Schofar of E-rez Jis-ra-el

Sch´mah Israel JHWH Eloheim JHWH Echad 5 Mose 6:4

Glaube macht krank – oder?

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Edgar VoltmerGlaube macht krank – oder?1. EinleitungBeginnend mit den ersten naturwissenschaftlichen Untersuchungen antiker176Edgar Voltmer– religiös bedingte extreme Ernährungsweisen zu Krankheit und Tod von SäuglingenIn den letzten 30 Jahren sind Menschen aus aller Welt in meine SprechstundeIn den letzten Jahrzehnten findet sich in der wissenschaftlichen Literatur einPsychologie heute widmete z.B. diesem Thema im Juni 1997 einHandbook of Religion and Health über 1.600 StudienGlaube macht krank – oder?1771. Religiöser GlaubeGlaube des Individuums an einen Gott oder andererseits Unwissenheit über Gott2. Religiöse Mitgliedschaft, KonfessionDifferenzierung der Glaubensgemeinschaften nach Kriterien wie fundamentalistisch,3. Organisierte ReligiositätTeilnahme am Gottesdienst in Kirche, Synagoge etc.4. Nichtorganisierte ReligiositätZum Beispiel persönliches Gebet, Bibellesen, religiöses Fernsehen/Radio5. Subjektive ReligiositätPersönliche Einschätzung und Sichtweise unabhängig von objektiven Messgrößen6. Religiöse Verpflichtung, Verbindlichkeit, MotivationUnterscheidung in:7. Religiöse SucheReligion als Prozess des Versuchens bzw. Ausprobierens, bewirkt durch die8. Religiöse ErfahrungZum Beispiel Wiedergeburt, Heilung9. Religiöses Wohlbefinden– existenzielle Dimension: Lebenszufriedenheit,10. Religiöse Bewältigung (Coping)In welchem Umfang hilft der Glaube bei der Bewältigung von Lebenskrisen im11. Religiöses WissenZum Beispiel Abfrage der 10 Gebote, zweier Hauptgebote etc.178Edgar VoltmerZum Beispiel Opfer, Zehnte, Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement2. WohlbefindenWir beginnen unsere Darstellung mit einem Thema aus dem Bereich der psychischenGlaube macht krank – oder?17928). In verschiedenen Studien wurde eine signifikante Korrelation zwischen(comprehensibility),(meaningfulness) und sie das Gefühl hat,(manageability). Für die manageability kommen dabeiFamilienstandReligion fördert intakte Familienbeziehungen und das Zusammenbleiben vonGesundheitWie wir im zweiten Teil noch sehen werden, ist der Konsum von Zigaretten undAktivitätenReligiöses Leben fördert außerdem ehrenamtliche Aktivitäten. Passivität undSoziale UnterstützungSoziale Unterstützung ist essenzieller Bestandteil der Glaubenspraxis der180Edgar Voltmermehr soziale Kontakte haben sowie eine höhere Zufriedenheit mit der UnterstützungSelbstbestimmtheitObwohl man annehmen könnte, dass der Glaube an einen die Welt regierendenlocus of control fördert, haben die meisten Studien dasHoffnung, Optimismus, LebenssinnReligiös lebende Menschen weisen sich darüber hinaus statistisch durch höhereSelbstbewusstseinEin interessantes Ergebnis findet sich auch zum Thema Erziehung und Selbstbewusstsein.ist es schwer zu verstehen, wie irgendeine Familie diese Aufgabe [einem Kind zuIm Gegensatz dazu wird durch die Mehrzahl der zu diesem Thema durchgeführtenGlaube macht krank – oder?181– Religiöse Variablen waren: religiöse Erfahrung(religious experience), Gottesbild(general, Ehe-Glück (marital happiness), reizvolles Leben (life excitement)und Lebenszufriedenheit(life satisfaction).(agents)für die Bedürfnisse von 406 Menschen (subjects). Alle Teilnehmer182Edgar Voltmerwaren Freiwillige, die weder nach einer bestimmten Krankheit oder Symptomatik(subjects), noch bestimmte Heilungsbegabung (agents)aufwiesen. Diesubjects wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Die Fürbitte für die(directed prayer), für die der zweiten, dass Gottes Wille geschehe (non-directed. Die dritte Gruppe war die Kontrolle, für deren Teilnehmer keineagents für die subjects täglich 15 Minuten. Dieagentswurde eine Verbesserung in zehn Messbereichen einschließlich deragents mitgeteilt) zuGlaube macht krank – oder?1833. DepressionEtwa 330 Millionen Menschen leiden weltweit unter einer depressiven Erkrankung.Gesundheitsbericht1998). Mindestens 800.000 Selbstmorde sind jährlich Folge dieser184Edgar Voltmerdes religiösen Copings (z.B. Gott als gütig anzusehen, Gefühl der ZusammenarbeitDie Art und Weise, wie Personen religiöse Überzeugungen im Prozess derIn einer randomisierten Interventionsstudie von Probst et al. (1992) wurde einGlaube macht krank – oder?185Wirksamkeit auf Wunsch des Patienten eine Therapie mit religiösen Inhalten4. Koronare HerzkrankheitBei der koronaren Herzkrankheit (KHK) handelt es sich vermutlich um die186Edgar VoltmerStarkes Rauchen und Trinken fördern darüber hinaus die Entstehung vonGlaube macht krank – oder?187nach Bereinigung von sechs anderen Risikofaktoren bestehen. Der positiveSo ist es offensichtlich, dass Mormonen und STA substanziell weniger ischämischeUnabhängig von der Denomination durchgeführte Studien zum Zusammenhang5. GesundheitsverhaltenMit einer Interventionsstudie von Ornish et al. (1990) schlagen wir die Brücke188Edgar VoltmerInterventionsgruppe wurde über ein Jahr ein GesundheitsförderungsprogrammGesundheitsbericht 1998).Gesundheitsbericht1998).Healthy People 1991). Sie hilftGlaube macht krank – oder?189Gerade die genannten chronischen Erkrankungen, die ja nicht umsonst aufgrund190Edgar VoltmerEhestabilität mit ein (Ellison and George 1994; Idler and Kasl 1997;Glaube macht krank – oder?191in der statistischen Auswertung nicht bereinigt werden. Es wird ausgeführt, dassevidence based Medicine Gegenstand kontinuierlicher(poor) bis 10 (excellent). Eineevidence based Medicine hätte192Edgar Voltmerlichen. Darüber hinaus setzen sie sich in der Ergebnisbewertung sehr ausführlichGlaube macht krank – oder?193dies nicht zuletzt auch aus religionsimmanenter Sicht. Wie bereits am BeispielReligion braucht die Medizin nicht, um sich selbst zu bestätigen. Sie brauchtDies aber zu generalisieren und abzulehnen, dass dort, wo es sinnvoll möglich6. ZusammenfassungDie hier vorgestellten wissenschaftlichen Studien belegen, dass Glaube und194Edgar VoltmerEffekte religiösen Lebens auf Gesundheit und Wohlbefinden gefunden wurden.LiteraturAnderson, D., J. Deshaies, J. Jobin: “Social support, social networks and coronaryCanadian Journal of Cardiology12, 1996, 739–744.Salutogenese. Tübingen: dgvt-Verlag 1997.Journal of Psychiatry 47 (2), 2002, 159–166.Was erhält Menschen gesund? 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M. Lett, P. D. Mac Donald, E. Siva, J. Peppe: “Pertussis outbreaksAmerican Journal146, 1992, 173–176.International Review of Psychiatry 13, 2001,Review39 (3), 1998, 224–244.Circulation 86, 1992,Standard Edition of the complete Psychological[1927]. Ed. by J. Strachey. London:Gesundheitsbericht für Deutschland: Gesundheitsberichterstattung des Bundes.Hrsg. v. Statistischen Bundesamt. Stuttgart: Metzler-Poeschel 1998.American Journal of Psychiatry 155, 1998, 4 –11.Social Forces 57, 1979, 960–967.Psychologie heute 1997 (6),Systemische Epidemiologie und präventive VerhaltensmedizinBerlin, New York: Walter deBritish Medical Journal 314 (7097), 1997, 1777–1779.Healthy People 2000: National Health Promotion and Disease Prevention Objectives.DHHS publication no. PHS 91-50212. U.S. Department of HealthAmerican Journal of Clinical Nutrition 48, 1988,Journal of Gerontology52B (6), 1997, 294–305.Clinical and Experimental23, 1996, 397–402.Glaube macht krank – oder?197Jackson, L. E., and R. D. 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Kendrick: “PhysicalAnnual Review of8, 1987, 253–287.American Journal of Psychology 58 (1), 2003, 36–52.Journal of Consulting60, 1992, 94–103.Psychological Reports 67, 1990, 847–850.British Medical312, 1996, 268–269.Pediatric Infectious Disease Journal 12, 1993,Acta Medica Scandinavica 222, 1987, 201–213.American Journal of Cardiology68, 1991, 1171–1175.Journal of65, 1993, 586–596.Journal of Internal Medicine 239, 1996, 345–352.Zeitschrift für Kardiologie 84, 1995, 216–221.Academic Medicine78 (4), 2003, 356–360.Journal for the Scientific Study of Religion 40 (3), 2001,Journal of Psychosomatic35, 1991, 661–669.Glaube macht krank – oder?201Prospective evidence from blue collar men.”European Heart Journal 13American Journal of Clinical Nutrition, 78 (3Lancet353, 1999, 664–667.New England Journal of Medicine 342, 2000,Medscape General Medicin 2 (3) 2000.American Journal of Public Health 74 (8), 1984, 820–823.Kardiologie. 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Aspekte zum Zusammenhang zwischen Glaube, Religion und

