Schofar of E-rez Jis-ra-el

Sch´mah Israel JHWH Eloheim JHWH Echad 5 Mose 6:4

Flavius Josephus

leave a comment »

Flavius Josephus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Büste von Flavius Josephus

Flavius Josephus (* 37 oder 38 als Joseph ben Mathitjahu ha Kohen, hebräisch: יוסף בן מתתיהו , in Jerusalem; † nach 100 vermutlich in Rom) war ein jüdischer Historiker des 1. Jahrhunderts, der seine Werke, die später über Jahrhunderte hinweg zu „Bestsellern“ wurden, auf Altgriechisch verfasste (zum Teil zunächst aber in seiner aramäischen Muttersprache).

Er ist mit Philon von Alexandria der wichtigste Autor des hellenistischen Judentums und hatte sich, obwohl seiner Herkunft nach den Sadduzäern nahestehend, früh den Pharisäern angeschlossen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Joseph ben Mathitjahu war der Sohn einer angesehenen priesterlich-königlichen Familie aus Jerusalem. In seinen eigenen Schriften benutzte er niemals den Namen Flavius; der erste Nachweis für diese Identifizierung scheint Origenes zu sein.

Während des Jüdischen Krieges gegen Rom in den Jahren 66–70 war Josephus zunächst Militärkommandeur in Galiläa. In dieser Funktion war er unter anderem mit der Befestigung vieler Städte in Galiläa betraut Er wurde 67 von den Truppen des Vespasian bei der Eroberung Jotapatas gefangen genommen, wechselte die Seiten und wurde zum Berater der Römer bei der Belagerung Jerusalems. Um die Stadt und den Herodianischen Tempel zu schonen, versuchte er vergeblich, zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Letztlich fiel Jerusalem im Jahre 70 an die Römer unter Vespasians Sohn Titus, der nach der Ausrufung seines Vaters zum Kaiser das Oberkommando übernommen hatte. Gemeinsam mit Titus ging Josephus nach Rom, wo er das römische Bürgerrecht erhielt (unter dem Namen Titus Flavius Josephus, zu Ehren seiner flavischen Förderer[1]). Er bekam vom Kaiser eine Villa und eine stattliche Pension. Daher konnte er sich fortan seinen literarischen Arbeiten widmen. Er starb nach 100.

Familie

Josephus’ erste Frau starb während der Eroberung Jerusalems. Nach dem Ende seiner Gefangennahme heiratete Josephus in zweiter Ehe eine jüdische Mitgefangene, die sich jedoch bald darauf von ihm trennte, nachdem Josephus mit Vespasian nach Alexandria zog.

Um 70 heiratete er eine Jüdin aus Alexandria, mit der er drei Söhne hatte. Nur einer – Flavius Hyrcanus – wurde erwachsen. Flavius Josephus ließ sich scheiden und heiratete um das Jahr 75 eine kretische Jüdin aus guter Familie. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne, Flavius Justus und Simonides Agrippa, hervor.

Werk

Jüdische Chronic, eine frühe deutsche Übersetzung von De Bello Judaico, 1552: Titelblatt mit einem Fantasie-Autorenporträt

In Rom verfasste er mehrere Werke. Als erstes schrieb er in den Jahren 75–79 das Werk Geschichte des jüdischen Krieges (Griechisch: Ἱστορία Ἰουδαϊκοῦ πολέμου πρὸς Ῥωμαίους). Darin schilderte er den langen Kampf der Juden gegen Fremdherrschaft, beginnend mit der Besetzung Jerusalems durch die Seleukiden unter Antiochos IV. Epiphanes im Jahre 174 v. Chr., und den anschließenden Aufstand unter Führung der Makkabäer. Nach etlichen kleineren Aufständen gegen die jeweilige Fremdherrschaft kam es in den Jahren 66–70 zum großen Aufstand der Juden gegen Rom, der als Erster Jüdischer Krieg in die Geschichte einging und einen Großteil der sieben Bücher füllt.

