menschen verbunden, die Jesus Christus als ihren Retter akzeptieren.

Das war eine inklusivistisch-pluralistische Botschaft, ähnlich der des Christlichen-Studenten-Weltbundes. Er verkündete damals, “daß jeder, der sich für einen Christen hielt, die Mitgliedschaft erhalten konnte”. Eine andere ProChrist Parole läßt aufhorchen: “Wir engagieren uns als Christen für Gerechtigkeit und Versöhnung innerhalb unserer Gesellschaft”.

Das ist die pluralistische Philosophie aus dem “Bereich des blauen Schattens” (= der Freimaurerei ). Hier zeigt sich, wie bereits beschrieben, der typisch ökumenische Geist der “Herren des neuen Europa”, (…unter den 12 Sternen) die von Kirchen und Glaubensgemeinschaften vollen Einsatz zur Förderung von Versöhnung und Gerechtigkeit fordern. In diesem Geist bemüht sich ProChrist der großen Schwester, der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEF) nachzueifern, der man den Status einer freimaurerisch gefärbten Menschenrechtsorganisation zuerkannt hatte. Dadurch gingen der Weltweiten Evangelischen Allianz auf internationaler Ebene manche Türen auf. Nun versucht ProChrist auf ähnliche Weise, nämlich durch ein verstärktes sozialpolitisches Engagement, ebenfalls den Zutritt zu den Etagen der “Mächtigen” zu erlangen. Die zentrale Botschaft, daß “allein Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist”, wird durch den Geist des Pluralismus, Pragmatismus, Relativismus, durch Humanität und Toleranz, unterlaufen und zerstört. Diese Entwicklung wurde nicht zuletzt durch Billy Graham unterstützt. Er bezeichnete sich selbst einmal als ein “ökumenisches Wesen”. Dafür bekam er 1972 den Franziskaner Ehrenpreis verliehen, der jenen Personen angetragen wird, die einen “Beitrag zur Ökumene” geleistet haben. Der “Dr.-Titel” war ebenfalls ein Geschenk des Jesuiten Kollegs im Kloster Belmont. Graham´s pluralistisches Denken ließ ihn über die “Grenzen” hinaus mit Pastoren und Kirchenführern aller Couleur zusammenarbeiten, selbst mit jenen, die eine liberale und bibelkritische Theologie vertraten. Graham sagte 1951 einmal eine geplante Evangelisation ab, nur weil die Evangelikalen seiner pluralistischen Auffassung widerstanden und nicht bereit waren, mit Modernisten gemeinsam zu evangelisieren.

Daß die Evangelische Allianz voll hinter der Philosophie Grahams steht, zeigt ein kritischer Kommentar des Generalsekretärs zum Thema “große Koalition von Christen verschiedener Denominationen”. Zitat: “Natürlich waren sich nicht alle Mitarbeiter in allen theologischen Fragen einig. Wenn es in geistlicher Hinsicht um Leben oder Tod geht, sind Geschmacksfragen nebensächlich”. – Wenn Lehrfragen als Geschmacksfragen bezeichnet werden, könnte man das einen tödlichen Pluralismus nennen.

Aktion “Jesus Marsch 2000”

Im Mai 1987 nahmen 15000 Teilnehmer an dem ersten “Jesus Marsch” durch London teil. Es war eine Erfindung der Charismatiker. Man wollte dämonische Mächte bannen, die London angeblich beherrschten und sprach hierbei von geistlicher Kriegführung und positiver Veränderungen im unsichtbaren Bereich. Die meisten Teilnehmern waren sich dessen nicht bewußt, daß sie zu einem magischen Akt gebraucht wurden.

Wo gibt die Bibel den Auftrag offensiv gegen Dämonenmächte vorzugehen (?), abgesehen davon, daß solche Aktionen in den magisch-okkulten Bereich gehören?

Bei den ersten Jesus-Märschen in Deutschland 1992 und ´94 in Berlin, zog man tanzend, bunte Luftballons schwenkend, durch die Straßen. War das eine Botschaft von Jesus Christus?
Der “Jesus Marsch 2000” soll nun wieder in Berlin stattfinden. Daran sollen nicht nur Charismatiker teilnehmen, sondern gemäß pluralistischem Geist, Christen aller Couleur.Gespräche zwischen dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, dem Jugendkongress “Christival” und dem Trägerverein “Marsch für Jesus”, haben bereits stattgefunden. In der Teamleitung, “Spurgruppe” genannt, befinden sich außer Charismatikern und Katholiken, führende Männer der Evangelischen Allianz. Und wieder soll “Einheit in der Vielheit” demonstriert werden.
In den Leitlinien für den Marsch heißt es: “bewußt Partnerschaft entwickeln, … die Unterschiede in der Spiritualität sollen zur gegenseitigen Ergänzung dienen, … um damit einander zu beschenken”.

Pluralismus in Vollendung. Diese Aktion paßt genau in das Konzept des Papstes, der das Jahr 2000 mit allen Christen feiern will. Grundsätzlich stellt sich die Frage: Von wem haben eigentlich die Jesus-Marsch-Organisatoren ihren Auftrag? Wo ist dafür die biblische Grundlage? Erinnert dieser Jesus-Marsch, der “festlich, feierlich” mit “Segnungen” und “geistlich symbolischen Handlungen” durchgeführt werden soll, nicht stark an die feierlichen katholischen Prozessionen?
Merkt man immer noch nicht, daß sich die Allianzveranstalter und mit ihnen ein großer Teil des evangelikalen Lagers, im “Bereich des blauen Schattens” befinden?
Mögen vielen “Marschierern” spätestens beim “Jesus Marsch 2000”, die Augen aufgehen. Und das ganze Debakel steht unter der Ägide der Evangelischen Allianz. – Rom, das längst im “Reich des blauen Schattens” liegt, läßt grüßen…

Noch bedenklicher und zugleich bedauerlich, sind seine folgenden Kommentare in der US-Fernsehsendung “Larry King live” die zeigen, wie weit B. Graham von der biblischen Wahrheit und ihren Grundsätzen abgewichen ist. Dave Hunt bezeichnet die Haltung Grahams unumwunden als “Verrat am Evangelium”.
In der Sendung wurde Graham gefragt, wie er zu den Mormonen oder den Katholiken stehe? Er antworte:
“Oh, ich denke ich habe mit allen eine wunderbare Gemeinschaft. Mit dem Vatikan kenne ich mich gut aus. Ich habe den Papst mehrmals besucht. Ich war bei ihm in der Nacht als er zum Papst gemacht wurde. Ich habe in seiner Kathedrale in Krakau gepredigt. Ich war sein Gast. Und als er in Columbien, in South-Carolina war, lud er mich ein, um mit ihm vor aller Öffentlichkeit zu sprechen”.
Als Graham gefragt wurde ob er den Papst mag, antwortete er: Ich mag ihn sehr… Er und ich stimmen in fast allem überein.”

www.horst-koch.de

info@horst-koch.de

Written by freundisraels

2010/04/15 um 13:42

Veröffentlicht in Allgemeines

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