Gesundheit

Philosophen und Ärzte und stark gefördert seit der Aufklärung, galt das Ziel

wissenschaftlicher Forschung der exakten, naturwissenschaftlichen Erklärung

der Phänomene in belebter und unbelebter Natur. Es schien nur noch eine

Zeitfrage, bis sich alle mystisch-übernatürlichen Erklärungsansätze endgültig als

obsolet erweisen würden. Religion und Glaube im Zusammenhang mit Naturphänomenen

und Gesundheit oder Krankheit waren einbezogen in diese Entwicklung.

Sie standen in der Gefahr, als nicht relevant in den Bereich privater

(irrationaler) Vorliebe gedrängt zu werden. Mancher sah sogar überwiegend den

schädlichen Aspekt von Religion und Glauben.

So bewertete Sigmund Freud die Religion als obsessive Neurose, die unausweichlich

im Prozess des Erwachsenwerdens hinter sich gelassen werden müsse

(Freud 1927, 43, 54). Albert Ellis, der Begründer der rational-emotiven Therapie

(RET), sah ebenfalls einen schädlichen Einfluss der Religion auf die Persönlichkeitsentwicklung

(Ellis 1980).

In die gleiche Richtung geht die Interpretation der Beobachtung, dass bei schweren

psychischen Erkrankungen häufig religiöse Inhalte zu finden sind (Larson et

al. 1993). Ein Teil der Untersucher führt dies auf den negativen Einfluss von

Religion zurück (Fallot 2001).

Dieser kann auch in einer Reihe weiterer Phänomene gesehen werden. So z.B.

wenn

– ein rigides, diktatorisch-kaltes Erziehungsverhalten im Namen Gottes bei

Kindern und späteren Erwachsenen schwere seelische Verletzungen nach sich

zieht (Moser 1980),

– Eltern für sich selbst oder für ihre Kinder lebensrettende Bluttransfusionen

oder Transplantationen aus religiösen Gründen verweigern,

– aufgrund der religionsbasierten Bevorzugung von natürlicher Entbindung und

Ablehnung von Schwangerschaftsuntersuchung, Geburtsvorbereitung und medizinischer

Geburtsüberwachung ein deutlich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko für

Mutter und Kind in Kauf genommen wird (Spence et al. 1984; Kaunitz et al.

1984),

– aufgrund religiöser Vorbehalte eine Impfprophylaxe oder medikamentöse Behandlung

abgelehnt wird (Rodgers et al. 1993; Etkind et al. 1992; Roberts 1996),

oder Kleinkindern führen (Jarvis 1996),

– fanatische Sektenführer ihre Anhänger zum kollektiven Selbstmord anstiften

usw.

Müssen wir „oder“ und Fragezeichen in der Überschrift also streichen und statt

dessen formulieren: Glaube macht krank – und manchmal bringt er auch ums

Leben?

Doch beginnend mit dem Blick auf die Heilungswunder Jesu ergibt sich nicht

nur für Christen die Frage: Macht Glaube wirklich krank, gibt es nicht viel mehr

Anzeichen dafür, dass Glaube gesund macht?

C. G. Jung, ein Zeitgenosse Freuds, schrieb 1933:

gekommen. Ich habe viele hundert Patienten behandelt. Die meisten waren Protestanten,

eine kleinere Gruppe Juden und nur wenige Katholiken. Unter allen

meinen Patienten in der zweiten Lebenshälfte, d. h. über 35 Jahren, war nicht ein

einziger, dessen Problem sich nicht im Kern darauf zurückführen ließ, wieder eine

religiöse Perspektive für das eigene Leben zu finden. Ich bin mir sehr sicher,

wenn ich sage: Jeder von ihnen wurde krank, weil er das verloren hatte, was die

Weltreligionen aller Zeitalter ihren Nachfolgern gegeben haben, und keiner wurde

wirklich geheilt, der diese religiöse Perspektive nicht wieder gewann (229).

zunehmendes Interesse, dieser Frage, ob der Glaube nun gesund oder krank

macht, mit seriösen, wissenschaftlichen Untersuchungen nachzugehen. Die

Zeitschrift

Schwerpunktheft.

In einem groß angelegten Review haben ein Autorenteam um Koenig, McCullough

und Larson in dem

aus dem Zeitraum von 1900 bis 2000 zusammengetragen, die sich mit dem

Zusammenhang zwischen Glauben, Religion und Gesundheit beschäftigen

(Koenig et al. 2001). Orientiert an dieser Darstellung, wird in meinem Beitrag

eine Auswahl von je zwei Themen aus dem Bereich der psychischen und der

körperlichen Gesundheit vorgestellt.

Angesichts einer im Vergleich zu Kanada oder Europa deutlich höheren Angabe

eines persönlichen Glaubens bei Umfragen in den USA wundert es nicht, dass

die meisten Studien in den USA und im christlichen Kontext durchgeführt

wurden. Dabei stellt sich zunächst die Frage, nach welchen Kriterien Religiosität

in diesem Zusammenhang gemessen werden kann.

Das zunächst offensichtlichste Kriterium, das durchaus auch häufig abgefragt

wird, ist die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft. Wenn überhaupt,

kann dies jedoch nur ein sehr oberflächlicher und wenig eindeutiger Gradmesser

für Religiosität und Glauben sein. Aus diesem Grund werden in den einschlägigen

Untersuchungen weitere Parameter aus den folgenden Grunddimensionen

herangezogen:

(agnostisch) oder Ablehnung jeden Glaubens (atheistisch)

christlich, protestantisch/katholisch, orthodox etc.

– intrinsische religiöse Motivation: Religion um ihrer selbst willen,

– extrinsische Motivation: Glaubensüberzeugung nur um ein anderes, nichtreligiöses

Ziel zu erreichen (z.B. soziale Anerkennung, Trost)

Anforderungen und Umstände des Lebens

– religiöse Dimension: Gefühl einer persönlichen, bedeutungsvollen, erfüllenden

Beziehung zu Gott

Alltag?

12. Religiöse Konsequenzen

in der Kommune oder Gemeinde

Mit Fragen zu einem oder mehreren von diesen Punkten wird in den meisten

Studien Religiosität operationalisiert (Koenig et al. 2001, 20 ff.).

Wie bereits erwähnt, sind diese Dimensionen auf den christlichen Kontext

ausgerichtet. Für andere Glaubenssysteme oder nichtdeistische Spiritualität

müssten ggf. ergänzende oder gänzlich andere Kriterien entwickelt werden.

Schließlich sei noch angemerkt, dass sich zu diesem Thema in der Literatur

überwiegend Querschnittsstudien finden, mit denen streng genommen keine

Kausalität belegt werden kann. Randomisierte, kontrollierte, doppelblinde

Studien als höchste Evidenzklasse, die dies ermöglichten, sind schwieriger

durchzuführen und werden daher seltener vorgestellt.