In den folgenden Jahren bis 94 schrieb er Antiquitates Judaicae in 20 Büchern (Jüdische Altertümer, auch unter dem Titel Jüdische Archäologie). Darin schilderte Josephus die Geschichte des jüdischen Volkes von der Schöpfung bis zum Ausbruch des Aufstandes im Jahre 66. Dabei hielt er sich weitgehend an die Schilderungen im Alten Testament, soweit diese historisch reichten. Für die Zeit danach, also die Zeit der Makkabäer oder Hasmonäer und vor allem für das 1. Jahrhundert vor und nach Christus, also die Zeit von Herodes dem Großen und seiner Söhne und für das Urchristentum, ist er unsere wichtigste Quelle, da er sich auf andere, uns nicht erhaltene Werke stützt.

Um das Jahr 96 erschienen noch zwei kleinere Werke, nämlich Über die Ursprünglichkeit des Judentums (Contra Apionem, auch unter dem Titel Über das Alter der Juden) und eine Schrift, die alsVita (Leben, seine Autobiographie) bekanntgeworden ist. In diesen Werken verteidigte er vor allem das Judentum gegen antijudaistische Vorwürfe und sich selbst gegen persönliche Kritik.

Wirkung

In der jüdischen Bevölkerung hinterließ Josephus und vor allem sein Werk zunächst keinen nennenswerten Eindruck. Für sie war er zunächst nur ein Romgünstling und Verräter, auch für viele, die sich nicht dem Kampf gegen die Römer angeschlossen hatten. Sein Einsatz für jüdische Belange in Rom brachte ihm einige Sympathien zurück, das Verhältnis blieb jedoch bis zu seinem Tod ambivalent. Erst in der Gegenwart erlebt Josephus im Staat Israel eine Art Renaissance.

Seine Mithilfe bei der Niederwerfung des ersten jüdischen Aufstandes machte ihn aus römischer Sicht zum Prestigeobjekt. Seine Werke wurden in Rom hundertfach kopiert und gelten als „Bestseller“ der antiken Kriegsberichterstattung.

Mangels anderer zeitgenössischer Quellen aus Judäa und Galiläa stützt sich Eusebius von Caesarea in seiner Kirchengeschichte fast ausschließlich auf die Angaben von Josephus, insofern es sich nicht um Zitate aus den Büchern des Neuen Testaments handelt. Josephus ist für Eusebius der Kronzeuge für die Ereignisse zu Lebzeiten Jesu und für die Zeit des Urchristentums.

Im Mittelalter erlebten die Werke Josephus’ eine wahre Hochblüte. So erwähnt ihn beispielsweise Widukind von Corvey in seiner Res gestae Saxonicae. Insbesondere die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg brachte der Verbreitung einen neuen Schub. Josephus’ Werke waren nach der Bibel die meistgedruckten und meistgelesenen Bücher.

Mit Beginn der Aufklärung und der zunehmenden Unabhängigkeit der forschenden Wissenschaften vom Einfluss der Kirche und kirchlicher Dogmen wurden speziell die zwei Stellen in Josephus’ Schriften, die sich unmittelbar mit Jesusbefassen, kritischen Untersuchungen unterzogen. Dieses sogenannte Testimonium Flavianum (Zeugnis des Flavius) wird, je nach Blickwinkel und Einstellung des Untersuchers, unterschiedlich bewertet. Die einen betrachten es als eine christliche Einfügung (und daher nicht original von Josephus). Andere sehen darin eine von christlichen Kopisten ausgeschmückte Version eines kürzeren Originals von Josephus. Eine weitere Gruppe betrachtet es als einen verkürzten und korrumpierten (verstümmelten) Rest eines ursprünglich wesentlich längeren Originaltextes von Josephus.