Gesundheit. Es erscheint in der Tat naheliegend und auch intuitiv

einleuchtend, dass Glaube und Religion einen Einfluss auf den Geist und die

Seele haben sollten.

Zunächst einmal stellt sich allerdings auch hier die Frage: Wovon hängt Wohlbefinden

und Glück eigentlich ab? Wilson (1967) kam zu dem Schluss, dass

Personen mit den größten Vorteilen (jung, gesund, gut ausgebildet etc.) auch das

höchste Maß an Zufriedenheit und Glück aufweisen. In einer Studie von Diener

(1984) sah das schon etwas differenzierter aus. Wichtige Einflussfaktoren für

das Wohlbefinden waren Gesundheit (Diener 1984), eine glückliche Ehe (Glenn

and Weaver 1979), gute soziale Kontakte (Okun et al. 1984), Aktivitäten und

Selbstbestimmtheit (Myers and Diener 1996). Die Faktoren Optimismus, Lebenssinn,

Selbstbewusstsein und Extrovertierheit hatten ebenfalls eine wichtige

Bedeutung für das Wohlbefinden, waren aber eher abhängige Variablen (Diener

1984; Myers and Diener 1996).

Einkommen oder Reichtum waren dagegen ähnlich wie Alter, Geschlecht, Rasse

oder Ausbildung nur schwache Prediktoren für Wohlbefinden (Myers and

Diener 1996). Campbell (1981, 5f., 57f.) fand, dass zwischen 1945 und 1973

das Realeinkommen in den USA dramatisch anstieg, das durchschnittliche

Wohlbefinden mit Ausnahme der niedrigsten Einkommensgruppe aber eher

abnahm. Reichere Personen scheinen mehr Glücksgefühle anzugeben als

ärmere, diese steigen aber nicht notwendigerweise mit dem Einkommen.

In dem von Antonovsky vorgestellten Konzept der Salutogenese ist das Kohärenzgefühl

ein Maß dafür, wie das Individuum mit den Belastungen und

Anforderungen des Lebens umgehen kann (Antonovsky 1997, 10; Bengel 2001,

Kohärenzgefühl und positiven Aspekten psychischer Gesundheit wie Wohlbefinden

und Lebenszufriedenheit nachgewiesen (Bengel 2001, 44). Das

Kohärenzgefühl wird wesentlich dadurch bestimmt, ob und in welchem Maß

eine Person Situationen und Anforderungen des Lebens verstehen kann

sie für sie Sinn machen

sie bewältigen zu können

nicht nur eigene Ressourcen und Kompetenzen in Frage, sondern ausdrücklich

auch der Glaube daran, dass andere Personen oder eine höhere Macht dabei

helfen können, Schwierigkeiten zu überwinden (Antonovsky 1997, 35; Bengel

2001, 29).

Welchen Einfluss hat nun aber die Religion auf das Wohlbefinden? Religiöses

Leben ist in vielen Studien positiv korreliert mit Wohlbefinden. Es kann bestimmte

Verhaltensweisen und Zustände fördern, die Wohlbefinden und Glück

erhöhen. Damit soll der Effekt der Religion nicht „wegerklärt“ werden, sondern

es wird vielmehr deutlich, wie Religion wirksam wird.

Ehepaaren. In einer Studie von McCarthie (1979) wurde bei nichtreligiösen Paaren

eine Scheidungsrate von 17%, bei religiös lebenden Paaren dagegen nur von

7% erhoben. Die Scheidungsrate nach 15 Jahren Beobachtungszeit betrug 37%

gegenüber 14%. Call und Heaton (1997) fanden ebenfalls eine erhöhte Scheidungswahrscheinlichkeit

bei nichtreligiösen Ehepaaren oder Partnerschaften, in

denen sich die Partner in Religionszugehörigkeit und Glaubenspraxis (besonders

Kirchenbesuch) deutlich unterschieden.

Alkohol sowie Drogenmissbrauch bei religiös Lebenden seltener (Grom 1997).

Es finden sich weniger Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Krebs

und eine insgesamt geringere Mortalität. All das führt statistisch zu einem besseren

Gesundheitszustand und damit einem höheren Wohlbefinden (Diener 1984).

Ausgeschlossensein sind weniger wahrscheinlich (Cutler 1976).

meisten religiösen Gemeinschaften. Viele Studien zeigen, dass Menschen, die an

religiösen Aktivitäten teilnehmen, egal ob Gottesdienstbesuch oder Teilnahme

an Gebets- oder Bibelstudienkreisen, ein größeres Unterstützungsnetzwerk und

angeben. Dieser Effekt ist dabei ausdrücklich nicht auf eine Über- bzw.

Unterrepräsentierung besonders extrovertierter bzw. neurotischer Personen in

den Studienpopulationen zurückzuführen (Ellison and George 1994; Bradley

1995; Idler and Kasl 1997; Koenig et al. 1997).

Gott eher einen externen

Gegenteil belegt. Ein internalisierter, intrinsisch motivierter Glaube befähigt

Menschen und gibt ihnen die Möglichkeit, mit Gottes Hilfe selbstbestimmt zu

leben. Glaube und Gebet können religiös lebenden Menschen helfen Situationen

zu verstehen, zu bewältigen oder auszuhalten (Jackson and Coursey 1988;

Richards 1990). Gerade die Verstehbarkeit und Bewältigbarkeit auch widriger

Lebensereignisse im Sinne des Konzepts der Salutogenese Antonovskys wird

durch den christlichen Glauben gefördert.

Werte für Hoffnung und Optimismus sowie Sinn und Bedeutung des Lebens aus

(Idler and Kasl 1997; Krause 2003). Auch dies sind wichtige Faktoren der

Salutogenese.

Kritikern zu Folge

helfen, Selbstständigkeit zu entwickeln und sein Potenzial zu verwirklichen]

bewältigen kann, wenn sie zu welchem Grad auch immer von der Lehre der

christlichen Kirche beeinflusst ist, da die Lehre der Institution eine kompromisslose

Antithese zur Entwicklung von Selbstvertrauen darstellt (Watters 1992, 51).

Studien eine positive Korrelation zwischen Religiosität und Selbstbewusstsein

bestätigt (z.B. Maton 1989). Indem sie übersteigerten Stolz einerseits

und Selbstverdammung auf der anderen Seite verhindert, fördert Religiosität

möglicherweise einen realistischeren Blick auf das Selbst, der damit zu einem

größeren Wohlbefinden beiträgt (Koenig et al. 1994).

Eine Auswahl von Studien zum Thema Wohlbefinden soll an dieser Stelle

beispielhaft etwas ausführlicher dargestellt werden:

Von Pollner (1989) wurden Daten von 3.072 Erwachsenen zum Zusammenhang

zwischen Religion und Lebenszufriedenheit ausgewertet.

und Gottesdienstbesuch.

– Variablen der Lebenszufriedenheit waren: allgemeines Glücksgefühl

happiness)

Der Parameter „Religiöse Erfahrung“ wurde gemessen durch die Items Nähe zu

Gott, Häufigkeit von Gebet und Nähe zu einer mächtigen, spirituellen Kraft.

Der Parameter „Gottesbild“ wurde wie folgt gemessen und kategorisiert:

1. Gott als ein Herrscher (König, Richter, Herr),

2. Gott als Quelle für Heilmittel menschlicher Probleme (Heiler, Befreier, Erlöser,

Schöpfer),

3. Gott als jemand, zu dem man in Beziehung steht (Freund, Geliebter, Mutter,

Vater, Ehegatte).

Im Ergebnis fand sich ein grundsätzlich positiver Einfluss der religiösen

Parameter auf die Variablen der Lebenszufriedenheit und eine differenzierte

Wirkung des Gottesbildes auf das Wohlbefinden.

Das Gottesbild „Gott als ein Herrscher“ war z.B. negativ korreliert mit allgemeinem

Glücksgefühl. „Gott als Quelle für Heilmittel menschlicher Probleme“

war dagegen positiv korreliert mit Lebenszufriedenheit. Der differenzierte

Einfluss des Gottesbildes auf das Wohlbefinden war eines der wichtigsten

Ergebnisse dieser Studie.

In ähnlicher Weise differenziert Grossarth-Maticek (1999, 268) Personen, die

meditieren und zu Gott beten und dabei Wohlbefinden erleben, und Personen,

die dagegen zwanghaft und normenkonform religiös sind und dabei kein Wohlbefinden

erleben, und stellt dabei signifikante Veränderungen der Outcome-

Parameter fest (s.u.).

In einer 1992 von Emnid im Auftrag des Spiegel durchgeführten Umfrage zeigte

sich, dass sich regelmäßige Kirchgänger zufriedener mit dem Leben zeigten

(zitiert in Grom 1997). Religiosität stellt nach Einschätzung vieler Psychotherapeuten

und Lebensqualitätsforscher eine bedeutende Ressource psychischen

Wohlbefindens dar (Grom 1997).

Dies trifft auch für die wachsende Zahl der Senioren in der Gesellschaft zu. Die

Gerontologen Holt und Dellman-Jenkins (zitiert in Ernst 1997a) fanden, dass

religiöse Alte im Vergleich mit nichtgläubigen Altersgenossen hoffnungsvoller

und optimistischer eingestellt sind, einen größeren Selbstwert besitzen, das

Leben besser kontrollieren, sich nicht so einsam oder unglücklich fühlen, sehr

viel weniger unter depressiven Erkrankungen leiden (s.u.) und Stress besser bewältigen.

Die Untersuchung von Carp (1974) stellt dagegen ein Beispiel dar, in

dem keine Korrelation zwischen Religion und Wohlbefinden gemessen wurde.

Am Ende dieses Abschnitts sollen noch zwei Interventionsstudien vorgestellt

werden: In der Studie von O’Laoire (1997) wurde der Einfluss von Fürbitte-

Gebeten erforscht. In einer doppelblinden Studienanlage beteten 90 Erwachsene

ausgesucht wurden

Teilnehmer der ersten Gruppe bestand in der Bitte um ein bestimmtes Ergebnis

prayer)

Fürbitte geleistet wurde.

Über 12 Wochen beteten die

Ergebnisse zeigten zwar in elf Untersuchungsvariablen (Tests zu Selbstbewusstsein,

Ängstlichkeit, Depression, wahrgenommene Änderungen der mentalen,

körperlichen, intellektuellen Gesundheit etc.) eine signifikante Verbesserung

aller subjektiven und objektiven Messwerte, aber keinen Unterschied zwischen

den beiden Interventionsgruppen und der Kontrollgruppe. In der Gruppe der

emotionalen Gesundheit gefunden, die signifikant größer war als in den Interventionsgruppen.

Damit konnte kein direkter Effekt der Fürbitte, sondern nur ein

indirekter für die Betenden nachgewiesen werden. Zwischen gerichtetem und

ungerichtetem Gebet ergab sich kein Unterschied. Spätestens bei der in der Beschreibung

der Methode aufgeworfenen Frage, ob eine mangelnde Differenzierung

zwischen gleichen Vornamen (nur diese wurden den

einer Verfälschung des Studienergebnisses führen konnte, wird allerdings auch

deutlich, wie mechanistisch eingeschränkt das Gottesbild im wissenschaftlichen

Studiendesign sein kann. Damit stellt sich grundsätzlich die Frage, inwieweit

hier die Grenze zwischen wissenschaftlich Erfassbarem und allein dem Glauben

Zugänglichen überschritten wird (s.u.). Dies erscheint als gravierenderer Einwand,

als die vom Autor der Studie angegebenen Einschränkungen einer überwiegend

katholischen und weiblichen Studienpopulation und einer fehlenden

Kontrolle „anonymer“ bzw. nichterfasster Gebete für die Kontrollgruppe.

In einer weiteren Interventionsstudie untersuchten Matthews et al. (1999) den

Effekt von Gebet und Handauflegen bei 40 überwiegend weiblichen Patienten

mit milder, rheumatoider Arthritis. In dieser Studie ergab sich zu den Untersuchungszeitpunkten

ein besserer körperlicher und psychischer Zustand der

Interventionsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe.

Zusammenfassend fanden sich in den von Koenig et al. ausgewerteten Studien

zum Thema Religion und Wohlbefinden in 79 von 100 Studien mindestens eine

positive Korrelation zwischen religiösem Leben und größerem Glück, Lebenszufriedenheit

etc. Von den restlichen 21 Studien fanden 13 keine Verbindung, in

einer gab es eine negative Verbindung und sieben entdeckten gemischte oder

komplexe Effekte (Koenig et al. 2001, 117).

Sie ist damit die häufigste Gemütserkrankung. In Deutschland geht man

davon aus, dass nach wie vor 50% aller depressiven Erkrankungen nicht

diagnostiziert bzw. über 75% unzureichend behandelt werden (

Erkrankung. Die Lebenszeitmortalität wird mit 15% angegeben.

An Depression Erkrankte haben ein höheres Risiko der Inanspruchnahme einer

Krankenhaus-Behandlung oder anderer Leistungen des Gesundheitswesens. Das

Risiko eines früheren Todes aufgrund körperlicher Erkrankungen ist ebenfalls

erhöht (Koenig et al. 1989; Covinsky et al. 1999).

In einer Übersichtsarbeit untersuchten McCullough und Larson (1999) den

Einfluss von Religion auf das Krankheitsbild der Depression. Von den etwa 80

ausgewerteten Studien zeigten die überwiegende Mehrzahl eine negative

Korrelation zwischen verschiedenen Parametern der Religion und Glaubenspraxis

und dem Auftreten depressiver Symptome und Erkrankungen.

Ergebnisse von Denominationsstudien scheinen dem zu widersprechen, wenn

z.B. bei charismatischen Pfingstgemeinden eine erhöhte Zahl von Depressionen

gefunden wird. Einige Autoren führen dies jedoch eher darauf zurück, dass

Pfingstgemeinden eine gezielte Missionierung niedriger sozialer Schichten und

anderer Gruppen mit einem höheren Risiko für Gemütserkrankungen betreiben

und eine optimistische, hoffnungsvolle Botschaft verbreiten, die geeignet ist,

diese Personen anzuziehen (Koenig et al. 1994).

Wenn demografische und psychosoziale Faktoren sowie der Gesundheitsstatus

in der statistischen Analyse dieser Studien berücksichtigt werden, wird die

Korrelation schwächer (Schnittker 2001). Dies gilt besonders, wenn soziale Unterstützung,

Gesundheitsstatus und Behinderung herausgerechnet werden. Mit

der sozialen Unterstützung und dem Gesundheitsstatus (s.u.) hat man dabei aber

möglicherweise einen wesentlichen Wirkfaktor der religiösen Praxis eliminiert.

Längsschnittstudien unterstützen im Wesentlichen die Ergebnisse der Querschnittuntersuchungen

(Maton 1989; Musick et al. 1998). In Studien innerhalb

(Kendler 1997) und außerhalb der USA (Braam et al. 1997) zeigte sich eine

deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung depressiver Symptome

im Zeitverlauf bei nichtreligiösen Personen gegenüber Menschen mit einer

aktiven Glaubenspraxis.

Die positive Auswirkung auf die Depressionsrate wird jedoch nur bei der intrinsischen

religiösen Motivation (d.h. Glauben um seiner selbst willen) beobachtet.

Die extrinsische Motivation (also Glauben um der damit verbundenen Vorteile

willen) geht dagegen eher mit einer erhöhten Depressionsrate einher (Ryan et al.

1993, McCullough and Larson 1999).

Für religiöse Menschen spielt in der Bewältigung einer Depression der Glaube

eine wichtige Rolle. Pargament et al. (2000) stellten fest, dass bestimmte Typen

mit Gott, religiös motiviertes Helfen, Unterstützung durch Pastor oder

Gemeindemitglieder suchen) negativ korreliert waren mit depressiven Symptomen,

d.h. in diesen Fällen weniger depressive Symptomatik auftrat.

Für andere Vorstellungen (z.B. Gott als bestrafend zu sehen, Unzufriedenheit

mit Religionszugehörigkeit und Kirche) ergab sich jedoch ein gegenteiliger

Effekt. Diese Einstellungen und Gefühle erwiesen sich als Risikofaktoren für

größeren psychologischen Stress und vermehrtes Auftreten von Depression

(Koenig et al. 1998).