Siehe auch

Werkausgaben, Übersetzungen (Auswahl)

  • Benedictus Niese (Hg.): Flavii Iosephi opera. 7 Bde., Berlin 1885-1895.
  • Jüdische Altertümer. Übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Heinrich Clementz. Mit Paragraphenzählung nach Flavii Josephi Opera recognovit Benedictus Niese (Editio minor), Wiesbaden 2004. ISBN 3-937715-62-2
  • Der Jüdische Krieg und Kleinere Schriften. Übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. Heinrich Clementz. Mit Paragraphenzählung nach Flavii Josephi Opera recognovit Benedictus Niese (Editio minor), Wiesbaden 2005. ISBN 3-86539-018-8
  • Flavius Josephus. Vom Jüdischen Kriege Buch I – IV. Nach der slawischen Übersetzung deutsch herausgegeben und mit dem griechischen Text verglichen (Hg. v. Alexander Berendts u. Konrad Grass), Dorpat 1924; ND Hildesheim, New York 1979. ISBN 3-487-06712-9.
  • De bello Iudaico. Griechisch–deutsch, hrsg. und mit einer Einleitung sowie mit Anmerkungen versehen von Otto Michel und Otto Bauernfeind, 3 Bde., 1959-1969.
  • Aus meinem Leben = (Vita). Kritische Ausgabe, Übersetzung und Kommentar von Folker Siegert, Heinz Schreckenberg, Manuel Vogel u.a. Tübingen 2001. ISBN 3-16-147407-4
  • Contra Apionem, Buch I. Einleitung, Text, textkritischer Apparat, Übersetzung und Kommentar von Dagmar Labow. Stuttgart 2005. ISBN 3-17-018791-0

Literatur (Auswahl)

Bibliographie

  • Heinz Schreckenberg: Bibliographie zu Flavius Josephus. Leiden 1968. Supplementband mit Gesamtregister. Leiden 1979.

Darstellungen und Analysen

  • Dutschak, Josephus und die Tradition, Wien 1864
  • Berwald, Josephus in Galiläa, Breslau 1877
  • H. Bloch, Die Quellen des Josephus Flavius in seiner Archäologie, 1879
  • Destinon, Die Quellen des Josephus in den Jüdischen Altertümern, Buch XII-XVII, 1882
  • Grünbaum, Die Priestergesetze bei Flavius Josephus, 1887
  • Poznanski, Über die religionsphilosophischen Anschauungen des Flavius Josephus, Berlin 1887
  • Metz, Die Bibel des Josephus, Basel 1895
  • N. Bentwich, Josephus, 1914
  • Richard LaqueurDer jüdische Historiker Flavius Josephus, Giessen 1920
  • W. Weber, Josephus und Vespasian, 1921
  • H. Guttmann, Die Darstellung der jüdischen Religion bei Flavius Josephus, Breslau 1928
  • H. St. J. Thackeray, Josephus, the Man and the Historian, New York 1929
  • A. Schlatter, Die Theologie des Judentums nach dem Bericht des Josephus, 1932
  • Emanuel bin Gorion, Das Leben des Flavius Josephus, 1934
  • W. Bienert, Der älteste nichtchristliche Jesusbericht, 1936
  • W. Whiston, The life and work of Flavius Josephus, Philadelphia 1954
  • W. R. Farmer, Maccabees, Zelotes and Josephus, New York, 2. Aufl. 1958
  • G. A. Williamson, The world of Josephus, London 1964
  • A. Momigliano, Die Juden in der Alten Welt, 1988
  • Bruce, Außerbiblische Zeugnisse über Jesus und das frühe Christentum, Brunnen-Verlag, Gießen 1991
  • Steve Mason, Flavius Josephus und das Neue Testament, A. Francke Verlag, Tübingen-Basel 2000
  • Flavius Josephus: Geschichtsschreiber zur Zeit Jesu (Welt und Umwelt der Bibel 32), Stuttgart 2004
  • O. Gussmann, Das Priesterverständnis des Flavius Josephus, Mohr Siebeck Tübingen 2008

Belletristik

Bildende Kunst

  • Christian TümpelDie Rezeption der Jüdischen Altertümer des Flavius Josephus in den holländischen Historiendarstellungen des 16. und 17. Jahrhunderts. In: H. Vekeman, J. Müller Hofstede (red.): Wort und Bild in der niederländischen Kunst und Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts. Erftstadt 1984, S. 173-204. ISBN 3-923769-04-0

Anmerkungen

  1. Für den Namen Titus gibt es keine Belege und ist daher nur eine Rekonstruktion. In der Josephusforschung wird kaum wahrgenommen, dass Josephus sich in seinen Werken nie selbst als Flavius bezeichnet. Der Name wurde ihn erst später von christlicher Seite beigelegt, während er von jüdischen Quellen ignoriert wird.