Bewältigung interpretieren und einsetzen, scheint wichtig für das Verständnis des

Effekts auf die Depression. Wenn die eigenen Umstände im Sinne von Gottes

Liebe und Güte interpretiert werden und Trost durch ein produktives Verhältnis

zu Gott, zur Gemeinde oder dem Pastor gesucht wird, führt dies zu einer verringerten

Entwicklung depressiver Symptome im Nachgang stressreicher Lebensereignisse.

Umgekehrt, werden die eigenen Lebensumstände im Sinne von Gottes

Ohnmacht oder Missgunst oder auch eigener Sünde interpretiert und die Kontrolle

über diese Lebensumstände nur Gott zugeschrieben und ein Konflikt mit Gott

oder der eigenen Gemeinde erlebt, korreliert dies alles mit mehr depressiven

Symptomen (Koenig et al. 2001, 130).

Vergleich zwischen religionsbasierter kognitiver Verhaltenstherapie, nichtreligiöser

Verhaltenstherapie, Beratung durch einen Pastor und einer Kontrollgruppe

für eine Anzahl sehr religiöser Patienten mit Depression durchgeführt. In

der religionsbasierten Verhaltenstherapie wurden die Standards der kognitiven

Verhaltenstherapie ergänzt um christliche Argumente gegen irrationale Vorstellungen

der Depressiven sowie um religiöse Vorstellungen und Bilder. Nach

Abschluss der Therapie zeigten die Gruppen mit religionsbasierter kognitiver

Verhaltenstherapie und Beratung durch einen Pastor sowohl in der Selbst- als

auch in der Fremdeinschätzung signifikant bessere Werte gegenüber der Gruppe

mit nichtreligiöser Verhaltenstherapie und gegenüber der Kontrollgruppe. Auch

nach drei und nach 24 Monaten zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe ein

besseres Befinden der drei Interventionsgruppen, die sich jedoch jetzt untereinander

nicht mehr signifikant unterschieden. Überraschenderweise waren die

Ergebnisse nichtreligiöser Therapeuten, die die religiöse Therapie anwandten,

besser als die religiöser Therapeuten. Am schlechtesten schnitten die nichtreligiösen

Therapeuten mit nichtreligiöser Therapie ab. Einschränkend für diese

ansonsten sehr sorgfältig aufgebaute und beschriebene Studie muss die geringe

Fallzahl (n=59) und der überwiegende Anteil Frauen (49 Frauen zu 10 Männern)

genannt werden.

In einer Metaanalyse von Interventionsstudien zu diesem Thema fand

McCullough (1999) für die religiöse Intervention die gleiche Effektivität wie für

die Standard-Psychotherapie. Seine Schlussfolgerung war, dass bei gleicher

angewandt werden sollte.

Zusammenfassend zeigt sich damit ein durchaus differenzierter, aber für viele

Aspekte religiösen Lebens positiver Einfluss auf Entstehung, Verlauf und

Behandlung einer depressiven Erkrankung. Auch in neueren, von König et al.

(2001) nicht aufgeführten Studien werden diese Ergebnisse bestätigt. Sowohl in

einer Querschnittsstudie an psychiatrischen Patienten in Kanada (Baetz et al.

2002) als auch in einer Längsschnittstudie über 29 Jahre (Strawbridge et al.

2001) war ein regelmäßiger Gottesdienstbesuch mit einer geringeren Ausbildung

depressiver Symptome verbunden.

Nach der Behandlung von Wohlbefinden und Depression folgen nun zwei

Beispiele der körperlichen Gesundheit.

bedeutendste zum Tode führende Krankheit der modernen Industriegesellschaft

(Sokolow und Ilroy 1985, 138). In den USA werden 12 Millionen Betroffene

gezählt bzw. 7,2% aller Personen älter als 20 Jahre. 1992 entfielen in Deutschland

49% der Todesfälle auf diese Erkrankung. In den letzten Jahrzehnten

konnte eine deutliche Zunahme von Mortalität und Morbidität bei Frauen

beobachtet werden, während die Werte für die Männer rückläufig sind (Karoff

2000). Aufgrund der epidemiologischen und gesundheitspolitischen Bedeutung

wurden die Risikofaktoren dieser Erkrankung intensiv erforscht.

Für die Relevanz des Rauchens als Risikofaktor für die koronare Herzerkrankung

besteht eine gesicherte Evidenz aus einer Vielzahl von Studien (Bischof

und John 2002). Während der Zigarettenkonsum bei den Männern leicht

rückläufig ist, ist er bei den Frauen noch im Anstieg begriffen, und mit einer

gewissen Verzögerung steigen auch die rauchbezogenen Erkrankungen bei

Frauen. In Deutschland betrifft dies insbesondere auch die Frauen in den neuen

Bundesländern (Bundesministerium 2002).

Weitere Risikofaktoren sind erhöhte Blutfette (Stamler et al. 1986), Bluthochdruck

und Diabetes (Siegrist et al. 1992), aber auch Übergewicht und

mangelnde Bewegung (Manson et al. 1990; Katzel et al. 1995).

Auch wenn einige Studien zu dem Ergebnis kommen, dass ein geringer Alkoholkonsum

präventiv für die KHK wirkt, ist das Gegenteil richtig für exzessiven

Alkoholkonsum. Schwerer Alkoholmissbrauch ist korreliert mit exzessiver

Koronarsterblichkeit und plötzlichem Herztod (Deutscher et al. 1984). Die

häufigste Todesursache unter männlichen Alkoholikern ist der koronare Herztod

(Rosengren et al. 1987; Denison et al. 1997).

Hypertonus, Hypercholesterinämie sowie Diabetes und steigern damit das KHKRisiko

(Sawicki et al. 1996; Imamura et al. 1996).

Mit der Risikofaktorhypothese lassen sich jedoch nur etwa 50% der Herzinfarkte

erklären. Neuere Untersuchungen legen einen Zusammenhang mit Infektionen

(Nieto et al. 1996; Gupta and Camm 1997) als weiterem Ursachefaktor nahe.

Auch psychisch-psychosomatische Risikofaktoren sind im Ursachenkomplex

enthalten. In einem Review von Glassman und Shapiro (1998) zeigten neun von

zehn Studien eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität bei depressiver Erkrankung.

Stress-Erleben erhöht das Risiko einer KHK und eines Herzinfarkts (Rosengren

et al. 1991; Langosch und Hahn 1996). Gefühle, besonders Ärger und Feindseligkeit,

sind mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko verbunden (Diamond 1982;

King 1997).

Seeman (1991) zeigte einen Zusammenhang zwischen hoher interner Kontrolle

und erhöhtem Herzinfarktrisiko (Typ A-Verhalten).

In einem Review fanden King (1997) und Anderson et al. (1996), dass ein

Mangel an sozialen Bindungen eine größere KHK-Mortalität präjudiziert, während

starke soziale Unterstützung dieses Risiko vermindert.

Soziale Ressourcen, wie stabile Ehebeziehung, verringern die KHK-Mortalität

(Williams et al. 1992). In einer sechsjährigen prospektiven Längsschnittstudie in

Schweden minderte soziale Unterstützung durch ein Netzwerk von Freunden

und die emotionale Bindung an eine sehr nahe stehende Person das KHK-Risiko

(Orth-Gomer et al. 1993).

Und welchen Einfluss hat nun die Religion auf diese Faktoren? In vielen Studien

wurde belegt, dass religiöses Leben korreliert ist mit geringerem Zigarettenkonsum,

niedrigerem Blutdruck, mehr Bewegung, niedrigerem Alkoholkonsum,

weniger Depression und schnellerer Erholung von Depression (s.o.), besserem

Umgang mit Stress, größerem Wohlbefinden (s.o.) und größerer sozialer Unterstützung

(Strawbridge et al. 1997; Strawbridge et al. 2001; Ernst 1997b). So

fand sich z.B. in einer Studie von Larson et al. (1989) bei Rauchern, die regelmäßig

zur Kirche gingen, ein vierfach verringerter Anteil eines erhöhten Blutdrucks

gegenüber rauchenden Nicht-Kirchgängern.

In Studien an Mormonen und Siebenten-Tags-Adventisten (STA) wurde eine

deutlich verringerte Koronarsterblichkeit belegt. Der Zusammenhang war dabei

umso stärker, je gewissenhafter die Gesundheitsgrundsätze dieser Gemeinschaften

(s.u.) befolgt wurden. Phillips et al. (1978) fanden in einer Studie an STA

ein verringertes Herzinfarktrisiko. Zur Hälfte wurde dieser Effekt als Folge des

Nicht-Rauchens gedeutet, der übrige Teil als Folge anderer Aspekte des adventistischen

Lebensstils. Das Risiko einer tödlichen KHK für Männer zwischen 35

und 64, die sich nicht vegetarisch ernährten, war dreimal so hoch wie das für

Männer mit vegetarischer Ernährung und legt damit nahe, dass die Ernährung

einen Teil der restlichen Risikoverminderung erklärt. Dieser Effekt blieb auch

Effekt war allerdings deutlich schwächer bei Frauen und Personen über 65 Jahre

(s.a. Phillips et al. 1980).

Fraser et al. (1992) bestätigten aus einer Studie an 27.658 adventistischen

Frauen und Männern das verringerte Herzinfarktrisiko gegenüber Vergleichspopulationen

und stellten darüber hinaus eine signifikante Korrelation zwischen

Mangel an Bewegung, Übergewicht und Zigarettenrauchen und KHK-Ereignissen

fest.

Koenig et al. (2001, 244) fassen diese Ergebnisse zusammen:

Herzerkrankungen erleben als Menschen in der allgemeinen Bevölkerung.

Dies ist wahrscheinlich ein Ergebnis einer gesünderen Ernährung und positiver

Gesundheitsgewohnheiten, die zu einem großen Teil auf Glaubensinhalten beruhen

und einer Hingabe an diese Überzeugungen. Zusätzlich legen diese eng strukturierten

religiösen Gemeinschaften Priorität auf ein starkes Familienleben und

fördern unterstützende Beziehungen zwischen Gemeindemitgliedern. Auf diese

Weise sorgen sie für Schutz vor vielfältigen psychosozialen Stressoren. Diese

Faktoren wirken zusammen und senken das Risiko einer Herzerkrankung in

diesen Gruppen.

zwischen Religiosität und KHK gibt es nur wenige, die aber auch in die gleiche

Richtung einer verringerten Morbidität und Mortalität weisen sowie zu einer

Besserung psychosozialer Faktoren durch religiöses Leben.

Eine interessante, für die Interpretation aber auch problematische Studie wurde

von Byrd (1988) vorgestellt. In einem randomisierten, kontrollierten, doppelblinden

Studiendesign wurden 393 KHK-Patienten in eine Fürbitte-Gruppe und

eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Fürbitte für eine schnelle, komplikationslose

Genesung erfolgte durch überzeugte, aktive Christen außerhalb des Krankenhauses

täglich bis zur Entlassung des Patienten. In der Fürbitte-Gruppe traten

signifikant seltener Komplikationen (Herzinsuffizienz, Lungenentzündungen,

Herzstillstand) während des Klinikaufenthalts auf und die Patienten benötigten

weniger Beatmung, Diuretika und Antibiotikamedikation. Die Studie gibt keinen

Aufschluss darüber, wie die Fürbitte wirksam wird. Grundsätzlich stellt sich

allerdings die Frage, ob sich ein souveräner, allmächtiger Gott christlicher

Vorstellung in eine solche Versuchsanordnung „zwingen“ ließe.

zum letzten Punkt und wollen die Perspektive erweitern. Untersucht wurden in

dieser Studie Menschen, bei denen eine Verengung der Herzkranzgefäße mit

einer Herzkatheteruntersuchung nachgewiesen wurde. Für die Teilnehmer der

durchgeführt, das eine vegetarische, fettarme Ernährung, Raucherentwöhnung,

aerobe Ausdauerbelastung, Stressmanagement und soziale Unterstützung beinhaltete.

Den Teilnehmern der Kontrollgruppe wurden lediglich Informationen

zu einer gesunden Lebensweise in schriftlicher Form übergeben.

Im Ergebnis der Studie, die unter dem Titel „Können Lebensstilveränderungen

die koronare Herzkrankheit umkehren?“ veröffentlicht wurde, zeigte sich bei der

Mehrzahl der Teilnehmer in der Interventionsgruppe ein signifikanter Rückgang

der Gefäßverkalkung. Bei keinem kam es zu einer Verstärkung. Dies war bei

den meisten Menschen der Kontrollgruppe der Fall. Parallel zu diesem körperlichen

Befund verbesserte sich auch die Beschwerdesymptomatik in der Interventionsgruppe

deutlich. Sie hatten weniger häufig, weniger stark und kürzere

Schmerzepisoden, bekamen besser Luft und konnten sich stärker belasten (s.a.

Scherwitz et al. 1995).

Wichtig ist nun, dass die genannten gesundheitsfördernden Faktoren ja nicht nur

für die koronare Herzkrankheit (KHK) eine Rolle spielen. Das Rauchen ist nicht

nur für die KHK ein Risikofaktor, sondern z.B. auch für die chronische Bronchitis

und verschiedene Krebsarten (Meltzer 1994). Alkohol wirkt auf alle

Organsysteme toxisch und verursacht oder fördert Erkrankungen der Leber, des

Verdauungstraktes (Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse) und

des Nervensystems (

Ernährung trägt zur Entwicklung der häufigsten Erkrankungen mit Todesfolge

wie KHK, einige Krebsarten, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes und Arteriosklerose

bei. Das Hauptproblem der Ernährung in den USA, ähnlich wie in

Deutschland, ist die Aufnahme von Speisen mit einem zu hohen Anteil von

gesättigten Fettsäuren.

Mehr als 25% der US-Bevölkerung ist übergewichtig und stellt damit ein zentrales

Gesundheitsproblem dar (Center for Disease Control 1997). Die Kosten

im Gesundheitswesen, die direkt den Ernährungsgewohnheiten zugeordnet

werden können, beliefen sich in den USA 1995 auf 52 Milliarden Dollar, das

entspricht 6% der Gesundheitsausgaben (Wolf and Colditz 1998).

Im internationalen Vergleich fällt auch Deutschland durch einen hohen Anteil

Übergewichtiger auf. Anfang der neunziger Jahre waren 19,5% der Frauen und

17,3% der Männer in den alten Bundesländern, 25,5% der Frauen und 20,6%

der Männer in den neuen Bundesländern übergewichtig (BMI > 30;

Regelmäßige Bewegung ist verbunden mit niedrigeren Raten von Dickdarmkrebs,

Schlaganfall und Rückenschmerzen (

außerdem, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose, Übergewicht

und emotionalen Störungen wie Depression und Ängstlichkeit vorzubeugen

oder sie zu bewältigen. Bewegungsmangel ist dagegen mit einem verdoppelten

Risiko für KHK verbunden (Powell et al. 1987). Trotzdem bewegen sich

weniger als 10% der Amerikaner in der empfohlenen Art und Weise.

ihres Zusammenhangs mit Faktoren der Lebensweise als Zivilisationskrankheiten

bezeichnet werden, prägen heute das Erkrankungsgeschehen. Sie stellen

für das Gesundheitssystem, nicht zuletzt auch aufgrund der damit verbundenen

Kosten, eine enorme Belastung dar. Auch das subjektive Patientenschicksal wird

beeinträchtigt durch chronische Verläufe und Nichtheilbarkeit. Vielen dieser

chronischen Gesundheitsprobleme könnte durch einen gesundheitsbewussten

Lebensstil vorgebeugt werden. In jedem Alter kann eine größere Aufmerksamkeit

auf eine gesundheitsfördernde Lebensweise die Rate der am weitesten

verbreiteten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs reduzieren

(Jensen 1983; Ornish et al. 1990). Eine effektive Strategie setzt aber ein

Umdenken voraus. Weg von der kurativen Behandlung von Erkrankungen, hin

zu Prävention und Gesundheitsförderung.

Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt gesehen, finden sich bei Menschen,

für die Glaube eine Rolle spielt, signifikant häufiger gesundheitsfördernde Verhaltensweisen.