Weblinks

Josef Ben Matithjahu – Josefus Flavius:
Der tragische Chronist des 9. Aw

Es ist dem Wiesbadener Marix-Verlag hoch anzurechnen, dass mit der Neuedition der „Jüdischen Altertümer“ und der „Geschichte des Jüdischen Krieges“, das gesamte bis heute erhaltene Werk des antiken jüdischen Schriftstellers Flavius Josephus wieder vorliegt.

Die Ausgabe der „Geschichte des Jüdischen Krieges“ enthält auch die „Selbstbiographie“ des Josefus Flavius, als auch das erste explizit gegen antisemitische Verleumdungen gerichtete Werk „Gegen Apion“.

Zu Grunde liegt der Edition die Übersetzung von Dr. Heinrich Clementz. Der den griechischen Originaltext mit der Paragraphenzählung nach Benedikt Niese benutzte.

In Michael Tillys Vorwort zur Neuauflage erfahren wir über Heinrich Clementz und die Gesamtausgabe des Josefus Flavius folgendes:

Heinrich Clementz*, geboren am 21. März 1859 in Köln, studierte Medizin an der Universität Bonn und ließ sich 1885 als Landarzt in Brauweiler bei Köln nieder. Seit 1904 lebte und arbeitete er als Kassenarzt der örtlichen Gemeindekrankenkasse im benachbarten Lövenich, wo ihm am 24. April 1909 für seine langjährigen Verdienste der Ehrentitel „Sanitätsrat“ verliehen wurde. Neben seiner zeitaufwendigen ärztlichen Tätigkeit widmete sich Clementz der Literatur, der Musik und vor allem den Altertumswissenschaften. Im Juli 1899 erschien in der von der Hendelschen Verlagsbuchhandlung in Halle/Saale edierten Bibliodiek der Gesamt-Literatur“ seine vollständige Übersetzung der „Jüdischen Altertümer“ des antiken jüdischen Schriftstellers Flavius Josephus. Im Mai 1900 folgte die Übersetzung der „Geschichte des Jüdischen Krieges“ und im Januar 1901 schließlich erschienen auch die „kleineren Schriften“, die „Selbstbiographie“ und die Schrift „Gegen Apion„. Zu den letztgenannten „kleineren Schriften“ des Josephus zählte Clementz auch die – in dieser Neuauflage nicht mehr enthaltene – Schrift „Über die Makkabäer„, tatsächlich eine der philosophischen Literatur des antiken Judentums zuzurechnende Abhandlung in Redenform aus der Hand eines unbekannten Verfassers. Das vordringliche Ziel der heute als „4. Buch der Makkabäer“ bezeichneten Schrift ist die religiöse Erziehung, indem sie anhand von Beispielen aus der biblischen Überlieferung und dem apokryphen bzw. deuterokanonischen Buch der Makkabäer lehrt, wie die fromme Vernunft die Affekte und Triebe zu beherrschen vermag**.