So belegen auch hier Studien an Mormonen und Siebenten-Tags-

Adventisten den gesundheitsfördernden Wert eines religiös geprägten Lebens.

Mitglieder beider Denominationen legen Wert auf die Vermeidung von Alkohol,

Zigaretten, koffeinhaltige Getränke und Drogen. Beide Gruppen meiden hochraffinierte

Lebensmittel und bevorzugen eine ballaststoff- und vitaminreiche

Ernährung (Hunt et al. 1988). Während STA häufiger Vegetarier sind, essen

Mormonen dagegen deutlich mehr Fleisch (Koenig et al. 2001, 362). In beiden

Gemeinschaften liegt die allgemeine Sterblichkeit und die für Krebs und KHK

deutlich unter denen der allgemeinen Bevölkerung (Phillips 1975; Jensen 1983;

Leitzmann und Hahn 1996, 318ff.).

Wie bereits im vorigen Kapitel gezeigt, kommt die überwiegende Anzahl der

Studien zu dem Ergebnis, dass religiöses Leben negativ korreliert ist mit der

Anzahl gerauchter Zigaretten (Lemon and Kuzma 1969; Mullen et al. 1996).

Für die Aufnahme des Rauchverhaltens und als Prediktor für die (lebenslange)

Beibehaltung ist das Jugendalter besonders wichtig. Es ist daher von besonderer

Bedeutung, dass der Nikotinkonsum von religiös eingestellten Jugendlichen

deutlich unter dem von Jugendlichen ohne religiöse Bindung liegt (Dudley et al.

1987; Califano 2002).

Religiöses Leben ist außerdem korreliert mit mehr Bewegung (Oleckno and

Blacconiere 1991) und geringerem Konsum von Coffein (Snowdon and Phillips

1984). Während für ersteres ein positiver Einfluss auf Wohlbefinden und eine

Vielzahl von Erkrankungen (z.B. KHK, Osteoporose, Diabetes, Adipositas etc.)

belegt ist, wird für Coffein nicht nur die Stimulationswirkung, sondern auch der

mögliche Einfluss auf die Entstehung bestimmter Krebsarten (Blase, Dickdarm)

kritisch diskutiert.

Die gesundheitsfördernde Wirkung des religiösen Lebens bezieht sich aber nicht

nur auf körperbezogene Verhaltensweisen, sondern schließt auch psychosoziale

Ressourcen wie Unterstützungsnetzwerk, soziale Kontakte, Entspannung und

Strawbridge et al. 1997).

In Übereinstimmung damit wurde in der Studie von Grossarth-Maticek (1999,

268) festgestellt, dass Personen, die meditieren und zu Gott beten und dabei

Wohlbefinden erleben, bedeutend länger und gesünder leben als Vergleichskollektive,

die keinen Bezug zur Religion haben. (Personen, die dagegen zwanghaft

und normenkonform religiös sind und dabei kein Wohlbefinden erleben,

leben signifikant kürzer als vergleichbare atheistische Personengruppen.)

Generell kann daraus geschlossen werden, dass religiöses Leben gesundheitsstabilisierende

Verhaltensweisen fördert und damit einen präventiven Effekt auf

viele Erkrankungen des Körpers und der Seele sowie eine verringerte Mortalität

nach sich zieht.

Nach diesen überwiegend positiven Effekten kommen wir nun noch zu einer

anderen interessanten Entdeckung.

Lapane et al. (1997) fanden eine höhere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht

und erhöhten Cholesterinspiegel bei Kirchenmitgliedern gegenüber Nichtkirchenmitgliedern,

auch nach Bereinigung von Alter, Geschlecht und ethnischen

Faktoren. Dies wurde durch Ferraro (1998) bestätigt. Es fand sich darüber

hinaus ein moderierender Effekt der Religiosität auf Depression und Übergewicht.

Übergewichtige Personen waren häufiger depressiv als andere Menschen,

religiöse allerdings signifikant seltener als nichtreligiöse Menschen.

Lapidar könnte man diese Beobachtung mit dem Satz kommentieren: Die

Summe aller Laster ist konstant. Etwas seriöser kann man vielleicht feststellen:

Anders als bei Genussmitteln oder sexuellem Verhalten unterliegt die Befriedigung

des natürlichen Appetits weitaus weniger religiösen Restriktionen.

Außerdem ist Nahrung einfach und reichlich verfügbar und Teil vieler sozialer

Rituale und Verhaltensmuster (Koenig et al. 2001, 365). Angesichts der bereits

erwähnten Verbreitung und der Risiken des Übergewichts stellt sich damit

allerdings die Frage, wie dieser „blinde Fleck“ der religiös motivierten, gesundheitsbewussten

Lebensführung angemessen adressiert und überwunden werden

kann.

Zum Abschluss soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich gegen Forschung und

Forschungsergebnisse wie die von König et al., die in dieser Arbeit auszugsweise

zusammengefasst und ergänzt vorgestellt wurden, auch kritische Stimmen

regen. Einer der Hauptkritiker (Sloan et al. 1999; Sloan et al. 2000; Sloan and

VandeCreek 2000) bemängelt vor allem drei Punkte: zum einen eine aus seiner

Sicht unzureichende formale Studienqualität bei einem Großteil der in diesem

Feld durchgeführten Studien, zum anderen ein inhaltliches Missverständnis bei

der Auswahl der Vergleichsparameter und schließlich ethische Vorbehalte (s.a.

Scheurich 2003).

Zum ersten Punkt werden Fragen des Studiendesigns angeführt. Es wird kritisiert,

dass in einigen Studien wichtige Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht,

Rasse, Schichtzugehörigkeit o.Ä. in der Vergleichsgruppe nicht einbezogen und

dies dazu führen kann, dass sich z.B. in einer Studie eine inverse Korrelation

zwischen Gottesdienstbesuch und Häufigkeit für Schlaganfall zeigt, dieser

Effekt jedoch verschwindet, wenn man das Ergebnis um die körperliche Beweglichkeit

bereinigt, d.h. den Anteil der Gläubigen, die aufgrund von Bewegungseinschränkungen

z.B. wegen Schlaganfalls den Gottesdienst nicht mehr

besuchen können, in der Berechnung berücksichtigt (Sloan et al. 1999).

Die Qualität von Studiendesigns und statistischen Auswertungen ist nicht zuletzt

seit der Diskussion um eine

Auseinandersetzung. König et al. (2001) weisen deshalb z.B. mehrfach

darauf hin, dass aus Querschnittsstudien keine kausalen Schlussfolgerungen

gezogen werden können. In der Ergebnisdarstellung werden die im Studiendesign

und der statistischen Auswertung berücksichtigten Faktoren gesondert

aufgeführt. Zusätzlich hat das Autorenteam eine Evaluierung der Qualität der

ausgewerteten und in die Ergebnisdarstellung einbezogenen Studien vorgenommen.

Unter Berücksichtigung von Kriterien wie allgemeines Studiendesign,

Stichprobenauswahl, Qualität der religiösen Messgrößen, Qualität der statistischen

Auswertung, Interpretation und Diskussion der Ergebnisse erfolgte eine

Bewertung der zusammengestellten Studien von 1

Orientierung an der eingeführten Systematik der

hier möglicherweise für zusätzliche Klarheit gesorgt.

Deutlich wird dabei aber auch, dass Komplexität der Einflussvariablen, Anforderungen

an Anzahl der Studienpopulation, erforderliche Studiendauer und

Kosten für qualitativ hochwertige Studien in der Praxis oft Probleme aufwerfen.