Die Übertragung des umfangreichen Gesamtwerks des Josephus ins Deutsche durch Dr. Heinrich Clementz fand ein überaus positives Echo im In- und Ausland; insbesondere in jüdischen Rezensionsorganen wurde seine gründliche Übersetzungsarbeit ausgiebig gelobt und der Lektüre anempfohlen. Bis heute enthält sein Werk die einzigen vollständigen deutschen Übersetzungen der „Jüdischen Altertümer“ und der Schrift „Gegen Apion“…

*) Vgl. auch Peter Schreiner, Sanitätsrat Dr. Heinrich Clementz – Arzt und Gelehrter, in: Pulheimer Beiträge zur Geschichte 28 (2004), 136-164.
**) Vgl. dazu auch Hans-Josef KJauck, 4. Makkabaerbuch (Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit), Gütersloh 1989

Über den Autor Josef Ben Matithjahu oder später Josefus Flavius erfahren wir von M. Tilly, dem wissenschaftlichen Betreuer der Neuauflage:

Flavius Josephus, dessen erhaltenes Gesamtwerk Clementz übersetzte, wurde geboren im ersten Jahr des römischen Kaisers Caligula (37/38 n. Chr.) in Jerusalem als Sohn des Mattatiahu. Gestorben ist der Abkömmling vornehmer und wohlhabender Eltern aus dem Priesteradel nach 100 n. Chr. in Rom. Flavius Josephus verdanken wir eine Reihe von Werken, die für die Erhellung der Geschichte des Judentums im 1. Jahrhundert n. Chr. von unschätzbarem Wert sind. Josephus war ein erstklassig ausgebildeter und vielseitig begabter Mensch. Selbstbewusst bis hin zur Eitelkeit, war er in seinem bewegten Leben nacheinander Musterschüler, „Aussteiger“, Diplomat, Gouverneur und Militärbefehlshaber der aufständischen Juden in Galiläa, Kriegsgefangener, ortskundiger Dolmetscher der römischen Truppen im Dienst des Vespasian und dessen Sohns Titus, und schließlich Schriftsteller und Pensionär der flavischen Kaiserdynastie, deren Familiennamen er annahm.

Die literarischen Hauptziele des Josephus bestanden in der Verteidigung des Judentums und in der religiösen Interpretation der Geschichte seines Volkes für die Zeit nach der Zerstörung des Zweiten Tempels (70 n. Chr.); erhalten sind vier seiner Werke in griechischer Sprache.

Als sein erstes Werk gilt der in sieben Bücher gegliederte „Jüdische Krieg“ („De bello Iudaico„), in dem er nach einer ausführlichen Vorgeschichte von dessen Verlauf und Ergebnis berichtet, um die nationale Katastrophe dieses Krieges zu bewältigen und um dazu beizutragen, seine Wiederholung ein für alle Mal zu verhindern.

Nach dem „Jüdischen Krieg“ schrieb Josephus sein umfangreichstes Werk, die „Jüdischen Altertümer“ („Antiquitates Iudaicae„). In ihnen stellte er, ganz im Stil der zeitgenössischen kaiserzeitlichen historischen Schriftsteller und geprägt von Motiven aus der stoischen Philosophie, anhand einer ausführlichen Nacherzählung der hebräischen Heiligen Schriften und zahlreicher weiterer Quellen in 20 Büchern dar, wie sich das Judentum im Verlauf seiner langen und bewegten Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Ausbruch des Jüdischen Kriegs im Jahre 66 n. Chr. entwickelte, wie seine Gesetze und Sitten beschaffen sind und auf wen diese zurückgehen.

Als einen knappen Anhang zu den „Jüdischen Altertümern“ verfasste Josephus seine „Selbstbiographie“ („Vita„), in der er in engagierter Auseinandersetzung mit seinem Rivalen, dem Chronisten Justus von Tiberias, von seiner priesterlichen Herkunft, seinem persönlichen Werdegang und seinem bisherigen Wirken (insbesondere seiner aktiven Teilnahme am Jüdischen Krieg) erzählt, um seine – offenbar nicht unumstrittene – Qualifikation als Geschichtsschreiber und Feldherr unter Beweis zu stellen.