Dennoch ist in aktuellen Studien sehr deutlich das Bemühen um die Erfüllung

hoher Qualitätsstandards zu bemerken (Baetz et al. 2002). So wurden in einer

neueren Übersichtsarbeit zum Vergleich von religiöser Psychotherapie (RPT)

mit dem säkularen Standard nur randomisierte und kontrollierte Studien in die

Auswertung einbezogen (Berry 2002). Im Ergebnis erwies sich die RPT

mindestens gleichwertig gegenüber der säkularen Therapie. Auch für Peach

(2003) liegen für den Zusammenhang von Religion und verschiedenen Gesundheitszuständen

(z.B. hoher Blutdruck, allgemeine Mortalität, erster Herzinfarkt,

Depression, Angststörungen etc.) hohe Evidenzgrade vor. Powell et al. (2003)

bestätigen eine Senkung der Sterblichkeit um ca. ein Viertel bei regelmäßigen

Kirchgängern. Auch für den Fall von religiös motivierten Faktoren der Lebensweise,

wie z.B. die Einschränkung oder der Verzicht auf Fleisch, bestätigt die

Neuauswertung von sechs Längsschnittstudien und der „Adventist Health

Study“ die Wahrscheinlichkeit, dass eine Lebensweise, die einen sehr niedrigen

bis gar keinen Fleischverzehr beinhaltet mit einer höheren Lebenserwartung

verbunden ist (Singh et al. 2003). Die Autoren weisen dabei ausdrücklich darauf

hin, dass ausschließlich Längsschnittstudien ausgewertet wurden, weil im

Gegensatz zu Querschnittsstudien nur diese eine Kausalitätsdiskussion ermög

mit möglichen das Ergebnis verfälschenden Faktoren auseinander.

Auch von Sloan et al. (1999) und anderen eher kritischen Veröffentlichungen

(Thoresen and Harris 2002) wird daher eine, wenn auch aus ihrer Sicht kleine

Anzahl sorgfältig durchgeführter Studien eingeräumt, die einen möglichen

Zusammenhang zwischen Religion und Gesundheit belegen.

Der zweite, kritisch angemerkte Punkt betrifft die Tatsache, dass nach Auffassung

von Sloan et al. die in vielen Studien aufgeführten Effekte von Religion auf

Gesundheit und Wohlbefinden maßgeblich auf Faktoren z.B. einer gesunden

Lebensweise zurückzuführen sind, die auch unabhängig von Religion wirksam

wären. Diese Effekte als Wirkungsbeleg für Religion anzusehen, erscheint daher

aus Sicht der Autoren nicht angemessen.

Zwar ist es richtig, dass eine Vielzahl der untersuchten Einzelfaktoren für sich

genommen auch unabhängig von Religion wirksam sind. Dennoch ist gerade die

Zusammenfassung in einem religiösen Glaubenssystem und die hierdurch

bewirkte Motivation zur Beachtung und Durchführung die entscheidende Besonderheit

religiös motivierter Lebens- und Verhaltensweisen, die das Ergebnis zu

mehr macht als der Summe der Einzelteile. Die Einzelfaktoren herauszurechnen

oder als Beleg für die Wirksamkeit von Religion nicht zuzulassen, würde den

Wirksamkeitsnachweis auf (übernatürliche) Wunder reduzieren und wird der

lebenspraktischen Grundlage der religiösen Einstellungen und Handlungen nicht

gerecht.

Zu den ethischen Vorbehalten führen Sloan et al. (1999; vgl. Sloan and

VandeCreek 2000) aus, dass Mediziner mit der Religion den angestammten

Platz ihrer wissenschaftlichen Profession verlassen und ihren Status gegenüber

dem Patienten missbrauchen. Selbst wenn Religion und Spiritualität sich als

relevanter Einflussfaktor wie Ehestatus oder sozioökonomischer Status beweisen

sollte, sei es immer noch ein Unterschied, ob man Religion als relevanten

Einflussfaktor berücksichtige oder sie aktiv in ärztlichen Empfehlungen

umsetze. Schließlich käme, so Sloan, auch keiner auf die Idee, einem Patienten

zu empfehlen, zu heiraten oder mehr Geld zu verdienen, obwohl dies statistisch

mit einem besseren Gesundheitsstatus verbunden sei. Ein weiteres ethisches

Problem stellt für den Autor die Frage dar, ob man mit der Assoziation zwischen

Religion und Gesundheit nicht schnell wieder eine Gewissensbelastung für den

Patienten erzeugt in dem Sinne, dass, wer krank ist, nicht ausreichend gläubig

sei, gebetet habe o.Ä. Zum selben Thema wird von Scheurich (2003) problematisiert,

dass Ärzte für die Behandlung spiritueller Angelegenheiten nicht ausgebildet

werden und die Religion durch Inkorporation in die Medizin eher degradiert

als aufgewertet wird. Darüber hinaus kann aber in einer sehr religiösen

Gesellschaft wie z.B. den USA für nichtreligiöse Ärzte und Studenten ein Druck

entstehen, religiöse Inhalte entgegen ihrer Überzeugung in der Behandlung

nutzen zu müssen. Als Ergebnis plädiert Scheurich für eine saubere Trennung

zwischen Medizin und Religion. Dem ist grundsätzlich sicher zustimmen und

der Studie von Byrd (1988) problematisiert, stellt sich die Frage, bis zu welchen

Grenzen religiöse Zusammenhänge wissenschaftlich erschlossen werden können

oder, aufgrund ihrer transzendenten Natur, Akte des Glaubens bleiben müssen.

In diesem Sinne schlussfolgern auch der Psychiater Sloan und der Pastor

VandeCreek (2000):

keine wissenschaftliche Empirie, weil sie auf Glauben gegründet ist. Wenn

Glaube und Wissenschaft vermischt werden, dient das weder dem einen noch der

anderen, sondern schwächt beide.

ist, der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Glaube auch wissenschaftlich

überprüft und abgesichert wird, oder die gesundheitsfördernden Effekte einer

religiösen Lebensführung nicht anzuerkennen, hieße das Kind mit dem Bade

auszuschütten. Eine solche ablehnende Auffassung wird durch die Vielzahl der

hier vorgestellten Studien und Ergebnisse eindrucksvoll widerlegt.

In welcher Weise diese Erkenntnisse dann in den Behandlungsprozess

einfließen, ist eine darüber hinausgehende, wichtige Frage, die nicht zuletzt

unter Berücksichtigung des Behandlungsanlasses sowie des Hintergrundes und

der Überzeugung von Patient und Arzt in der jeweiligen Situation entschieden

werden muss. Fallot (2001) schlägt z.B. dazu aus der Erfahrung in der psychiatrischen

Rehabilitation vor, Patienten nach der Bedeutung, die Religion für

ihr Leben hat, zu fragen, es im Rahmen von Gruppengesprächen zu diskutieren,

für gläubige Patienten in der Behandlung religiöse Elemente anzuwenden und

z.B. religiöse Gemeinden als Teil des sozialen Netzwerks nach der Entlassung

zu nutzen. Die simplifizierende, linearkausale Rückbeziehung einer Krankheit

auf eine mangelnde Glaubenspraxis ist selbstverständlich auszuschließen. Ebenso

wenig wird die Vorstellung eines auch in spirituellen Dingen omnipotenten

ärztlichen Heilers befürwortet, der zur Adressierung religiöser Sachverhalte qua

Amt und Status automatisch befähigt wäre. Viel eher ergibt sich aus der

Berücksichtigung religiöser Einflussfaktoren eine stärkere Notwendigkeit zur

Kooperation zwischen Ärzten, (Psycho-)Therapeuten und Seelsorgern im

Behandlungsprozess.

Religiosität einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Seele, Geist und

Körper ausüben können. Die Effekte hängen aber von vielfältigen Bedingungsfaktoren

ab und müssen im Kontext verstanden werden. Es überrascht daher

nicht, dass in einigen Teilergebnissen und Studien keine oder auch ungünstige

Die Mehrzahl der Ergebnisse unterstützt aber die Annahme, dass religiöses

Leben Gesundheit und Wohlbefinden fördern und Erkrankungen vermeiden

helfen kann.

Forschungsbedarf für die Zukunft besteht insbesondere in der Frage, inwieweit

sich die Ergebnisse der US-amerikanischen Studien auch in Gesellschaften mit

einem wesentlich schwächeren religiösen Grundkonsens reproduzieren lassen.

Angesichts der überwiegend im christlich-judäischen Kontext durchgeführten

Studien stellt sich außerdem die Frage, ob die Befunde kulturunabhängig gelten.

Für nichtchristliche Glaubenszusammenhänge anderer Weltreligionen oder

nichtdeistische Spiritualität sind dafür zunächst Kriterien zu entwickeln, die eine

Operationalisierung erlauben. Dazu bedarf es jedoch weiterer Forschung.

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Written by freundisraels

2010/04/23 um 13:45

Veröffentlicht in Allgemeines

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