Als letzte uns erhaltene Schrift veröffentlichte der antike jüdische Schriftsteller eine in zwei Bücher gegliederte leidenschaftliche Verteidigung des Judentums „Gegen Apion“ („Contra Apionem„), in der er sich – in zuweilen polemischer Weise – gegen die verfälschende Böswilligkeit judenfeindlicher Autoren wie des alexandrinischen Grammatikers Apion bei der Darstellung der Geschichte des Judentums zur Wehr setzte, indem er danach trachtete, sie gravierender Fehler zu überführen, nämlich der mangelnden Übereinstimmung, der fehlenden Wahrheitsliebe und des geringen Alters ihrer Quellen. Das Werk enthält zahlreiche wertvolle Exzerpte aus den umfangreichen Schriften bekannter antiker Historiker wie z. B. Manetho, Menander oder Berossos, die an keiner anderen Stelle überliefert sind.

Verloren gegangen ist die aramäische Originalversion des „Jüdischen Kriegs“; die uns erhaltene Version wurde von Josephus mit fremder Hilfe auf Griechisch verfasst. Manche Forscher nehmen an, einige Verweise in den „Jüdischen Altertümern“ (vgl. Antiquitates XX 267 f.) würden auf eine verlorene „Syrische Geschichte“ hinweisen. Doch ob Josephus dieses Werk nicht nur angekündigt, sondern auch tatsächlich verfasst hat, ist nicht sicher…

Josephus hat viele Vorgänge und Ereignisse genau beobachtet und zahlreiche authentische Dokumente und Quellen wiedergegeben. Er bietet als vornehmer Jerusalemer Priestersohn viele zuverlässige Informationen aus dem Umkreis des Jerusalemer Tempels und beweist zugleich eindrücklich, wie tiefgehend die Verflechtung des antiken Judentums mit der hellenistischen Kultur tatsächlich war.

Für die Erhellung der Geschichte der Juden in der Antike ist er einer der wichtigsten Gewährsleute, denn ohne sein Werk wüssten wir nur sehr wenig über das Schriftverständnis, die kulturellen und religiösen Strömungen, die politischen Vorgänge und Ereignisse sowie über das jüdische Alltagsleben in Palästina und in der Diaspora in hellenistisch-römischer Zeit und insbesondere im 1. Jahrhundert n. Chr.

Soweit Dr. habil. Michael Tilly, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.

Aus der Einleitung des Übersetzers:
Die Geschichte des Jüdischen Krieges

Das Meisterwerk des Historikers Flavius Josephus ist seine Geschichte des Jüdischen Krieges, die er, obwohl sie zeitlich den „Jüdischen Altertümern“ nachfolgt, doch früher als diese geschrieben hat…


Flavius Josephus
Jüdischen Altertümer
Antiquitates Judaicae
Die „Jüdischen Altertümer“ (Antiquitates Judaicae) erschienen etwa um 94 n. Chr. und behandeln die Geschichte der Juden von der Weltschöpfung bis zum Jahr 66 n. Chr. Quellen sind die Bibel und die Apokryphen, ergänzt durch Nachrichten aus dem Midrasch und Aussagen nichtjüdischer Historiker.

[BESTELLEN?]


Flavius Josephus
Der Jüdische Krieg
De bello Iudaico
Flavius Josephus schildert in seinem monumentalen Werk die dramatischen Ereignisse des Aufstandes der Juden gegen die römische Fremdherrschaft, den er selbst als Augenzeuge im Gefolge des Heerführers Titus erlebt hat. Zusätzlich finden sich hier sämtliche kleinere Schriften des Flavius versammelt.

[BESTELLEN?]


Lion Feuchtwanger
Die Josefus-Trilogie
Wahre Weltliteratur
Zu erwähnen bleibt noch, dass Lion FeuchtwangerFlavius Josephus zur Hauptfigur in seiner Josephus-Trilogie gemacht hat: Der jüdische Krieg, 1932; Die Söhne, 1935; Der Tag wird kommen, 1945. Ersch. im Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2002. ISBN 3-7466-5601-X.

… „Diese spannungsvolle Trilogie gehört in die erste Reihe der Weltliteratur. Mit den Freiheiten eines historischen Romans erzählt Feuchtwanger das Leben des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus (37 – 100 u.Z.)“…

[BESTELLEN?]

haGalil onLine

Written by freundisraels

2010/06/07 um 12:53

Veröffentlicht in Allgemeines

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: